

Eine Röntgenstrahlen-Nova ist in der Regel eine kurzlebige Röntgenquelle, die plötzlich erscheint, ihren Höhepunkt erreicht und dann auch wieder über einen Zeitraum von mehren Monaten abfällt. Zu dem Ausbruch kommt es, wenn ein eine regelrecht Sturmflut von sich angestautem Gas plötzlich in Richtung eines der kompaktesten bekannten Objekte schießt. Entweder handelt es sich hierbei um einen Neutronenstern oder um ein Schwarzes Loch.

Auch folgende erdgestützte Beobachtungen registrierten Infrarot und Radiostrahlung aus der Quelle, zugleich jedoch auch die Signaturen dichter Wolken aus kosmischem Staub, der Astronomen daran hindert, das Ereignis "Swift J1745-26" auch im sichtbaren Licht zu sehen.
Die Nova selbst erreichte ihren Höhepunkt am 18. September 2012 mit einer Energieemission von mehr als 10.000 Elektronenvolt, was dem mehre Tausendfachen der Energie von sichtbarem Licht entspricht.
"Das Strahlungsmuster, das wir von dieser Quelle empfangen entspricht bekannten vorigen Röntgenstrahlen-Novae, die auf ein Schwarzes Loch zurückgehen", erläutert Boris Sbarufatti vom Osservatorio Astronomico di Brera im italienischen Milan, der derzeit mit Kollegen der Penn State University an der Auswertung der "Swift"-Daten arbeitet. "Wenn die Röntgenstrahlung abnimmt, hoffen wir, die Masse des Objekts bestimmen und damit eindeutig sagen zu können, ob es sich auch wirklich um ein Schwarzes Loch handelt."

Unter bestimmten Umständen, kann sich der Gasstrom innerhalb dieser Scheibe jedoch stabilisieren, wodurch der stetige Strom abreist und das Gas dann immer wieder zwischen seinen Extremzuständen - hochenergetisch heiß und ionisiert und von geringerer Energie und abgekühlt - hin und her springt. Hierbei staut sich dann das so entstehende kältere Gas in den äußeren Regionen der Scheibe, wie Wasser hinter einem Damm, während das heißere Gas eine regelrechte Wellenfront aus Gas in Richtung Zentrum schickt. Bricht dieser Damm dann nach Jahrzehnten der Ansammlung, schießt eine Gasflut in Richtung des Schwarzen Lochs und erzeugt den Ausbruch.
"Jeder dieser Ausbrüche säubert dabei sozusagen die innere Scheibe, wodurch weniger oder sogar gar keine Materie in das Schwarze Loch mehr nachfällt und das System als Röntgenquelle versiegt", erläutert der Goddard-Astronom John Canizzo. "Von nun an dauert es wieder einige Jahrzehnte, bis sich genügend Gas und Materie in der äußeren Scheibe angesammelt hat um wieder in die inneren Regionen einzubrechen und einen erneute Ausbruch zu initiieren.
Dieses Phänomen, das als "thermal-viscous limit cycle" bezeichnet wird, hilft Astronomen dabei, derart flüchtige Ausbrüche in einer Vielzahl von Systemen, angefangen von protoplanetaren Scheiben um junge Sterne, über Zwerg-Novae - in welchen das zentrale Objekt ein Weißer Zwergstern ist - bis hin zu extrem hellem Emissionen von supermassereichen Schwarzen Löchern im Zentrum von Galaxien zu verstehen.
Erläuterungsvideo zur Röntgenstrahlen-Novae
Quelle: NASA



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