An der Universität Toronto in Kanada tobt gerade ein erbitterter Streit zwischen politisch über-korrekten Gender-Aktivisten und Professor Jordan Peterson, der dort Psychologie lehrt und sich dagegen auflehnt. Dabei geht es vordergründig um die neuen Gender-Pronomen, die anscheinend einige Menschen mit anderer „Gender-Identität“ für sich beanspruchen. Wer noch nichts davon gehört hat - dies sind Worte wie „Zer“ und „Zir“ statt "sie" und "er" oder im Deutschen so etwas wie „Xier“ und „Nin“. Richtig, ginge es nach so manchem Gender-Ideologen, müssten wir weite Teile unserer Sprache ändern, damit wir die Gefühle einiger Menschen nicht verletzen, die sich weder als Mann noch als Frau fühlen, sondern als „etwas Anderes". Manche von diesen fühlen sich gar als Tiere und wünschen, etwa mit dem Pronomen „Wurm-Selbst" (wormself) angeredet zu werden. Kein Scherz!

Professor Peterson hat sich geweigert, solche neu erfundenen Pronomen in seinen Klassen zu benutzen und geriet dadurch ins Kreuzfeuer von Gender-Aktivisten. Das eigentliche Problem dabei ist, dass die politisch korrekte Fraktion mittels verpflichtender „Gender-Trainings“, Campus-Regeln und sogar Strafgesetzen den Gebrauch dieser frei erfundenen Wörter mit Zwang durchsetzen will und jegliche Debatte über Sinn und Unsinn des Ganzen ersticken und sogar verbieten möchte. In Kanada wird die „unkorrekte" Anrede von Menschem mit anderer Gender-Identität per neuem Gesetzentwurf sogar in die Nähe von Hassrede gestellt und damit strafbar. Ganz so, als sei es völlig unbestritten, dass das biologische Geschlecht lediglich ein soziales Konstrukt und die Einführung von Kunstwörtern angebracht ist oder überhaupt etwas Positives bewirkt. Doch selbst, wenn man dieser Argumentation folgt, bleibt das Problem, dass damit der freie Austausch von Ideen und die Äußerung abweichender Meinungen beschränkt werden.

Sinn und Unsinn des Genderpronomen-Wahnsinns

Doch bleiben wir einmal kurz bei den Pronomen, die uns auferlegt werden sollen. Hierbei gibt es eine ganze Reihe von Problemen. Zunächst einmal basiert das Ganze auf der Theorie, dass das biologische Geschlecht von dem „gefühlten Geschlecht“ unabhängig sei. Das ist natürlich eine sehr starke Aussage und widerspricht erst einmal unserer täglichen Erfahrung - die ganz überwiegende Mehrheit der Menschen hat damit überhaupt keine Probleme und fühlt sich als Mann oder Frau gemäß des biologischen Geschlechts. Es ist also schon mal falsch zu behaupten, dass es hier keinen Zusammenhang gibt. Statistisch gesehen ist dieser Zusammenhang derart stark, dass es schon guter Argumente bedarf, eine Verbindung zwischen biologischem Geschlecht und „Gender-Identität“ anzuzweifeln.


