Mit Kajaks, Stand-up-Boards, Segel- und Elektrobooten waren sie unterwegs: 22 Menschen mussten während eines aufziehenden Unwetters aus dem Chiemsee gerettet werden.
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Das Boot "Graf Chiemo" der Wasserwacht fährt über den Chiemsee
"Wir haben etliche aus gefährlichen Situationen vom See geholt", sagte ein Sprecher der Wasserschutzpolizei am Sonntag auf Nachfrage der Passauer Neuen Nachrichten (PNP). 22 Menschen sind während eines aufziehenden Unwetters aus dem Chiemsee gerettet worden. Die Wassersportler waren am Samstag teils mit Kajaks, Segel- oder Elektrobooten und Stand-up-Boards auf dem See.

Gegen 15 Uhr wurde eine Sturmwarnung für den Chiemsee ausgegeben. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich allerdings noch zahlreiche Wassersportler auf dem See. Bereits 30 Minuten später setzten heftige Windböen und Starkregen im westlichen Teil des Sees ein, wie die Polizei weiter mitteilte.

Weil die Stationen der Wasserrettung wegen der Corona-Pandemie derzeit nicht besetzt sind, wurde demnach ein Großalarm ausgelöst. Über 70 Kräfte von Wasserschutzpolizei, Feuerwehr, Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft und Wasserwacht waren im Einsatz, 14 Rettungsboote auf dem See unterwegs, dazu ein Hubschrauber. Die 22 Personen wurden sicher und unverletzt an Land gebracht.

"Das wäre für einige nicht gut ausgegangen", sagt der Sprecher der Wasserschutzpolizei der PNP. Viele Wassersportler seien nicht angemessen ausgerüstet gewesen.


Kommentar: Und haben scheinbar auch keinen Wetterbericht gehört.


Zudem würden Entfernungen erfahrungsgemäß häufig unterschätzt: Anstatt das Ufer in der Nähe zu suchen, werde noch versucht, den Ausgangspunkt zu erreichen. Und auch wenn der Sturm am Samstag "schnell heftig da war", so sei doch eines klar gewesen, betonte der Polizeisprecher: "Dass ein Gewitter kommt, war keine Überraschung."

ipp/dpa