Die erste Straße Frankreichs, die Strom aus Sonnenlicht gewinnen sollte, hat die Erwartungen nicht erfüllt. Sie hat nicht nur viel weniger Strom als erwartet erzeugt, sie fällt auch auseinander.
solarstraße
© Joachim Bertrand/Colas
Ein Straßenbelag aus Photovoltaikmodulen ist offenbar keine gute Lösung gewesen, um im Norden Frankreichs Strom zu gewinnen. Die Erwartungen an die Stromerzeugung der 2016 eröffneten und etwa einen Kilometer lange Teststrecke, die auf 2.800 Quadratmetern Fläche mit Solarmodulen gepflastert ist, erfüllten sich nicht. Außerdem ist der Belag nicht so haltbar wie erhofft.

Schon im Juli berichtete die französische Tageszeitung Le Monde, dass die Solarstraße ausgefallen sei. Es stellte sich heraus, dass die Beschichtung nicht so widerstandsfähig war wie gedacht und zersplitterte. 2018 habe ein Teil der Straße aufgrund von Verschleißschäden abgerissen werden müssen, schrieb das Fachblatt Global Construction Review.

Eigentlich sollten die Paneele genügend Strom produzieren, um die Straßenlaternen in der Gemeinde Tourouvre-au-Perche mit 5.000 Einwohnern zu betreiben. Doch selbst in der Spitze produzierte die Straße nur die Hälfte der erwarteten Energie. Der Grund waren nicht nur Beschädigungen, sondern auch heruntergefallene Blätter, welche die Module verdeckten.

Entwickelt wurde der Wattway genannte Straßenbelag von dem französischen Bauunternehmen Colas und dem französischen Nationalen Institut für Solarenergie.

Die Solarstraße kostete rund fünf Millionen Euro, das Geld stellte der französische Staat zur Verfügung.