Teil 2: Der Begleiter der Sonne und der dazugehörige Kometenschwarm

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Kapitel 16: 'Anomalien' in der Radiokarbon-Datierung

Lasst uns einen Blick darauf werfen, wie die Radiokarbon-Datierung funktioniert. Kohlenstoff-12 (12C) ist 'normaler' Kohlenstoff (6 Neutronen und 6 Protonen). Wenn man 2 Neutronen dazu addiert, wird es zu Kohlenstoff-14 (14C). Die Umwandlung von Kohlenstoff-12 in Kohlenstoff-14 wird durch kosmische Strahlung verursacht. Genauer ausgedrückt, wenn (durch Sterne erzeugte) kosmische Strahlung auf die Erdatmosphäre trifft, entstehen in der Atmosphäre jede Sekunde 2,4 Atomen Kohlenstoff-14 pro cm2. Das bedeutet, dass es im Durchschnitt für jedes Atom aus Kohlensstoff-14 1012 Atome aus Kohlenstoff-12 gibt.111


Abbildung 44: Darstellung eines Kohlenstoff-14 Atoms, bestehend aus 6 Protonen (blau), 8 Neutronen (rot) und 6 Elektronen.
Kohlenstoff (12C und 14C) verbinden sich mit Sauerstoff um CO2 zu bilden, was anschließend durch Pflanzen und Tiere aufgenommen wird. Wenn nun diese lebenden Organismen sterben, enthalten sie ein Atom Kohlenstoff-14 in 1012 Atomen von Kohlenstoff-12. Kohlenstoff-14 hat jedoch eine einzigartigen Eigenschaft: es zerfällt. Alle 5.568 Jahre halbiert sich die Menge an Kohlenstoff-14 und wird in Stickstoff-14 umgewandelt. Wenn nun ein Fossil entdeckt wird, messen Wissenschaftler das Verhältnis zwischen Kohlenstoff-14 und Kohlenstoff-12; je größer das Verhältnis, desto mehr Kohlenstoff-14 ist zerfallen und daraus folgernd, desto älter muss die Probe sein.

Diese geradlinige Methode ist verständlicherweise sehr verführerisch. Man beachte jedoch, dass dieser ganze Prozess auf einer fundamentalen Annahme basiert: das Verhältnis von Kohlenstoff-12 zu Kohlenstoff-14 ist konstant. Das Problem ist, wenn man andere Datierungsmethoden damit vergleicht (Elektroluminiszenz, Dendrochronologie, Archäologie, Geologie, Eiskernbohrungen), ergeben sich in der Radiokarbon Datierung immer wieder 'Anomalien'. Tatsächlich weist das Radiokarbonverfahren Proben häufig ein Alter zu, welche tatsächlich sehr viel jünger sind.

Diese 'Anomalien' treten deshalb auf, weil das 12C/14C Verhältnis in Wirklichkeit nicht konstant ist. Dieser Variabilität liegen mehrere Faktoren zugrunde. Die ersten zwei Faktoren hängen mit menschlichen Aktivitäten zusammen.
Ein Hinweis auf die mögliche Quelle künstlich erhöhten 14C Gehalts in Überresten aus dem Pleistozän könnte in dem gut dokumentierten 'Atombombeneffekt' gefunden werden. In der Mitte der 1960er Jahre haben thermonukleare Tests die Menge an 14C in der Atmosphäre nahezu verdoppelt und - viel wichtiger - die Aktivität von 14C im Material unter der Erde ebenfalls fast verdoppelt. (Taylor, 1987)
Mit anderen Worten haben thermonukleare Explosionen den 14C Gehalt künstlich erhöht, was Materialien in der Radiokarbon Datierung jünger erscheinen lässt als sie tatsächlich sind.112

© Isao Hashimoto
Abbildung 45: Zwischen 1945 und 1998 fanden 2.054 nukleare Explosionen statt. Die Anzahl der Explosionen pro Land ist am oberen Rand der Grafik dargestellt.
Der zweite Faktor der menschlichen Aktivität ist, dass das Verbrennen von fossilen Treibstoffen Kohlenstoff-12 (frei von jedem 14C) freisetzt113 und somit das 12C/14C Verhältnis verfälscht.

