Wie das Team um Loretta Norton von der University of Western Ontario aktuell im Fachjournal The Canadian Journal of Neurological Sciences (DOI: 10.1017/cjn.2016.309) berichtet, zeigten sich bei einem der vier untersuchten Patienten noch mehr als 10 Minuten lang sogenannte Delta-Wellen-Ausbrüche, also Gehirnaktivität, wie wir sie eigentlich im Tiefschlaf erleben. Zugleich unterstreichen die Mediziner den Unterschied der gemessenen Hirnaktivität zum bekannten Phänomen der sogenannten plötzlichen „Todes-Welle“, wie sie beispielsweise noch bei geköpften Ratten mehr als eine Minute nach dem Tod gemessen werden konnte.
In den anderen drei untersuchten und dokumentierten Fällen zeigten die EEG-Scans kaum Übereinstimmungen zwischen dem Zeitraum von 30 Minuten vor und 5 Minuten nach dem festgestellten Todeszeitpunkt, wenn die Sterbenden schon vor dem eigentlichen Todeszeitpunkt das Bewusstsein verlieren.

Vor dem Hintergrund, dass bislang keine biologische Erklärung für eine derart lang anhaltende Hirnaktivität nach dem Herzstillstand bekannt ist, stellen die Autoren selbst lediglich Messfehler während der Scans als mögliche Erklärung zur Diskussion - erklären zugleich aber auch, dass sie keine Hinweise auf Fehlfunktionen an den verwendeten Instrumenten finden konnten. Schlussendlich stehe man vor einem Rätsel.
Erneut stellt sich angesichts der nun publizierten Ergebnisse, die Frage danach, ab wann wir wirklich tot sind, nachdem wir offiziell für tot erklärt wurden? Erst im vergangenen Jahr entdeckten US-Wissenschaftler, dass bestimmte Gene nicht nur den Todeszeitpunkt viele Stunden aktiv überdauern, sondern sogar erst Tage später erneut aktiv werden (...GreWi berichtete).




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