Catania. Der Vulkan Ätna auf Sizilien gibt keine Ruhe. Erneut kam es zum Ausbruch. Der Flughafen von Catania wurde aber diesmal nicht geschlossen.

Schon zum dritten Mal binnen zwei Wochen ist der Ätna ausgebrochen. Auf 3000 Metern Höhe stieß er Gas- und Aschewolken aus. Mehrere hundert Meter hohe Lava-Fontänen erhellten wegen der guten Wetterverhältnisse die Nacht bis nach Catania. Selbst das Dröhnen der Explosionen trug der Wind bis in die Provinzhauptstadt.

"Wir haben keine Erdbeben gemessen, sondern nur eine verstärkte Vulkanaktivität, die das Aufsteigen der Magma begleitet", beschwichtigte das Institut für Vulkanologie in Catania Sorgen der Bevölkerung. Die Vulkanasche aus dem Krater ergoss sich auf mehrere nahe Ortschaften. Heftiger Wind verhinderte, dass die Aschewolke in die Höhe stieg und sich weiter verteilte.

Der vom Fuß des Ätna nur eine halbe Autostunde entfernte Flughafen von Catania musste im Unterschied zum letzten Ausbruch vor einer Woche nicht geschlossen werden. Gefahr für die Anwohner und die im Sommer besonders zahlreichen Touristen besteht nach Behörden-Meinung nicht. Die Kraterregion oberhalb der Bodenstation der Seilbahn ist ohnehin nicht bewohnt. Urlauber aus aller Welt bewegen sich dort auf ausgefahrenen Pisten in der Vulkanasche vor allem in geländegängigen Kleinbussen.

Für Fremde und Anwohner ist jeder neue Ausbruch des ständig aktiven Vulkans ein Ereignis. Anders als beim ebenfalls aktiven Vesuv liegen die Siedlungen so weit von den oberen Regionen des rund 3300 Meter hohen Bergs entfernt, dass es seit langem keine Zerstörungen und Todesfälle gab. Um der nahenden Lava Einhalt zu gebieten, fanden in der Vergangenheit aber bei großen und anhaltenden Eruptionen Prozessionen statt. Rund um den Ätna gibt es deshalb zahlreiche Heiligtümer, die an angeblich erfolgreiche Gebete erinnern, mit denen ganze Städte gerettet worden sein sollen.

Während der jeweils nur wenige Stunden dauernden Eruptionen sind Ausflüge zu den aktiven Kratern verboten, denn mit Gas und Asche stößt der Vulkan mitunter auch schwere Gesteinsbrocken aus.

In nahe gelegenen Ortschaften wie dem Bergstädtchen Zafferana ging die Aschewolke in Form kleinster Lavafragmente nieder, die als grau-schwarzer Regen aus leichtem, weil lufthaltigem Vulkangestein niedergehen.