© Gregg Bender | The Journal Gazette
Die totalitäre Anti-Raucher-Armee bei der Arbeit...
Heute wurde eine Diskussion über "schwarze Raucherlungen"' in den Kommentaren [meines Blogs] gestartet. Es ist ein weitverbreiteter Glaube, dass Lungen von Rauchern mit der Zeit schwarz werden. Rose hat darauf hingewiesen, dass das alles vor vier Jahrhunderten mit James I begonnen hat. Dazu hat sie einige Widerlegungen ausfindig gemacht:
"Dr. Duane Carr - Professor für Chirurgie bei der University of Tennessee College of Medicine - behauptet Folgendes: "Rauchen führt nicht zur Verfärbung der Lungen.''

Dr. Victor Buhler, Pathologe im St. Joseph Krankenhaus in Kansas: "Ich habe Tausende von Lungen untersucht, sowohl mit bloßem Auge als auch unter dem Mikroskop, und ich kann durch eine Untersuchung nicht feststellen, ob ein Mensch Raucher war oder nicht."

Dr. Sheldon Sommers, Pathologe und Laborleiter im Lenox Hill Krankenhaus in New York: "... es ist nicht möglich, weder mit bloßem Auge noch unter dem Mikroskop, noch mit jeder anderen mir bekannten Methode, die Lungen eines Rauchers und die eines Nichtrauchers auseinander zu halten. Das Schwärzen von Lungen wird durch Kohlepartikel verursacht und das Tabakrauchen leitet keine Kohlepartikel in die Lungen ein."
Und Brigitte hat sogar ein Video auf Youtube gefunden:
Auch in diesem Video (auf Deutsch) behauptet ein forensischer Mediziner, dass diese "Teerlungen" nicht existieren.
Rich White in seinem Buch Smoke Screens berichtet dasselbe:
"Das wurde durch Dr. Jan Zeldenrust, einem holländischen Pathologen, der zwischen 1951 und 1984 für die holländische Regierung arbeitete, bestätigt. In einem Fernseh-Interview in den Achtzigern sagte er, übersetzt aus dem Holländischen: "Nie konnte ich bei einem Lungenpaar feststellen, ob sie einem Raucher oder einem Nichtraucher gehört hatte. Was ich deutlich sehen kann ist der Unterschied zwischen kranken und gesunden Lungen. Die einzigen schwarzen Lungen, die ich gesehen habe, waren die von Torf- und Bergarbeitern, aber niemals von Rauchern."
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Nichtsdestotrotz sind die schwarzen Lungen heutzutage überall auf Zigarettenschachteln zu sehen.

Die Erkrankung der schwarzen Lungen (bzw. Pneumoconiosis) existiert aber tatsächlich. Bergarbeiter erkranken daran.

Woher also stammt die Idee der schwarzen Raucherlungen?

Ein Teil der Antwort kann in einem Photo-Essay auf Medicinenet gefunden werden:
Dieser Photo-Essay konzentriert sich auf Raucherlungen. Der Begriff "Raucherlunge" bezieht sich auf die strukturellen und funktionellen Abnormalitäten (Erkrankungen) in den Lungen, die durch Zigarettenrauchen verursacht werden. Zuerst werden die normale Struktur und Funktion der Lungen beschrieben und illustriert. Dann werden die strukturellen und funktionellen durch das Rauchen verursachten Anomalien erläutert und veranschaulicht.
Ein Stückchen weiter wird der Effekt von Emphysemen auf die Lungen beschrieben.
Dadurch unterbrechen Emphyseme auch die normale Blutzufuhr. Bild 4 stellt die übel aussehende Emphysemlunge eines Rauchers einer gesunden Lunge gegenüber.
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Bild 4: Raucher- und Nichtraucherlungen
Es sind also Emphyseme, die die Emphysemlungen eines Rauchers so übel aussehen lässt.

Es geht weiter:
Wie Sie sich vorstellen können, enthält Zigarettenrauch viele Verunreinigungen, die in großer Menge direkt in die Lungen eingeatmet werden. Aus diesem Grund enthalten die alveolären Zwischenräume des Rauchers zahlreiche Fresszellen (Makrophagen), die mit verschlungenen (phagozytierten) Partikeln der Verunreinigungen und Ablagerungen befüllt sind; wie in Bild 5 dargestellt.

