Ein Augenaufschlag nur und ein kurzer Lichtstreifen am Himmel. Das ist alles, was von einem Meteoriten bleibt, wenn er - wie letzte Nacht - von Glückspilzen beobachtet vom Himmel fällt.
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Symbolbild
Südtirol Online: In der Nacht auf Mittwoch nach 23 Uhr hat ein Meteorit über Norditalien für Aufsehen gesorgt. Haben Sie ihn auch gesehen?

Luca Ciprari, Astronom an der Sternwarte Gummer: Nein leider nicht. Man hat ihn gut über dem Veneto und der Emilia-Romagna gesehen. Ich kann nicht mit Sicherheit sagen, ob man ihn aufgrund der Gewitter in Südtirol sehen konnte.

STOL: Was kann man denn über diesen Meteoriten sagen?

Ciprari: Wenn einer so hell leuchtet, kann man von einer Größe von ca. einem Meter ausgehen. Man kann noch nicht sagen, um welchen Typ es sich handelt. Das werden die Kalkulationen ergeben. Ebenso, wie weit er weg ist. Dazu braucht es drei verschiedene Beobachter bzw. Stationen - auch um dreidimensional den Weg nachzeichnen zu können. Angefangen vom Moment des Aufglühens, den Schweif bis zum Verlöschen.

STOL: Wie lange hat der ganze Spuk gedauert?

Ciprari: Kaum Sekunden. Wenn der Schweif schön zu sehen ist, dann glaubt unser Gehirn, dass es 3 bis 4 Sekunden lang gedauert hat. Unser Auge registriert zuerst, dass da etwas Eigenartiges passiert. Die Reaktion braucht ihre Zeit. Wir nehmen das in einer Art Slowmotion wahr.


STOL: Also unmöglich, so einen Moment zu fotografieren...

Ciprari: Das wäre schon sehr großes Glück. Wenn ein Fotograf die Kamera eine halbe Stunde auf den Himmel gerichtet hat, könnte der Meteorit im Zeitraffer zu sehen sein. Doch diese Phänomene kommen spontan auf, Meteoriten kündigen sich nicht vorher an.

STOL: Dass ein Meteorit eine Gefahr darstellt ...

Ciprari: ... ist unwahrscheinlich. Ich sage den Besuchern des Planetariums immer, es ist wahrscheinlicher zweimal im SuperEnalotto zu gewinnen.

Interview: Petra Kerschbaumer