In den USA verbietet ein geheimer Vertrag Kindern den Mund. Eine Familie hatte mehreren Energieunternehmen vorgeworfen, ihre Gesundheit durch Chemikalien zu schädigen. Die Unternehmen zahlten der Familie eine Entschädigung von 750.000 Dollar und verlangte im Gegenzug lebenslange Verschwiegenheit.
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Die zur Gasförderung genutzte Methode Fracking ist umstritten. In Pennsylvania klagte eine Familie über Schmerzen durch die eingesetzten Chemikalien.
Ein von der Justiz abgesegneter und nun an die Öffentlichkeit gelangter Geheimvertrag in den USA zwischen einem Ehepaar und drei Energieunternehmen sorgt wegen einer Verschwiegenheitsklausel für minderjährige Kinder für Aufsehen. Die Zeitung Pittsburgh Post Gazette veröffentlichte das Abkommen aus dem Jahr 2011, das dem Paar 750.000 Dollar (knapp 565. 000 Euro) zusprach.

Im Gegenzug verlangte es Verschwiegenheit über die Gasförderung mittels der umstrittenen Fracking-Methode der Firmen. Dagegen, dass dies auch für ihre sieben und zehn Jahre alten Kinder gelten soll, wehren sich die Eltern nun.

Das in Deutschland umstrittene und umkämpfte Fracking drückt in den USA die Energiepreise und macht Farmer zu Millionären. Umweltargumente haben dort kaum eine Chance. Jetzt informierte sich auch Akademie-Präsident Bodo Hombach über den „amerikanischen Pragmatismus“.

Chris und Stephanie Hallowich waren dem Bericht zufolge gegen die Unternehmen Range Resources, Williams Gas/Laurel Mountain Midstream und MarkWest Energy im Bundesstaat Pennsylvania vorgegangen. Sie warfen ihnen vor, dass zur Gewinnung von Schiefergas in der Nähe ihres Bauernhofs eingesetzte Chemikalien ihre Gesundheit schädigten. Unter anderem klagten Eltern und Kinder über Schmerzen an Augen, Ohren und im Rachenraum.

Die Eltern gaben nun an, ihnen sei bei der Unterzeichnung des Vertrags bewusst gewesen, dass sie sich zu lebenslanger Verschwiegenheit verpflichteten. Dass dies aber auch die Kinder betreffe, sei ihnen nicht klar gewesen. "Das können wir gar nicht kontrollieren", wurde die Mutter zitiert. Der derzeitige Anwalt der Familie, Peter Villari, gab an, ein solcher Vertrag sei ihm in seiner 30-jährigen Laufbahn noch nicht begegnet.

AFP