Unter dem hochauflösenden Mikroskop kann man tatsächlich die schrwazen und die braunen verschlungenen Partikel in den alveolären Fresszellen erkennen. In der Tat kann eine Raucherlunge so viel von diesem partikelförmigen Material haben, dass die Lungen für das bloße Auge grau-schwarz aussehen. Man braucht also meistens auch kein Mikroskop um festzustellen, ob es sich um einen starken Raucher handelte oder nicht. Die Untersuchung einer Raucherlunge mit bloßem Auge wird eine vergrößerte grau-schwarze Lunge mit vergrößerten Lufträumen aufzeigen (die Emphyseme, die wir im Bild 4 sehen sind auch im Bild 8 zu erkennen).
Ich bin mir nicht sicher, warum Menschen gebeten werden 'sich vorzustellen', was sich alles im Tabakrauch befindet. Doch da man die Emphysemlungen einfach in die 'Raucherlungen' umbenannt hat, ist es vielleicht notwendig zu erklären, warum sie grau-schwarz wurden. Und hier handelt es sich um eben diesen imaginären Stoff im Tabakrauch, der hervorgezaubert wurde, um das zu erklären.

Die Lüge basiert erst einmal auf der Behauptung, dass Rauchen Emphysema auslöst (das kann so sein oder auch nicht) und zweitens, dass durch die Emphyseme die Lungen grau-schwarz werden (was sie wahrscheinlich auch tun). Und schließlich wird der Mittelbegriff "Emphyseme" fallen gelassen und es wird dann behauptet, das Rauchen sei für die grau-schwarzen Verfärbung der Lungen verantwortlich. Oder Emphysemlungen werden einfach "Raucherlungen" genannt.

Eine ähnliche Fehlzuschreibung lässt sich auch anderenorts finden. Menschen, die Delhi besuchen, laufen Gefahr durch die Aufnahme von Bakterien eine Nahrungsmittelvergiftung zu bekommen. Die Nahrungsmittelvergiftung kann Erbrechen etc. auslösen. Doch wenn die Verbindung zu den "Bakterien" ausgelassen und die Erkrankung einfach als "Delhi-Bauch" bezeichnet wird (was oft passiert) kann das Menschen zu dem Glauben verleiten, dass die Wurzel des Problems der Besuch von Dheli (und indischen Restaurants) ist - obwohl in Wirklichkeit nur die wenigsten Besucher Delhis und indischer Restaurants an solchen Krankheitssysmptomen leiden; und es gibt abgesehen von Delhi viele andere Orte auf der Welt, wo man an "Delhi-Bauch" erkranken kann.

Das ist eine völlige Verleugnung und schändliche Fehlzuschreibung der Erkrankung. Es hängt die Krankheit an eine bestimmte soziale Gruppe: Die Raucher. Und es macht daraus ausschließlich ihre Krankheit, die niemand anderen treffen kann - obwohl nicht jeder, der an Emphysemen erkrankt, ein Raucher ist und nicht alle Raucher an einem Emphysem erkranken. Auf jeden Fall können wir nun wenigstens sehen, warum Pathologen keine grau-schwarzen Raucher-Lungen finden: weil sie keine Emphyseme hatten.

Aber dies scheint nicht die einzige Art und Weise zu sein, wie die Lüge über die schwarzen Lungen verbreitet wird. Es gibt auch die Schweinelungen, die in Demonstrationen verwendet wurden. Dazu habe ich sogar einen Werbespot gefunden:
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Der begleitende Text erklärt uns auf hilfreiche Weise:
Die aufblasbaren Schweinelungen wurden realistisch verfärbt und dann auf besondere Weise konserviert: durch den geruchslosen, nicht toxischen BioFlex-Prozess, der die Textur und die Elastizität der frischen Lungen beibehält. Die Lungen demonstrieren auf dramatische und unvergessliche Weise die Effekte des andauernden Rauchens. Ein tastbarer, simulierter, interner Tumor und ein physisch simulierter externer Tumor ermuntern die Studenten dazu, die Textur der Lungen zu fühlen und sich daran zu erinnern, dass das Rauchen eine bekannte Ursache für Lungenkrebs ist.
Also erstens sind das Schweinelungen. Und zweitens wurden sie konserviert und realistisch verfärbt. Außerdem wurden simulierte interne und externe Tumore hinzugefügt. Und das alles zur Demonstration der Effekte des andauernden Rauchens! Das ist unfassbar.