Der dritte Faktor ist unabhängig von menschlichen Aktivitäten. Dieser Faktor wurde von Lawrence Berkeley, Richard Firestone und William Topping identifiziert. In prähistorischen Proben entdeckten sie abnormal niedrige Pu-235 Werte in Kombination mit abnormal hohen Werten an Pu-239. Pu-239 ist angereichertes Plutonium. Diese Anreicherung kann nur durch massive Neutronen-Bombardements enstehen, da Pu-239 durch Pu-235 mit zusätzlich vier Neutronen ensteht. Da das Ereignis, das zu diesem Faktor führt, vor Millionen von Jahren geschehen ist, noch vor der Entstehung von Zivilisationen, können solche massiven Neutronen-Bombardements nur durch natürliche Ereignisse wie Supernovas, Kometen-Bombardements oder Kometen Explosionen in - oder nahe der - Erdatmosphäre erklärt werden. Alle drei kosmischen Ereignisse produzieren enorme Neutronen-Bombardements, die die Radiokarbon Datierungsmethode verfälscht, wodurch Artefakte jünger datiert werden als sie wirklich sind. 114

Ironischer Weise ist also die Ursache der zyklischen Massensterben vielleicht auch der Grund, warum ihre Datierung daneben liegt. Kometen-Ereignisse verursachen Massensterben, während sie gleichzeitig die Uhr der getöteten versteinerten Organismen ‘zurücksetzt’. Wie in einem guten Mord-Krimi manipuliert der Mörder die Beweise in einer Weise, das der Detektiv über den ‘Zeitpunkt des Verbrechens' getäuscht wird.

Abbildung 46 verdeutlicht die Kluft zwischen den tatsächlichen 14C Werten, die in jeder Sedimentschicht (schwarze Linie mit Dreiecken) gemessen wurden und den theoretischen 14C Werten, in einem Datierungsmodell, das einen konstanten kosmischen Neutronen-Zustrom annimmt (blaue Linie). Beachten Sie, wie chaotisch die schwarze Linie mit den Dreiecken ist.

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Abbildung 46: Grüne gezackte Kurve - Gemessene 14C Alters-Kalibrierungsdaten (Voelker et al.). Blaue Kurve - Erwartete Zerfallsrate (ohne 'Reset'). Rote Kurve - Zerfallsrate inklusive 'Resets'. Schwarze Kurve (Dreiecke) - Isländische 14C Marinedaten.
Zweifellos fällt die Konzentration der Karbon-14 Kurve nicht in einer glatten und linearen Weise. Die kurve zeigt mehrere Spitzen (z.B. 32,000 v. Chr.) entsprechend dem massiven 14C Zustrom - durch kosmische Ereignisse, wahrscheinlich durch ein Kometen Bombardement - gefolgt von langsamen 14C Verminderungen, die in etwa dem theoretischen Modell entsprechen.

Präziser ausgedrückt sollte das theoretische Modell diese ‘Neustarts’ mitberücksichtigen. Aus diesem Grund hat Firestone ein verbessertes Datierungsmodell vorgeschlagen, das aus drei von einander getrennten Kurven (die zwei roten und die blaue Kurve) besteht. Jede Kurven-Disjunktion stellt einen Anstieg des Neutronen-Zustroms dar.

Kehren wir jetzt nochmals zu Muller's 27 Millionen Jahre (MJ) Zyklus zurück und fügen die oben aufgeführten Datierungs-Zurücksetzungen mit ein. Wenn der Neutronen Zustrom, der durch jedes Kometen-Ereignis zu uns kommt, jedes Mal relativ gleich ist, könnte der 27-MJ Zyklus vielleicht immer noch zutreffen. Es könnte auch erklären, warum 8 der 19 Massensterben nicht exakt mit der vertikalen Linie des 27-MJ Zyklus übereinstimmen: diese 8 Ereignisse haben vielleicht atypisch hohe Neutronen Zuströme ausgelößt.