Ach ja? Die Nutzung von Fremdwörtern und komplizierten Sätzen macht noch keine Wissenschaft.
Nun behaupten die Vertreter der Gender-Ideologie, teilweise wohl unter Rückgriff auf die „Philosophin“ Judith Butler (sie hat zwar Philosophie studiert, ihre im postmodernen Schwurbelstil verfassten Texte spielen aber in der akademischen Philosophie überhaupt keine Rolle), dass unsere geschlechtliche Identität lediglich von der Gesellschaft geschaffen wurde, und zwar über sogenannte „Sprechakte“ (eine Zweckentfremdung eines Begriffs aus der Sprachphilosophie) oder „Performances“, indem zum Beispiel Mädchen Frauennamen gegeben und stets als Mädchen angesprochen werden. Somit seien Geschlecht und Gender-Identität angeblich unabhängig voneinander. Aus dem Dunstkreis von „Transgender-Studien" wird sogar behauptet, es gäbe überhaupt kein biologisches Geschlecht! Biologische Aspekte wie Hormonhaushalt und andere Unterschiede zwischen Mann und Frau werden dabei scheinbar ignoriert. (Ironischerweise nicht von vielen Trans-Menschen, die bekanntlich Hormone schlucken oder sich sogar umoperieren lassen.) Aus dieser Theorie folgt auch, dass es mehr als zwei Geschlechter gibt - wenn alles nur ein soziales Konstrukt ist, kann es ja sehr viele verschiedene Geschlechter geben, je nachdem, wie sich jemand eben fühlt oder was die Gesellschaft daraus macht. Daraus folgt auch, dass mittels „Sprechakten“ und wiederholten „Performances“ gegen die sozialen Konventionen das als unterdrückerisch wahrgenommene soziale System verändert werden kann. Das ist scheinbar die Idee hinter den neuen, geschlechtsneutralen Pronomen: Sprache ändern, um die Gesellschaft zu ändern.

Postmoderne Widersprüche

All das basiert auf postmodernen Theorien, die behaupten, es gäbe kein richtig und kein falsch, keine Wahrheit, sondern lediglich einen sozialen Austausch, bei dem es um Macht geht. Das ist schon ein trauriges Menschenbild und macht uns vollständig von unseren rein subjektiven Empfindungen abhängig - es entbindet uns von der Verantwortung, die uns die Realität auferlegt. Wir können also alles frei erfinden, was uns ein „gutes Gefühl" vermittelt. Diese Weltsicht - besonders die Annahme, Menschen ginge es im sozialen Diskurs stets um Macht - erinnert auch an den theoretischen Schachzug, den der Psychologe Andrew M. Lobaczewski „schizoide Deklaration" nennt - also die Aussage, der Mensch sei grundlegend schlecht und müsse deswegen mit starker Hand geführt oder verändert werden. Klingt totalitär? Richtig.

Die Positionen, die Aktivisten aus diesen postmodernen Theorien ableiten, sind schon bei oberflächlicher Betrachtung widersprüchlich. Beispielsweise behaupten sie zum einen, dass Homosexualität „angeboren“ sei und kritisieren (oft religiös motivierte) Umerziehungs-Maßnahmen. Zum anderen aber behaupten sie, das Geschlecht sei lediglich ein soziales Konstrukt, weshalb es zahlreiche Geschlechter gäbe! Was denn nun? Oder vermische ich hier Homosexualität mit „Gender“? Nein, denn dasselbe gilt für die Transsexualität: Ein Mann, der sich als Frau fühlt und als solche wahrgenommen werden möchte, „sei eben so“, weshalb ihn die Gesellschaft auch so akzeptieren müsse. Aber hat nicht nach der Gender-Theorie die Gesellschaft ihn dazu gemacht? Egal. Jedenfalls gilt das umgekehrt nicht: Ein Mann, so die Ideologen, werde nicht als Mann geboren und eine Frau nicht als Frau, das alles sei nur ein soziales Konstrukt - und deshalb sei das Geschlecht bei vielen Menschen eben „im Fluss“, woraus man zahlreiche Geschlechts-Identitäten ableitet. Deshalb auch die neuen Pronomen. In anderen Worten: Heterosexuelle werden lediglich von der Gesellschaft dazu gemacht, LGBT-Menschen aber nicht. Sorry, aber beides geht nicht. Doch genau diese Widersprüche müssen natürlich unter den Tisch gekehrt werden, denn ansonsten spräche beispielsweise nichts dagegen, Menschen mit Gender-Identitätsproblem per psychologischer Therapie zu „heilen", oder aber die ganze Sache mit den Genderpronomen und „Gender-Identitäten im Fluss“ würde ihre Grundlage verlieren.

