Blumen für tote US-Soldaten
© Kyle Grillot, Reuters
Blumen an der Memorial Wall im Rosie the Riveter Park in Long Beach, Kalifornien
Nachdem die US-Armee ein Kurzvideo veröffentlicht hatte, worin ein Soldat erklärte, wie der Militärdienst ihn zu einem besseren Menschen gemacht hätte, wurde sie nun mit der "Kehrseite" konfrontiert - sprich, der wahren Realität.

Die Social Media-Abteilung stellte via Twitter nämlich Veteranen die Frage: "Wie hat sich das Dienen auf euch ausgewirkt?" Die Mehrzahl der Antworten - mehr als 11.000 - bescheinigte das hohe Ausmaß der körperlichen und seelischen Verheerung, die der Armee-Dienst bei den Betroffenen angerichtet hatte.
Beschrieben werden Verletzungen, Schmerzen, Vergewaltigungen, Traumata, Drogenprobleme, Schlaflosigkeit. Im Detail wird beschrieben, wie Menschen buchstäblich an dem im Dienst Erlebten zugrunde gehen und dabei vom Militär selbst im Stich gelassen werden.

~ RT Deutsch
Nachfolgend sind einige Twitter-Posts mit Antworten von ehemaligen Militärs und ihren Angehörigen aufgeführt, die das Erfahrene und die Nachwirkungen eindrücklich darstellen.
"Es machte mir klar, dass wir Zahnräder sind, ich bin eine Kriegsmaschine, und wenn wir nicht mehr nützlich sind, werden wir weggeworfen. Wir benutzen diese falschen Glaubensbekenntnisse und [diese falsche] Ethik, um uns zu fühlen, als ob wir wichtig wären, und wegen der finanziellen Stabilität machen wir weiter. Es hat den zerbrochen und zerstört, der ich war."

"Soll ich für die Toten antworten? Sie können nicht mehr tippen. Mein Mann wurde wegen seiner Posttraumatischen Belastungsreaktion (PTSD) entlassen, dann bekam er wegen 'Agent Orange' Krebs und starb. Mein Cousin starb an durch Chemikalien verursachtem Krebs, mein anderer Cousin ist derzeit in Behandlung wegen der gleichen Sache und hat auch PTSD."

[...]

"Ich verbringe schlaflose Nächte mit Schuldgefühlen, weil keines der Grauen und Leiden, die ich gesehen habe, wichtig ist; weil wir alle nur Schrot für eine Schmerzensmühle sind, die von Verrückten betrieben wird; denn wenn ich spreche und sage: 'Endloser Krieg ist falsch', ächten mich meine Kameraden, die von ihren eigenen Dämonen verfolgt werden."

[...]

"Als Mutter war ich stolz auf meinen Sohn, als er sich in seinem letzten Schuljahr für den Dienst an seinem Land meldete. Er diente in drei Einsätzen im Irak. Dieser junge Mann, der sein ganzes Leben vor sich hatte, ist jetzt geistig und emotional bis zur Unkenntlichkeit gebrochen, und die Armee hilft nicht."

"Das Agent Orange, dem mein Großvater in Vietnam ausgesetzt war, verursachte seinen Krebs und seinen Tod, und möglicherweise auch die verschiedensten Krankheiten und Störungen, die meine Mutter, meine Tante, meine Geschwister und ich haben. Die Armee und die Regierung kannten die Gefahren von Agent Orange, als sie es einzusetzen begannen."

[...]

"Mein Bruder ist jetzt ständig betrunken, seine Alkoholabhängigkeit entstand aus seiner Unfähigkeit, mit dem PTSD fertig zu werden. Er diente in Afghanistan und musste Kinder töten, nur um zu mir, seiner kleinen Schwester, nach Hause zu kommen und in meinem Schoß zu weinen. Ich war acht."

"Mein bester Freund trat der Armee direkt von der High School bei, weil seine Familie arm war, und er wollte eine College-Ausbildung. Er leistete seine Zeit ab und diente dann noch länger. Gerade als er bereit war, in den Ruhestand zu gehen, wurde er in den Irak geschickt. Ihr habt ihn in einer Kiste zurückgeschickt. Es zerstörte seine Kinder."

~ RT Deutsch
RT Deutsch kommentiert:
Die Zusammenschau all dieser Tragödien bietet einen Eindruck davon, was für menschliche Kosten ein Imperium und seine ständigen Militärinterventionen mit sich bringen. Die Leiden auf der jeweiligen Gegenseite dürften noch deutlich größer ausfallen. Die typischen Freiwilligen beim US-Militär entstammen der unteren Mittelschicht.

~ RT Deutsch
Die Zusammenstellung dieser Auswirkungen liest sich in der Tat äußerst erschütternd. Und ganz richtig wird auch darauf eingegangen, welch hohen Blutzoll diese Endlos-Kriege vor allem den jeweiligen einheimischen Bevölkerungen abverlangen, die sich das US-Imperium zur Zielscheibe ihres unaufhörlichen Terrors auserkoren hat.

