
Laut der Zeitung war es im Sommer 1965, als Romney an der vornehmen Cranbrook School in Michigan Schulkamerad John Lauber ins Auge fiel, der ihm einfach zu lange Haare trug, die obendrein auch blondiert waren. "Er kann so nicht aussehen", sagte Romney damals. "Das ist falsch. Schaut ihn nur an." Wenige Tage später griff Romney den Schüler nach Angabe der Zeitung mit Hilfe eines Kameraden an und warf ihn zu Boden. Als Lauber mit den Tränen rang und um Hilfe schrie, schnitt Romney ihm mit einer Schere mehrere Bündel Haare ab. Die Washington Post beruft sich bei dieser Schilderung auf die Aussagen mehrerer ehemaliger Mitschüler.
US-Amerikaner beim Thema Homosexualität gespalten
Der voraussichtliche republikanische Spitzenkandidat reagierte zurückhaltend auf den Bericht. Er könne sich an den Vorfall zwar nicht erinnern, sagte er dem Hörfunksender Fox News Radio. "Aber ich habe an vielen Streichen an der High School teilgenommen und manche sind zu weit gegangen, und dafür entschuldige ich mich."
Zum Zeitpunkt von Romneys Angriff hatte sich sein Opfer noch nicht als schwul geoutet. Romney sagte, er habe damals auch nicht gedacht, dass dieser Mitschüler schwul sein könnte.
Die US-amerikanische Gesellschaft ist beim Thema Homosexualität tief gespalten. Es spielt derzeit eine große Rolle im US-Wahlkampf. Nachdem sich Obama am Mittwoch - nach langem Zögern - ohne Wenn und Aber für die Schwulen-Ehe eingesetzt hatte, dürfte die Geschichte aus Romneys Schulzeit die Debatte weiter vorantreiben. Romney lehnt die Gleichstellung homosexueller Paare mit der klassischen Ehe strikt ab.
n-tv.de, ieh/dpa/rts



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