Ein weiteres Problem in diesem ganzen Diskurs ist, dass die sexuelle Identität - also die Zugehörigkeit zu einer Minderheit - so derart in den Fokus gerückt wird. War es nicht ursprünglich das Anliegen derjenigen, die sich gegen Diskriminierung einsetzten, den Menschen nicht auf seine sexuellen Präferenzen oder Hautfarbe zu reduzieren? War es nicht das Ziel, dass wir alle Menschen als Menschen achten und uns nicht an oberflächlichen Unterschieden aufhängen? Wenn wir aber Menschen mit seltsamen Kunstwörtern anreden müssen, dann rücken wir doch genau diesen Minderheiten-Status völlig in den Vordergrund - schon beim ersten Wortwechsel! Wie soll so ein freier, unverkrampfter Austausch unter Menschen entstehen?

Diese ganze Widersprüchlichkeit hat wahrscheinlich auch mit dem postmodernen Relativismus zu tun, also der Auffassung, Moral und Wahrheit seien ohnehin rein subjektiv. Das kann nur in Zirkelschlüssen und völlig von der Realität abgekoppelten Theoriegebilden enden. Wenn wir aber die Frage nach richtig und falsch völlig von der Realität abkoppeln, wenn wir Gedanken zum philosophischen Fundament von objektiver Moral nicht zulassen, unter anderem unter Berücksichtigung von psychologischem, medizinischem und biologischem Fachwissen, dann bleibt für uns lediglich der nihilistische Maßstab „Ich will dies“, „Ich will jenes“, „Ich fühle mich davon verletzt“. Dies ist eine wahrlich primitive Weltanschauung, und genau das lässt sich bei Verfechtern von extremer politischer Korrektheit beobachten. Solch ein narzisstischer Nihilismus ist das Gegenteil von Respekt und Toleranz - er ordnet alle anderen Menschen den eigenen Stimmungen, Ansprüchen und Verlangen unter. Dabei heißt Respekt und Toleranz doch gerade, sich in andere Menschen hineinzuversetzen!

Zu was solch eine pathologische Weltsicht führt, zeigt das folgende Beispiel: Dr. Mary Bryson von der University of British Columbia unterrichtet „Frauen-Studien" und ist eine derjenigen, die Professor Peterson vorwerfen, er schüre Hass gegen Minderheiten. Doch wie im Zuge der ganzen Debatte ans Tageslicht kam, ist es Mary Bryson selbst, die ihre Studentinnen traumatisiert: So zeigte sie harte Pornofilme im Seminarraum, diffamierte offen ihre heterosexuellen Studentinnen und lud eine „lesbische Aktivistin ein", die ihre Hosen vor der Klasse herunterließ, um einen schwarzen Dildo zu zeigen! Einige ihrer Studentinnen hatten sich damals auch offiziell beschwert, allerdings ohne Konsequenzen. Hier haben wir es also: Eine radikale Gender-Ideologin schmeißt mit Vorwürfen um sich, Peterson würde die „Gefühle" von Minderheiten verletzen, indem er unsere gewöhnliche Sprache benutzt - während sie selbst ihre Studenten ganz offen sexuell traumatisiert!

