Teil 3: Irdische Auswirkungen der Annäherung von Nemesis und seinem begleitenden Kometenschwarm
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Kapitel 22: Die Verlangsamung der Erde

Wie bereits in Teil 1 erklärt, wird die Drehung der Sterne und Planeten elektrisch angetrieben. Die Erde ist keine Ausnahme. Mit ihrer negativen Ladung wirkt sie als Rotor, die von einem Stator angetrieben wird(die Ionosphäre - welche in Bezug auf den Planeten positiv geladen ist). Die Ionosphäre,322 oder genauer gesagt, die Magnetosphäre wirkt wegen ihrer starken Asymmetrie als Stator (wie in "stationär"), wie in Abbildung 89 dargestellt.


Abbildung 89: Künstlerische Darstellung der irdischen Magnetosphäre
Während sich die Tagesseite der Magnetosphäre allerdings nur über 65.000 km von der Erde erstreckt,323 dehnt sich der Magnetschweif (der Schweif der Magnetosphäre) auf der Nachtseite über 6.300.000 km324 aus. Die höchst asymmetrische Form der Magnetosphäre behält seine Längsachse "eingerastet" in einer Linie mit der Richtung des Sonnenwindes. Deshalb bleibt der Magnetschweif auf der Nachtseite der Erde, während der Planet in seinem Orbit um die Sonne kreist.

Abbildung 90 zeigt die elektromotorische Kraft (F - grüner Pfeil), welche, wie Sie sich aus Kapitel 12 erinnern werden, die "Lorentz Kraft" und proportional zu dem atmosphärischen Strom (I - roter Pfeil) ist. Deshalb ist die Rotationsgeschwindigkeit der Erde proportional zur Stärke des elektrischen Stroms zwischen der Ionosphäre und dem Planeten selbst. Daraus ergibt sich, dass eine Abnahme in der Stromstärke zu einer Abnahme der Lorentz Kraft führt und deshalb eine Abnahme der Erdrotationsgeschwindigkeit zur Folge hat. Somit sollte die aktuelle Abnahme der Sonnenaktivität eine, wie auch immer geringfügige, Verlangsamung der Erdrotation verursachen.

Robert G. Curie bestätigte 1979, dass die Erdrotation mit der Sonnenaktivität verbunden ist und folgerte, dass der "Sonnenfleckzyklus der Erde entdeckt worden ist".325 Abbildung 91 zeigt die Beziehung zwischen dem Erdrotationszyklus und dem elf Jahre dauernden Zyklus der Sonnenaktivität.

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Abbildung 90: Die elektrisch angetriebene Erdrotation.
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Abbildung 91: Ausmaß des Zusammenhangs zwischen dem Rotationszyklus der Erde und dem Sonnenzyklus. Die Abweichungen der Erdumdrehungen folgen einem 10,7 Jahre Zyklus ähnlich dem Zyklus der Sonne.
Eine höhere Konzentration von Kometenstaub in der Atmosphäre326 könnte auch zur Verlangsamung der Erde beitragen; durch den zunehmenden Widerstand, der durch die Atmosphäre über dem Planeten ausgeübt wird, d.h. der Widerstand zwischen dem Stator und Rotor.

Hier sprechen wir nicht so sehr über mechanischen Widerstand (Reibung zum Beispiel) sondern über elektrischen Strömungswiderstand. Wenn Staub vorhanden ist, verbinden sich die kleinen atmosphärischen Ionen mit diesen relativ großen Staubpartikeln und verlieren ihre Beweglichkeit.327 Wegen des senkrecht zur Erdoberfläche verlaufendem atmosphärischen elektrischen Feldes, neigen diese nun geladenen Partikel zusätzlich dazu, polarisiert zu werden und sich am vertikalen atmosphärischen E-Feld auszurichten.328 Ihre positiv geladene Seite zeigt zur negativ geladenen Oberfläche der Erde und ihre negativ geladene Seite zeigt aufwärts zur positiv geladenen Ionosphäre, wie in Abbildung 92 dargestellt.

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Abbildung 92: Polarisierung von Staubpartikeln in der Erdatmosphäre.
Wenn die Erde sich nicht drehen würde, würden sich entgegengesetzte Ladungen anziehen und die polarisierten Partikel würden sich völlig entlang des atmosphärischen E-Feldes ausrichten. Die Drehbewegung des Planeten stört diese Anordnung und neigt dazu die Partikel durcheinanderzubringen. Die Energie, die nötig ist, die Bewegung der Partikel zu induzieren ist gleich der Menge der kinetischen Energie, die unserem Planeten verloren geht. Daraus folgt die Mitwirkung zu der oben erwähnten unendlich kleinen Verlangsamung. Je höher der elektrische Strömungswiderstand, desto stärker ist die Verlangsamung.

