Die Drei-Schluchten-Talsperre ist voll wie nie, in Leshan erreichte das Wasser zum ersten Mal seit 71 Jahren die Füße einer riesigen Buddha-Statue. Für viele Menschen in China sind die Regenfälle verheerend.
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Das Wasser erreichte die Füße der riesigen Buddha-Statue in Leshan
In Chinas Süden sind Zehntausende Menschen vor starken Überschwemmungen geflohen. In der Stadt Fengzhou wurden mehr als tausend Menschen von der Versorgung abgeschnitten und leiden an Lebensmittelknappheit, wie die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete. Das Hochwasser an der Drei-Schluchten-Talsperre des Jangtse-Flusses in der Provinz Hubei stehe auf dem höchsten Stand in der Geschichte des riesigen Staudamms, warnten die Behörden.

Mehr als 100.000 Menschen wurden in den beiden Städten Ya'an und Leshan in Sicherheit gebracht, wie Xinhua weiter berichtete. Im staatlichen Fernsehsender CCTV waren Soldaten zu sehen, die in Fengzhou Menschen in Rettungsboote halfen.

In der südchinesischen Provinz Sichuan stürzten 21 Fahrzeuge in ein Loch in der von den Fluten aufgerissenen Straße. Laut der Zeitung Global Times wurde dabei niemand verletzt.

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Rettungsaktion in Fengzhou
Wie im Sender CCTV zu sehen war, stand das trübe Wasser unweit der Stadt Leshan so hoch, dass es die Füße der riesigen Buddha-Statue von Leshan berührte - die in eine Klippe gehauene Figur ist 71 Meter groß. Seit der Gründung der Volksrepublik China 1949 habe kein Hochwasser mehr die Füße der Skulptur berührt, berichtete der Sender.

Die Fluten rissen auch Baumstämme und Äste mit sich. Im Fernsehen wurde ein Gebäude gezeigt, das durch die Wassermassen einstürzte. Die Rettungsmaßnahmen wurden dadurch erschwert, dass einige Straßen durch das Hochwasser nicht mehr befahrbar waren.

Es werde erwartet, dass das Hochwasser bis Ende der Woche auch die Stadt Chongqing im Südwesten des Landes trifft, berichtete Xinhua. Aus Sicherheitsgründen wurde der Jiuzhaigou-Nationalpark in der Provinz Sichuan geschlossen, der zum Unesco-Weltkulturerbe gehört.
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Auch in Chongqing mussten bereits Menschen evakuiert werden - das Wasser könnte noch steigen
Überschwemmungen auch in Vietnam

Auch Chinas Nachbarland Vietnam kämpft mit schweren Regenfällen und Überflutungen. Mindestens sechs Menschen seien in den vergangenen zwei Tagen in Bergregionen des Nordens ums Leben gekommen, teilte der Katastrophenschutz des südostasiatischen Landes mit. Todesfälle habe es unter anderem in den Provinzen Vinh Phúc und Lào Cai gegeben.

Auch seien 330 Häuser und Hunderte Hektar Reisfelder zerstört worden. In den kommenden Tagen werde zudem der Tropensturm Higos voraussichtlich über das nördliche Vietnam hinwegziehen und noch mehr Schaden anrichten, warnten die Behörden.

kko/AFP