Unverhältnismäßige Ansprüche

Akzeptieren wir aber für einen Moment diese ganze Gender-Theorie und vergessen die Diskussion über das Verhältnis von biologischem Geschlecht und „gefühltem Geschlecht“, das - gelinde gesagt - wissenschaftlich und philosophisch umstritten ist, sowie die Widersprüche postmoderner Theorien. Zunächst fällt auf, dass es sich bei Menschen, deren Gender-Identität „im Fluss“ ist und die deshalb die Änderung unserer Sprache fordern, um eine winzig kleine Minderheit handelt. Es geht hier ja nicht um Homosexuelle, die mit ihrer Gender-Identität keine Probleme haben (Schätzungen zufolge sind zwischen 1% und 5% der Bevölkerung homosexuell). Noch geht es um Transsexualität - diese Menschen fühlen sich bekanntlich dem anderen Geschlecht zugehörig, haben also keinerlei Problem mit den Pronomen er/sie, sie wünschen sich lediglich, mit dem - männlichen oder weiblichen - Pronomen angeredet zu werden, das ihrer männlichen oder weiblichen Identität entspricht. Einer Selbsthilfegruppe zufolge entspricht der „offizielle“ Anteil der Transsexuellen in Deutschland 0,014%. Zwar dürfte die „Dunkelziffer“ höher liegen, aber Tatsache ist, es handelt sich hier um eine winzige Minderheit. Wenn bereits der Anteil transsexueller Menschen an der Bevölkerung derart klein ist, können wir uns denken, wie wenige Menschen es tatsächlich gibt, deren gefühlte Gender-Identität weder männlich noch weiblich ist! Weiterhin ist anzunehmen, dass auch unter diesen - wenigen - Menschen einige niemals von der Gesellschaft fordern würden, ihnen zuliebe weite Teile der Sprache zu ändern (ganz ehrlich, Menschen - egal welcher Identität - mit gesundem Menschenverstand und Respekt vor ihren Mitmenschen würden wohl kaum auf eine solche Idee kommen, aber vielleicht ist das ja nur meine Meinung). Wir reden hier also über ein, pardon, kaum relevantes Phänomen, gerade auch vor dem Hintergrund der riesigen Probleme in Deutschland und der Welt, die alle Menschen betreffen, egal welcher sexueller Orientierung oder Gender-Identität. Ich bin überzeugt davon, dass viele aus der LGBT-Community das ähnlich sehen, auch wenn diese wahrscheinlich medial nicht so laut schreien. So erhielt Jordan Peterson, der rebellische Professor, auch zahlreiche Zuschriften von Vertretern der Trans-Community, die den Genderpronomen-Wahnsinn genauso absurd finden wie er.

Denn niemand möchte hier Menschen in ihren Rechten beschneiden oder Homophobie/Transphobie predigen. Im Gegenteil, die Diskriminierung und das Mobbing von Minderheiten ist schlimm und genauso zu verurteilen wie alle anderen Formen der Diskriminierung, des Mobbings und der Gewalt. Dies wirft dann die Frage auf, ob es sich um Diskriminierung oder gar Gewalt handelt, wenn jemand einen Vertreter der „unsicheren Gender-Identität“ mit „er“ oder „sie“ anredet. Dies behaupten jedenfalls die Verfechter der neuen Pronomen. Ich halte das für absurd. Ernsthaft, im Leben müssen wir schon lernen, das eine oder andere ungute Gefühl auszuhalten. Wir alle fühlen uns durch Worte verletzt, oft auch, ohne dass unser Gegenüber etwas Böses wollte. Das heißt natürlich nicht, dass wir Mobbing und bösartige Beleidigungen akzeptieren sollten, aber darum geht es hier nicht. Gewöhnliche Worte wie „sie“ oder „ihm“ zu benutzen ist keinesfalls Mobbing, auch wenn sich vielleicht jemand dadurch „verletzt“ fühlt. Respekt und Toleranz sind schließlich keine Einbahnstraße. Übrigens wurde die einzige echte Aggression rund um die Auseinandersetzung mit Prof. Peterson von einem Anti-Peterson-Demonstranten begangen - aber echte Gewalt ist wohl in der postmodernen Welt nicht so schlimm wie die Benutzung eines gewöhnlichen Pronomens!