Den Studenten wurde zweifellos nichts davon erzählt und sie wurden irregeführt zu glauben, dass sie echte menschliche 'Raucherlungen' betrachten.

Es gibt sogar Diskussionen zur Wirksamkeit solcher Bilder:
Marketing Forscher an der Universität von Arkansas, der Villanova Universität und der Marquette Universität haben mehr als 500 amerikanische und kanadische Raucher untersucht und haben herausgefunden, dass die hochanschaulichen Bilder der negativen Konsequenzen des Rauchens die größte Auswirkung auf die Absicht der Raucher haben das Rauchen aufzugeben. Die plastischsten Bilder, wie z.B. solche die schwerwiegende Erkrankungen im Mundraum zeigen, einschließlich entstelltem, geschwärztem und kanzerösem Gewebe, riefen Furcht über die Konsequenzen des Rauchens hervor und beeinflussten daher die Absichten der Konsumenten, mit dem Rauchen aufzuhören.

"Diese Ergebnisse legen nahe, dass sich die extrem bildkräftigen Darstellungen der negativen gesundheitlichen Konsequenzen des Rauchens mit einer anscheinend geringen Kehrseite in Bezug auf die Intention auswirken mit dem Rauchen aufzuhören", behauptet Scot Burton, Mitautor der Studie und Professor für Marketing am Sam M. Walton College of Business.
In Wirklichkeit kann die Nutzung von solchen anschaulichen Bildern durchaus eine Kehrseite haben, wenn diese Bilder auf betrügerische Art und Weise erhalten wurden (eine Überlegung, die anscheinend keinem der Martketingforscher in den Sinn gekommen ist). Und wir haben gerade zwei Methoden festgestellt, mit denen sie betrügerisch erhalten wurden.

Und die Kehrseite der Medaille ist, dass wenn bewiesen ist, dass die Bilder ein Betrug sind, dann werden die Menschen, die sie veröffentlichen, wegen Betrugs, Verdrehung der Logik und der Fälschung von Beweisen beschuldigt. Und wenn das geschieht, dann werden die Menschen nicht nur aufhören den betrügerischen Beweisen zu glauben, die sie fabriziert haben, sondern auch allen anderen von ihnen aufgestellten Behauptungen. Sie werden all ihre Glaubwürdigkeit verlieren. Niemand wird ihnen mehr ein einziges Wort glauben, das sie sagen.

Meines Erachtens ist das eine ziemlich große Kehrseite - eine Kehrseite, die ihnen noch nicht einmal aufgefallen zu sein scheint.

Es scheint den Massenmedien, die helfen diese Lügen zu verbreiten, nicht aufgefallen zu sein, dass Menschen auch ihnen aufhören werden zu glauben.

Noch scheint es der Ärzteschaft, die zulässt, dass diese Lügen unangefochten verbreitet werden, in den Sinn gekommen zu sein, dass die Menschen auch ihnen immer weniger glauben werden.

Es gibt hier furchtbar viele Kehrseiten, die darauf warten offengelegt zu werden.

Update: Das Lügen ist absichtlich. Aus dem Delaware News Journal:
Pankiw beschreibte das Kernstück seiner Antiraucherdarstellung als die erkrankte Lunge eines 150 Pfund schweren Mannes, der 15 Jahre lang geraucht hatte. In Wirklichkeit handelte es sich um eine Schweinelunge, die absichtlich mit verschiedenen Kanzerogenen versetzt wurde. Doch sagte Pankiw später, dass seine Lektion durch die Nicht-Weitergabe dieses Leckerbissens der Wahrheit nur lehrreicher wurde.
Und außerdem werden Raucherlungen regelmäßig für Lungentransplantationen benutzt:
Im Vereinigten Königreich liefern Spender mit Rauchervergangenheit fast 40% aller der für Transplantationen verfügbaren Lungen (laut der Studie des führenden Autoren Professor Robert Bonser vom Queen Elizabeth Krankenhaus in Birmingham und von der Universität von Birmingham). In einer Presseerklärung berichtet er: "Unsere Daten zeigen, dass Patienten, die im Vereinigten Königreich auf eine Lungentransplantation warten, eine höhere Lebenserwartung haben, wenn sie bereit sind Lungen von allen verfügbaren Spendern zu akzeptieren, unabhängig von deren Raucher-Vergangenheit..."