© Maja Dumat, flickr.com , CC BY 2.0
Bienen bei der Arbeit
Pünktlich zum Internationalen Tag des Artenschutzes haben die sächsichen Grünen ein Bienenschutzprogramm veröffentlicht. Denn um die Insekten steht es schlecht. Grund ist die monokulturelle Landwirtschaft und der Einsatz von giftigen Pestiziden.

Insgesamt 80 Prozent der Pflanzen sind auf eine Bestäubung durch Bienen angewiesen, so Volkmar Zschocke von Bündnis 90/Die Grünen. Aus diesem Grund sei der Bienenschutz auch für den Schutz künftiger Ernte wichtig. Denn längst stehen verschiedene Wildbienenarten auf der roten Liste der bedrohten Tier- und Pflanzenarten in Sachsen.

Pestizide sind das Hauptproblem

Besonders problematisch sieht Zschocke dabei den Einsatz von Pestiziden, die teilweise tödliche Wirkung auf Bienen haben können. Aber auch die vielen Monokulturen in der industriellen Landwirtschaft würden ihren Teil zu dem Problem beitragen. Um das zu ändern, haben die Grünen nun ein Bienenschutzprogramm für Sachsen vorgelegt. Darin sind klare Forderungen nach schärferen Kontrollen von Pflanzenschutzmitteln formuliert. Nach Willen der Grünen sollen zukünftig nur Produkte verwendet werden, deren Unbedenklichkeit tatsächlich auch nachgewiesen ist. "Wir brauchen Landwirtschaftsräume, die strukturreicher sind", fordert Zschocke und damit auch mehr Grünstreifen.


Kommentar: Das ist eine ehrenswerte Haltung, aber von 'oben' kommt etwas anderes daher: Genmais 1507 wird von EU zugelassen. Dieser Mais produziert sein eigenes "Pflanzenschutzmittel" (sprich: Pestizid, Gift).


Befürworter grüner Gentechnik in der Landesregierung

Ein weiteres Problem ist die Zulassung des Genmais 1507, über die erst Anfang Februar auf EU-Ebene abgestimmt worden ist. Während sich Deutschland seiner Stimme enthalten hat, sprach sich Sachsens Agrarminister Frank Kupfer ausdrücklich für den Anbau von Genmais aus. Zschocke sieht das skeptisch: "Insgesamt haben wir in Sachsen eine Politik, die die industrielle Landwirtschaft fördert." Mit dem Bienenschutzprogramm hofft er, die Diskussion um das Bienensterben wieder mehr in das Bewusstsein der Menschen zu bringen.