Die US-Armee hat in Reaktion auf diese Twitter-Antworten eine Information gepostet, wo Veteranen und derzeitige Militärs ihrer Ansicht nach Hilfe erhalten können:


Doch viele Betroffene fühlen sich davon zu Recht "für einen Appel und ein Ei" abgespeist, da sie bereits dort vergeblich Hilfe gesucht und das US-Militär es bei Weitem versäumt hat, noch weitere und umfassendere Möglichkeiten zur Unterstützung verfügbar zu machen.


"Sich kümmern bedeutet für Sie, zu ignorieren?"

~ Übersetzung Redaktion de.sott.net

"Doch Sie als die US-Armee und im weiteren Sinne auch die Social Media Person, die diesen Account betreibt, kümmern sich nicht um jene, die zurück kehren. Diese oberflächliche Antwort ist unverschämt."

~ Übersetzung Redaktion de.sott.net

"Nun, ihr Leute schert euch nicht um eure Mitglieder, Soldaten, Veteranen oder irgendwen außer um euch selbst (hoch oben). Widerlich."

~ Übersetzung Redaktion de.sott.net
Auch die hohe Zahl an Selbstmorden, die von US-Veteranen begangen werden, zeigt den Mangel an guten Hilfsangeboten deutlich. Es wird angenommen, dass sich täglich 20 Veteranen das Leben nehmen - was sich auf einen Anteil von 18 Prozent aller Suizide pro Jahr beläuft.

Es erscheint, als sei die US-Armee "überrascht", dass so viele erschütternde Antworten auf ihre Frage eingegangen sind. Dabei sollte es mit einem gewissen Maß an Menschenverständnis doch einfach zu erfassen sein, warum die Betroffenen in dem Zustand sind, in dem sie sich befinden. Aber diese Tatsache scheinen sie zu "ignorieren" und legen im Grunde eine Gleichgültigkeit an den Tag, die ihresgleichen sucht.

Auf der anderen Seite wird es ihnen, so erschreckend wie das klingt, wohl klar sein. Weshalb werden sonst so viele Propaganda-Videos gedreht, um junge Menschen in den USA, die zumeist den unteren Schichten zuzurechnen sind, mit dem falschen Versprechen einer Perspektive zu ködern? Einer der Gründe wird sicherlich darin bestehen, dem Schicksal von Veteranen in der öffentlichen Wahrnehmung möglichst wenig Raum zu geben. Denn würden potentielle Rekruten mehr darüber erfahren, was ihnen blühen könnte, wenn sie sich der US-Armee zur Verfügung stellen, dann würden sie den Köder wahrscheinlich nicht schlucken.

Zweitens kostet ein effektives Unterstützungssystem für Veteranen Geld, das dann nicht mehr für die sinnlosen Kriege und den NATO-Wahnsinn gegen Russland und andere "nicht hörige" Staaten zur Verfügung stünde. Dies war insbesondere zur Zeit der Administrationen von Bush und Obama der Fall. Die Trump-Administration scheint hier jedoch nun einen Unterschied zu machen:
Es verdient erwähnt zu werden, dass die derzeitige Trump-Administration die Schwere des Problems mit dem Scheitern der Gesundheitsversorgung für Veteranen zu begreifen scheint, einer Katastrophe, die unter Bush begann und unter Obama sogar noch schlimmer wurde. Bis zu dem Zeitpunkt, an dem der US-Soldat buchstäblich sein eigener schlimmster Feind wurde.

Im vergangenen Monat unterzeichnete Trump ein Gesetz, das dem überlasteten US-Ministerium für Kriegsveteranen eine dringend benötigte Erhöhung des Budgets um mehr als sechs Prozent zusichert. Aber für Tausende US-Soldaten, Männer und Frauen, kommen die zusätzlichen Mittel zu spät.

~ RT Deutsch
Das ist zwar wie ein Tropfen auf den heißen Stein, packt aber das Problem noch lange nicht bei der Wurzel: Eine schnellstmögliche Beendigung der sinnlosen Kriege (damit ist auch der Neue Kalte Krieg gegen Russland gemeint), die unzählige Menschen weltweit das Leben kosten und Unmengen an Geld verschlingen. Aber das ist natürlich schwer durchsetzbar bei einer Elite, die zu großen Teilen von pathologischen Personen durchsetzt ist, die sich nicht scheuen, für ihre abwegigen Ziele über Leichenberge zu klettern und viele andere in die Spirale ihres Wahnsinns mit hineinzuziehen.

Mehr Informationen über eine der wesentlichen Ursachen dieses Wahnsinns können Sie in dem folgenden Buch erfahren:

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© SOTT
Politische Ponerologie: Eine Wissenschaft über das Wesen des Bösen und ihre Anwendung für politische Zwecke