
Wie Alex Parker vom Southwest Research Institute berichtet, offenbart die Entdeckung eines Mondes eine Vielzahl von Informationen über das Zwergplanetensystem, wenn etwa anhand der genauen Umlaufbahn auf die Masse und die Entwicklung des Systems geschlussfolgert werden kann. „Makemake gehört zur Klasse seltener plutoähnlicher Objekte. Die Entdeckung eines dortigen Mondes erlaubt es uns, den Zwergplaneten nun noch genauer zu untersuchen.“

Durch die Existenz eines Mondes erhöhe sich auch die Ähnlichkeit zwischen Makemake und Pluto: „Für beide Objekte ist bekannt, dass ihre Oberflächen mit gefrorenem Methan bedeckt sind. Durch die Analyse seines Mondes werden wir - genau wie bei Pluto - schon bald auch mehr über die Dichte des Planeten und damit über die Frage erfahren, wie ähnlich sich die Zwergplaneten im Sonnensystem sind. „Die Entdeckung öffnet eines neues Kapitel der vergleichenden Planetenforschung im äußeren Sonnensystem“, kommentiert Marc Buie, ebenfalls vom Southwest Research Institute in Boulder.
Tatsächlich konnte durch die Entdeckung seines größten Mondes Charon, 1978 die Masse des Plutosystems neu und präzise bestimmt werden. Wie sich damals zeigte, ist diese fast hundert mal kleiner als ursprünglich seit der Entdeckung des Pluto, 1930, zunächst angenommen.
Zugleich beantwortet der Mond auch eine Eigenschaft von Makemake, die Wissenschaftler lange Zeit vor ein Rätsel stellte: „Frühere Infrarotbeobachtungen des Zwergplaneten zeigten, dass die Oberfläche von Makemake zwar nahezu gänzlich hell und kalt erscheint - einige Regionen jedoch wärmer sind als andere. Bislang haben Astronomen angenommen, dass dieser Wärmeunterschied auf die Erwärmung dunklerer Regionen auf der Oberfläche zurückgeführt werden kann. Dann jedoch sollte diese Erwärmung aber auch mit der Rotation des Planeten variieren - was so jedoch nicht bestätigt werden konnte. Jetzt deuten die neuen Analysen daraufhin, dass das bislang der Planetenoberfläche zugeschriebene helle Infrarotlicht in Wirklichkeit von der sehr dunklen Oberfläche von „MK 2“ ausgeht.
„Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie erklärt werden kann, dass ein derart heller, fasst schon schneeweißer Zwergplanet wie Makemake einen fast kohlenschwarzen Mond besitzt“, erläutern die Forscher. „So könnte der Mond zu klein sein, um wie etwa sein Planet, eine helle eisige Kruste erhalten zu können. Stattdessen würde diese unter dem Einfluss des Sonnenlichts vom festen zum gasförmigen Zustand sublimieren. Damit würde dieser Mond dann Kometen und anderen Objekten im Kuiper-Gürtel gleichen, wie sie ebenfalls meist aus sehr dunklem Material bestehen.“



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