Jimmy Savile
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Moderator Jimmy Savile hat während seiner Karriere Hunderte Kinder missbraucht
Erst nach dem Tod von BBC-Entertainer Jimmy Savile kamen dessen Taten ans Licht: Er hatte hunderte Kinder missbraucht. Seine Opfer wurden jahrzehntelang alleingelassen - niemand glaubte ihnen, stattdessen wurden sie ausgelacht. Savile war unantastbar.

Ein halbes Jahrhundert lang konnte die britische Moderatorenlegende Jimmy Savile seine pädophilen Neigungen ausleben, ohne dafür belangt zu werden. Erst nach seinem Tod im Jahr 2011 kam an die Öffentlichkeit, dass der BBC-Entertainer hunderte Kinder sexuell missbraucht haben soll. Eine Studie der Kinderschutz-Organisation NSPCC, für die 26 der Opfer Saviles befragt wurden, kam nun zu einem erschreckenden Ergebnis: Niemand glaubte den Missbrauchsopfern, sie wurden ausgelacht und in einigen Fällen wurde ihnen sogar gesagt, sie sollen sich über die Aufmerksamkeit freuen.

Wie der britische Guardian berichtete, waren die meisten der 26 Befragten noch Kinder, als sie von Savile missbraucht wurden. Einige von ihnen lagen zu der Zeit in einem der Krankenhäuser, die der beliebte „Top of the Pops“-Moderator regelmäßig besuchte. Später kam heraus, dass er dort unter anderem einen im Sterben liegenden Jungen missbraucht haben soll. Diejenigen Kinder, die sich dem Krankenhauspersonal anvertrauten, seien nicht Ernst genommen worden. Ein Opfer habe sich damals sogar an die Polizei gewandt, doch es sei nichts weiter geschehen.

Der „Menschfreund“ Savile war unangreifbar

„Einige redeten sich damals ein, ein Erwachsener müsse besser wissen, was richtig ist - vor allem ein Prominenter wie Jimmy Savile“, heißt es in dem Report. „In einigen Fällen wusste die Opfer selbst nicht, ob sie sich jetzt dankbar fühlen müssten, dass sie „auserwählt“ wurden.“ Savile habe sich damals auf dem Höhepunkt seiner Berühmtheit befunden und war als „Menschenfreund“ bekannt, der regelmäßig auf Benefizveranstaltungen Geld für Bedürftige sammelte. Bei seinen missachteten Opfern habe das zu Minderwertigkeitskomplexen und Hoffnungslosigkeit geführt.

Wie der Guardian aus dem Bericht zitiert, hatten sich alle 26 von der NSPCC Befragten erst nach dem Bekanntwerden ähnlicher Fälle im Jahr 2010 entschlossen, ihr Schweigen zu brechen - Jahrzehnte nach dem sexuellen Missbrauch. Viele hätten aber selbst jetzt noch nicht mit Familien und Freunden darüber gesprochen. Das gesamte Ausmaß von Saviles Taten wurde erst Ende 2012 aufgedeckt. Da konnte der bereits verstorbene BBC-Moderator nicht mehr belangt werden. „Erst jetzt wissen wir, wie schrecklich seine Verbrechen waren“, so der NSPCC-Direktor.

Viele von Saviles Opfern litten ihr gesamtes Leben unter dem Missbrauch. Ergebnissen des Reports zufolge reichten die Folgen von psychischen Problemen über Drogenmissbrauch bis hin zu Selbstmordgedanken. Sahen die Opfer Savile im Fernsehen, hätte das oft den verschwiegenen Missbrauch wieder in Erinnerung gerufen und für bei ihnen Übelkeit hervorgerufen. Viele konnten sich den Angaben nach auch Jahre später noch an Saviles Geruch erinnern.

dn