Wegen der erst kürzlich aufgetretenen menschlichen Umweltverschmutzungen (nukleare Tests und das Verbrennen von fossilen Brennstoffen) wird die Periodizität an sich nicht verändert. Es verändert nur das momentane 14C/12C Verhältnis und ‘verschiebt’ dadurch alle diese Ereignisse in die selbe Richtung auf dem Zeitstrahl. Wenn dies der Fall ist, könnte das letzte Massensterben, das durch Nemesis ausgelöst wurde, viel früher oder später als vor 14 Millionen Jahren stattgefunden haben; deshalb könnte der Begleiter der Sonne momentan nicht am weitesten von der Sonne entfernt sein, wie es durch die traditionelle Datierungsmethode nahegelegt wird; sondern ganz im Gegenteil sich dem Perihelium (Sonnennähe) annähern. Diese hypothetisierte Nähe von Nemesis wird durch die Mondgravitations-‘Anomalie’ im folgenden Auszug bestärkt:
Eine neue Analyse der aufgezeichneten Daten der Lunar Laser Ranging (LLR) über die letzten 38.7 Jahre hat einen anomalen Anstieg der Exzentrizität[en] des Mond Orbits offenbart... Die heutigen Modelle über die dissipativen Phänomene, die sowohl im Inneren der Erde als auch im Mond stattfinden, können diesen anomalen Anstieg nicht erklären. Wir erkennen mehrere dynamische Effekte, die nicht in die Datenanalyse eingeflossen sind und auch nicht in das Langzeitmodell modifizierter Gravitation, sowie in das Standard Newton'sche/Einsteinparadigma passen. Es stellt sich heraus, dass keine von ihnen die de/dt_meas mit einbeziehen kann. Viele von ihnen berücksichtigen nicht einmal die Langzeitveränderungen in e; andere Modelle schon. Sie haben diesen Effekt als Folge, aber die resultierenden Größenordnungen stehen im Widerspruch mit de/dt_meas.115
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Abbildung 47: Der elliptische (ovale) Orbit des Mondes. Je flacher die Ellipse, desto größer die Exzentrizität.
Einfach ausgedrückt nimmt die Exzentrizität des Mondorbits zu (der Orbit des Mondes wird immer abgeflachter) und solche Langzeitveränderungen können nur durch eine Ursache erklärt werden:
Ein potentiell einflussreicher Kandidat wäre ein massives trans-Plutonisches Objekt116
Die anormale Exzentrizität des des Mondes kann nur durch die Nähe eines massiven noch nicht identifizierten Himmelskörper hinter Pluto erklärt werden. Während der letzten Jahre sind mehrere Forscher zu dieser Schlussfolgerung gelangt und benannten dieses Objekt je nach Quelle 'Nemesis'117, 'Planet X'118, oder 'Tyche'119.

Die Berechnungen relativ zur oben genannten 'Mondanomalie' weisen auf eine spezifische Masse und Entfernung von der Sonne für dieses unidentifizierte Objekt hin. Aufgrund ihrer begrenzten Masse sollte sich Planet X (etwa die Hälfte der Masse unseres Planeten) und Tyche (etwa die vierfache Masse des Juptier) nahe genug an unserem Sonnensystem befinden um beobachtet werden zu können120.

Um solche Störungen des Mondes zu verursachen, müsste Nemesis (etwa 0,56 Sonnenmassen) rund 4500 AU121 von der Sonne entfernt sein. Nahe genug um mit unserem Sonnensytem zu interagieren, aber viel zu weit weg um direkt beobachtet zu werden (ganz besonders dann, wenn Nemesis ein dunkler Körper wie ein brauner Zwerg ist).

Fußnoten:

111
Firestone, B. & Topping, W., ‘Carbon and radiocarbon dating: A primer’, Mammoth Trumpet, March 2001, S. 7-16
112Ebd.
113Blöss, Christian, Niemitz, Hans Ulrich, ‘The Self-Deception of C-14 and Dendrochronology’, Zeitensprünge 8, 1996, Berlin, S. 361-389
114
Zum Beispiel Materialien der paläolithischen Ausgrabungsstelle in Michigan: Radiokarbon datiert auf 2.880 vor unserer Zeit ergeben ein Alter gemessen durch TL (Thermoluminiszenz) von 12.400 vor unserer Zeit. Die Archäologen Robson Bonnichsen und Richard Willreport berichteten in Ice Age Peoples (1999), dass von 13 paläolithischen Ausgrabungsstätten in Nordamerika die Radiokarbon-Datierung bei mehr als der Hälfte davon Daten liefert, die sie auf die Holozän-Periode (die derzeitige geologische Epoche) datiert; Daten, die die Feldforscher als zu jung ansehen. Siehe Firestone, B. & Topping, W., ‘Carbon and radiocarbon dating: A primer’, MammothTrumpet, 2001, S. 2
115
Iorio, L., ‘On the anomalous secular increase of the eccentricity of the orbit of the Moon’, 2011, Mon. Not. R. Astron.Soc.
116
Ebd.
117Melott, A.L.; Bambach, R.K. (2010) 'Nemesis Reconsidered'. Monthly Notices of the Royal Astronomical Society Letters
118
Lykawka, P. S. and Mukai, T. (2008). ‘An Outer Planet Beyond Pluto and the Origin of the Trans-Neptunian Belt Architecture’, Astronomical Journal
119
Matese, John J.; Whitmire, Daniel P. (2011). ‘Persistent evidence of a jovian mass solar companion in the Oortcloud’. Icarus
120
30 A.E. für Planet X und 200 A.E. für Thyche. Siehe: Iorio L., ‘On the anomalous secular increase of the eccentricityof the orbit of the Moon’, 2011, Mon. Not. R. Astron. Soc., S. 5
121100 Mal die Entfernung zwischen Sonne und Pluto.