Es wird üblicherweise angenommen, dass die Verlangsamung der Erde ausschließlich auf den Gezeitenwirkungen329 beruht, die vom Mond auf die Ozeane des Planeten ausgeübt wird. Aber wenn dies der Fall wäre, wie stimmen wir dies mit der gleichzeitigen Verlangsamung der Umdrehungsgeschwindigkeit der anderen Planeten, einschließlich Venus330 und Saturn331 ab, die weitgehend anerkannt ist?
Interessanterweise verlangsamt sich auch die Erdrotation, Wissenschaftler schreiben dies jedoch der Gezeitenverfrühung zu, dem durch die Anziehungskraft des Mondes verursachten "Reibungswiderstand". Diese Erklärung kann jedoch nicht für die sich verzögernde Drehgeschwindigkeit der Venus gelten, da die Venus keinen eigenen Mond hat.332
Die Tatsache, dass die Venus sich ebenfalls verlangsamt, legt nahe, dass die Gezeitenenergie des Mondes, obwohl dies als ein möglicher Faktor zur Verlangsamung der Erde beiträgt, nicht der einzige ist. Zusätzlich sollte die vorher erwähnte333 erhöhte Exzentrizität des Mondes die Gezeitenkraft abschwächen und deshalb den Einfluss des Mondes auf die Verlangsamung der Erde verringern.

Tatsache ist, die gleichzeitige Verlangsamung von Saturn, Venus und Erde stimmt mit der Hypothese des Elektrischen Universums überein, wonach die elektrische Aktivität der Sonne die Drehung der Planeten antreibt und deshalb eine verminderte Sonnenaktivität eine Verlangsamung der Planeten des Sonnensystems einschließlich Venus, Saturn und der Erde verursacht.

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Abbildung 93: Theoretische Tageslänge verglichen mit der beobachteten Tageslänge.
Bereits vor langer Zeit334 wurde erstmalig nachgewiesen, dass die Geschwindigkeit der Umdrehung des Planeten schwankt, und verschiedene Kräfte scheinen am Werk zu sein, dies zu lenken. Es ist jedoch interessant zu beobachten, dass Daten für den Zeitraum von 1960 - 2012 aufzeigen, dass die Verlangsamung der Drehgeschwindigkeit nicht konstant ist. Abbildung 93 zeigt die Abweichung zwischen der "theoretischen" 24-Stunden Tageslänge (dargestellt durch die horizontale gelbe Linie) und der tatsächlich gemessenen Tageslänge (die grüne Kurve). Wie man sehen kann, ist die gemessene Tageslänge (gezackte violette Linie) während des ganzen Zeitabschnittes bis zu vier Millisekunden/Tag länger als die theoretische Tageslänge (siehe das Jahr 1971). Die rote Kurve zeigt den anwachsende Zeitunterschied zwischen der theoretischen Tagesdauer und der beobachteten Tagesdauer (+25 Sekunden zwischen 1970 und 2010).

Beachten Sie auch, dass die durchschnittliche gemessene Tageslänge seit 2003 länger geworden ist (blaue ansteigende Linie an der rechten Seite des Diagrammes), von einem Durchschnitt von +0,3 ms pro Tag im Jahr 2003 bis zu einem Durchschnitt von +1,0 ms pro Tag 2011. Seit 2003 scheint sich das Maß mit der sich die Drehgeschwindigkeit der Erde verlangsamt, zuzunehmen.

Eine Verlängerung des Tages um eine Millisekunde pro Tag führt zu einem tatsächlichen Jahr, welches 0,365 Sekunden länger ist als das theoretische. Einige Angleichungen sind darum notwendig um eine immer stärkere Abtrift zu vermeiden und damit die Menschen in der nördlichen Hemisphäre Weihnachten nicht in der Mitte des Sommers feiern müssen. Seit 1972 wird eine extra Sekunde, auch als Schaltsekunde bekannt, etwa einmal im Jahr eingefügt. Diese extra Sekunde wurde zunächst hinzugefügt, weil die Dauer eines mittleren Sonnentages geringfügig länger ist als der UTC335 Tag, welcher 24 Stunden zählt, das heißt 86.400 SI-Sekunden.336 Die Verlangsamung der Erde erfordert jedoch eine immer größere Anzahl von Schaltsekunden,337 da Schaltsekunden nicht nur den UTC Tag ausgleichen müssen, welcher ohnehin schon zu kurz ist, sondern auch wegen der Tatsache, dass die tatsächlichen Tage länger und länger werden.

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Abbildung 94: Änderung der Neigung der Tageslängenkurve nach der
gewaltigen Sonneneruption 1972
Ein weiterer Beweis für die elektrisch angetriebene Drehung der Erde ist das was Wissenschaftler als "Störungen" bezeichnet. Im August 1972 traf eine außergewöhnliche Sonneneruption die Erde, die eine solche "Störung" bewirkte: eine plötzliche Abweichung der Tageslänge.338 Die elektrische Störung durch die Sonneneruption beeinflusste die Erddrehung so, dass sie sich für einige Tage langsamer als normal drehte. Wegen der ungewöhnlichen Energie flutete die Sonneneruption die Doppelschicht der Erde, verringerte ihre Leistungsfähigkeit, führte zu einer verringerten Lorentz Kraft und die darauffolgende verringerte Drehgeschwindigkeit.339

Dieses letzte Argument scheint ein Paradox zu sein, da wir schon nachgewiesen haben, dass eine größere Sonnenaktivität in einem elektrischen Modell dazu neigen würde, die Erde schneller drehen zu lassen. Das ist wahr bis der Kondensator (Erdoberfläche Ionosphäre) die Überschlagspannung erreicht. Jenseits dieses Punktes entlädt sich die Atmosphäre, das atmosphärische elektrische Feld nimmt ab und ebenso die nachlaufende Lorentz Kraft, und somit die verringerte Drehgeschwindigkeit.

