Nun also doch: Wer in Hamburg ohne korrekten Mund-Nase-Corona-Schutz im Öffentlichen Nahverkehr erwischt wird, soll Strafe zahlen: 40 Euro sind dafür vorgesehen, wie der Hamburger Senat am Montag mitteilte. Diese Strafe werde "demnächst" in allen Bussen und Bahnen erhoben, teilte der Hamburger Verkehrsverbund (HVV) mit.
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© Daniel Reinhardt / dpa
Ein Kontrolleur überprüft die Einhaltung der Maskenpflicht
Maskenlos in Bus und Bahn: Auch in Hamburg Strafe NDR 90,3 - NDR 90,3 Aktuell - 10.08.2020 13:00 Uhr Autor/in: Reinhard Postelt

Wer in Hamburg im öffentlichen Nahverkehr die Maske nicht korrekt trägt, wird nun doch mit einer Strafe belegt. Die Verkehrsbehörde und der HVV einigten sich auf 40 Euro. Reinhard Postelt berichtet.

Bei Zivilkontrollen am vergangenen Wochenende seien in U-Bahnen zuletzt mehr Nicht-Maskenträger angetroffen worden, erklärte der HVV. Der Chef der Hamburger Hochbahn, Henrik Falk, sagte: "Wir hatten in der Spitze bis zu 15 Prozent Fahrgäste, die keine Maske trugen oder deren Nase nicht bedeckt war. Das sind deutlich mehr als noch in den Vorwochen." Deswegen habe sich die Verkehrsbehörde in Abstimmung mit dem HVV und den Hamburger Verkehrsunternehmen sowie den Bundesländern Schleswig-Holstein und Niedersachsen dazu entschlossen, die Strafe zum Schutz der Fahrgäste einzuführen.

Die 40 Euro soll zahlen, wer die Maske in Bussen und Bahnen sowie im fahrscheinpflichtigen Bereich des HVV nicht ordnungsgemäß über Mund und Nase trägt. Zahlen soll man vergleichbar wie beim Schwarzfahren direkt vor Ort bei den HVV-Kontrolleuren. Zuletzt hatte Hamburg noch Abstand von Strafen genommen, obwohl etwa Niedersachsen oder Schleswig-Holstein schon bei Maskenmuffeln abkassiert.

Tjarks: "Eine praktikable Lösung"

"Das ist eine praktikable, für alle nachvollziehbare Regelung, mit der wir noch einmal verdeutlichen wollen, dass das Tragen einer Alltagsmaske keine Empfehlung, sondern nach wie vor eine Pflicht ist", erklärte Verkehrssenator Anjes Tjarks (Grüne) mit. Mehr Leute würden wieder Bus und Bahn fahren und die Masken-Disziplin habe deutlich nachgelassen. "Es ist wichtig, dass alle Menschen in Hamburg sicher und vertrauensvoll Busse und Bahnen benutzen können", sagte Tjarks.

Während des Unterrichts müssen Schülerinnen und Schüler sowie Lehrerinnen und Lehrer in Hamburg dagegen weiterhin keine Maske tragen. Das Verwaltungsgericht lehnte am Montag einen anderslauteten Eilantrag ab. Das Gericht räumt den Behörden einen großen Ermessensspielraum ein.