Immer häufiger kommt es zum Massensterben von Wildtieren, zumeist aus unerfindlichen Gründen. Oft wird zwar das unmittelbare Problem erkannt, doch was dieses Problem verursacht hat, bleibt im Dunkeln.
Indian River Lagune

Indian River Lagune
Dann wird von »diffuser Umweltverschmutzung« (»non-point pollution«) geredet, der Begriff besagt, dass es mehr als einen Verschmutzer gibt. Zwar werden in den Medien einige der üblichen Verdächtigen benannt, aber Journalisten, Regierungs- oder Justizbehörden sprechen nur beiläufig darüber, ernsthafte Ermittlungen unterbleiben.

Unternehmensvertreter beeinflussen Medien und Regierung dazu, die Lage zu ignorieren oder bestenfalls pro forma zu ermitteln, an der Oberfläche zu kratzen und dann ohne ernsthaftes Einschreiten wieder abzuziehen. So oder so, niemand wird zur Verantwortung gezogen, Konsequenzen für die Umwelt gibt es nicht.

Die BP-Katastrophe im Golf von Mexiko - eines der schlimmsten menschengemachten Umweltdesaster in der Geschichte der USA - war ein Paradebeispiel für die Macht der Industrie über Medien und Regierung.

Die neueste Krise in der Indian Creek Lagoon an der zentralen Ostküste Floridas ist ein furchtbares ökologisches Desaster. Viele halten sie für ein unerklärliches natürliches Phänomen, andere hingegen für einen Fall diffuser Umweltverschmutzung. [1]

Aber irgendetwas ist faul an den Umständen, die sie herbeigeführt haben.

Das Todesfeld Indian Creek

Die Indian River Lagoon erstreckt sich rund 250 Kilometer entlang der Ostküste Floridas, sie war ein geschützter Raum der Artenvielfalt in Nordamerika, mit 600 Arten von Fischen und Meeressäugern und 300 Vogelarten. Sie alle sind jetzt in Gefahr.

Irgendwann starben täglich Delfine und pro Woche eine Seekuh. Bis zum 20. Juni 2013 waren es mehr als 300 Pelikane, 46 Delfine und 111 Seekühe. Schlimmer ist die Zerstörung ihres natürlichen Nahrungshabitats, 190 km2 Seegrasfläche am Boden der flachen Lagune. [2]

Ein erheblicher Teil dieses Problems sind Algenblüten. Einige, wie die rote Flut oder rote Tide, sind von Natur aus toxisch. Andere, wie braune Algenblüten, sind zwar nicht toxisch, zerstören aber den Seegrasboden, den die Wasserlebewesen zum Leben brauchen. [3] Ein Wissenschaftler verglich den Verlust von 190 km2 Seegrasboden mit dem Verlust eines Regenwaldes.

Als Hauptverdächtige der diffusen Umweltverschmutzung gelten Rückstände von Phosphatdünger und Stickstoff, die in die Lagune oder in die verbindenden Wasserwege gelangen.

Zentralflorida ist Sitz einer großen Phosphatabbau- und Düngemittelindustrie. Dort entdeckte die Umweltschutzbehörde EPA - als sie noch echte Untersuchungen vornahm - , dass Emissionen von Fluorgasen aus Phosphatdüngerfabriken die Ursache von Missernten, dem Tod von Nutztieren und Krankheiten bei Menschen im Umkreis von Düngemittelfabriken waren.

Also machte die EPA - damals, als sie noch Biss hatte - diesen Betrieben die Auflage, Rieseltürme zum Ausscheiden giftiger Fluorgase zu errichten. Aber wie konnte man diese ausgefällten Toxine billig loswerden? Warum verkaufte man das Zeug nicht einfach an das örtliche Wasserwerk, das damit das Trinkwasser fluorieren konnte?

Auf diese Weise wurde der Verkauf von Natriumfluorid-Abfällen an städtische Wasserwerke zu einem riesigen, problemlosen und zudem staatlich verfügten Markt. In welchem Ausmaß diese Industrie zu plötzlichen Algenblüten beiträgt, die direkt und/oder indirekt das Meeresleben auslöschen, lässt sich nicht leicht bestimmen.

Bei der Organisation EarthJustice.org, deren Logo den Slogan trägt: »Weil die Erde einen guten Anwalt braucht«, lautet es so: »Einflussreiche Interessen, die von der kostenlosen Entsorgung von Umweltgiften in öffentliche Gewässer profitieren, bekämpfen neue Standards und finden dabei Verbündete im Kongress und in Tallahassee (der Hauptstadt von Florida).« [4]

Seit Gouverneur Rick Scott 2009 sein Amt antrat, hat er die EPA personell ausgedünnt, dem Vernehmen nach erfahrene Mitarbeiter durch Leute aus der umweltverschmutzenden Industrie ersetzt. Außerdem hat er den Gewässerschutz dem Umweltschutzministerium von Florida übertragen, das weniger streng ist als die EPA.

Das Sahnehäubchen auf dem toxischen Dessert der Umweltverschmutzer war Gouverneur Scotts Veto gegen eine Gesetzesvorlage auf Bundesebene, wonach das Harbor Branch Oceanographic Institute von Florida zwei Millionen Dollar für die Untersuchung des mysteriösen Massensterbens im Indian River und die Ermittlung der Ursache erhalten hätte. [5]

Man fragt sich, über wie viel Einfluss die Phosphatdüngerindustrie in Tallahassee eigentlich verfügt. Wenn es um Umweltschutz geht, fallen »Baum-Umarmer« der Macht von Unternehmen und Politik zum Opfer.

Quellen für diesen Beitrag waren u.a.:

[1] DailyMail.co.uk

[2] TampaBay.com

[3] VDH.virginia.gov

[4] EarthJustice.org

[5] HuffingtonPost.com

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