Besonders erwähnenswert ist, dass eine Verlangsamung der Erde, sogar wenn sie unendlich klein ist340, verheerende Auswirkungen haben kann, insbesondere Erdbeben und Vulkanausbrüche, wie der Caltech Seismologe Don L. Anderson darlegt:
Ein gewaltiges Energiereservoir ist in der Erdrotation gespeichert, jede Änderung der Drehgeschwindigkeit kann enorme Energiemengen auf die Kruste abladen und es ist denkbar, dass Erdbeben in Regionen ausgelöst werden, in denen die Kruste ohnehin schon bis zum Zerreißen beansprucht ist . . .
Vulkane reagieren auf Druckänderungen unter der Lithosphäre; wenn sich der Druck erhöht, gilt dasselbe für ihr Entgasen. An Orten wie Japan und Chile wissen wir, dass Erdbeben und Vulkane in enger Beziehung miteinander stehen.341
Die etablierten Medien und die etablierte Wissenschaft erwähnen die möglichen nachteiligen, durch diese Verlangsamung verursachten Auswirkungen nicht; sie erwähnen nicht einmal die Beschleunigung dieser Verlangsamung. Aber in den folgenden Kapiteln werden wir erkennen, wie eine unendlich kleine Verlangsamung der Erde dafür verantwortlich sein könnte, Auswirkungen zu verursachen, die gelinde gesagt, nicht wirklich vernachlässigbar sind.

322Der Einfachheit halber betrachten wir in diesem Buch die Ionosphäre gleichbedeutend mit der Magnetosphäre.
323"Magnetosphäre", Wikipedia. Siehe: https://de.wikipedia.org/wiki/Magnetosphäre
324Ibid. Zum Vergleich, das ist mehr als 15-mal die Entfernung Erde-Mond.
325Curie, R. G., ‘Detection of the 11-yr sunspot signal in Earth rotation’ Science 23. Januar 1981: Band 211, Nr. 4480, S. 386-389
326Siehe vorhergehendes Kapitel: 'Zunahme der Kometenaktivität'.
327Schneider, H.S. et al., Encyclopedia of Climate and Weather, S. 67
328Ulanowsky, Z. et al., ‘Alignment of atmospheric mineral dust due to electric field’, Atmos. Chem. Phys., 7, 6161 - 6173, 2007
329"Gezeitenwirkungen", Wikipedia. Siehe: en.wikipedia.org/wiki/Tidal_acceleration (Englisch)
330‘Could Venus be shifting gears?', European Space Agency, 10. Februar 2012. Siehe: www.esa.int/Our_Activities/Space_-Science/Venus_Express/Could_Venus_be_shifting_gear
331Barry, P., ‘Saturn’s rotation puts astronomers in a spin’, New Scientist, 3. Mai 2006. Siehe: www.newscientist.com/article/dn9100-saturns-rotation-puts-astronomers-in-a-spin.html#.UryPbbTDviE
332Nelson, B., ‘Scientists baffled to discover that Venus’ spin is slowing down’, MNN, 17 Februar 2012. Siehe: www.mnn.com/earth-matters/space/stories/scientists-baffled-to-discover-that-venus-spin-is-slowing-down-0
333 Kapitel 16: "Anomalien in der Radiokarbon-Datierung"
334Schon 140 AD erkannte Ptolemäus den Unterschied zwischen der wahren Tagesdauer und der theoretischen Tagesdauer. Siehe: Toomer, G. J., Ptolemy’s Almagest, Princeton University Press. S. 6 - 7
335UTC steht für Coordinated Universal Time, zu Dts.: Koordinierte Weltzeit. Sie basiert auf Atomuhren und berücksichtigt die Verlangsamung der Erde nicht.
336International System Unit. // Internationale Systemeinheit.
337McCarthy, D. et al., ‘The Physical Basis of the Leap Second’, Astronomical Journal, Band 136 (2008), Seiten 1906 - 1908
338Gribbin, J. et al., ‘Discontinuous Change in Earth’s Spin Rate following Great Solar Storm of August 1972’, Nature, Band 243, 4. Mai 1973
339De Grazia, A. & Milton, E., Solaria Binaria, S. 99
340Eine Verlängerung von 1ms/Tag bedeutet eine 0.000 001% Verlangsamung in der Häufigkeit der Erddrehung.
341Anderson, D., ‘Giant quakes increase: Seismic storm Lull Ends’, Los Angeles Times, 29. August 1976