Gender-Pronomen: Neusprech per Gesetz
Heißt das nun, unsere Sprache kann und soll sich niemals verändern? Natürlich nicht. Sprache verändert sich andauernd. Aber es handelt sich dabei um einen natürlichen Prozess. Das Problem ist, dass hier Leute versuchen, unsere Sprache durch Repressionen zu verändern: durch ein rücksichtsloses Durchsetzen neuer, fundamentaler Kunstwörter unter Androhung von Strafe - sei es moralische Ächtung, der Verlust einer akademischen Karriere, die Beschwerde eines übersensiblen Studenten oder gar eine Strafverfolgung wegen „Hassrede“. Man kann es drehen und wenden wie man möchte: Dies ist eine totalitäre Strategie. Diese Art von Orwellschem Neusprech erinnert an die chinesische Kulturrevolution, an das Sowjet-System und auch den Nazis war diese Vorgehensweise nicht fremd. Klingt zu hart? Ich finde nicht. In dem Moment, in dem wir uns nicht mehr trauen uns auszudrücken, nicht mehr trauen, bestimmte Ideen wie die postmoderne „Gender-Theorie“ anzuzweifeln oder sogar Angst haben müssen, grundlegende Worte wie „er“ oder „sie“ zu benutzen, dann ist das ein Schritt in einen tiefen, furchtbaren Abgrund. Es ist die eine Sache, Schimpfwörter wie „Nigger“ nicht durchgehen zu lassen (Schimpfworte werden generell im Diskurs geächtet, also ist dies nur natürlich), es ist etwas ganz Anderes, den Menschen vorzuschreiben, was sie sagen sollen, und das noch dazu in völlig sinnlosen Worten.

„Aktivisten“, die so etwas befürworten, zeigen eine bemerkenswerte Autoritäts-Hörigkeit und eine Verachtung von offenem Diskurs, anderen Standpunkten und dem wissenschaftlichen Prinzip der Wahrheitsfindung. Es ist das pure Folgen von Dogmen und der Wunsch, jene mundtot zu machen, die diese als unverrückbare Wahrheit empfundene Ideologie anzweifeln oder sich weigern, sich ihr zu beugen. Und es ist das kindische und narzisstische Verlangen danach, dass sich die ganze Welt den eigenen Befindlichkeiten anpassen muss, damit man sich niemals „verletzt“ fühlt. Sich gegen eine solche Weltsicht auszusprechen hat rein gar nichts mit Sexismus, Rassismus oder Transphobie zu tun.

Im Gegenteil: Absurde Forderungen wie die Ersetzung unserer gängigen Pronomen per Dekret, basierend auf radikalen, widersprüchlichen und umstrittenen postmodernen Gender-Theorien, sind ein Schlag ins Gesicht derjenigen, die seit Jahren gegen echte Gewalt, echte Diskriminierung und echtes Mobbing von Homosexuellen, Transsexuellen und anderen Minderheiten kämpfen. Und dass die Verfechter von Gender-Theorie und Sprachzensur ihr Anliegen in Orwellscher Manier unter den Deckmantel der Menschenrechte stellen und damit unangreifbar machen, verhindert eine intellektuell aufrichtige Diskussion über solche Themen. Das ist das Gegenteil einer erwachsenen Haltung von Toleranz, Verhältnismäßigkeit und individueller Verantwortung. Das Gegenteil von Freiheit.

Meinungsfreiheit und Selbstzensur

Nun könnte man einwenden, das ist doch nur ein Randthema - Schwamm drüber. Aber das Problem reicht weit über die kleinliche Gender-Debatte hinaus. Es geht um Meinungsfreiheit, das Recht, sich auszudrücken, solange man nicht gerade zu Gewalt aufruft. Und wie schädlich das Diktat der politischen Korrektheit ist und was für Auswirkungen es auf den Geist hat, zeigt nicht zuletzt das Schweigen der akademischen Welt zu den Vorfällen rund um Professor Peterson. Kaum ein Professor oder gar einer seiner direkten Kollegen in Toronto hat sich öffentlich für Peterson ausgesprochen, obwohl höchstwahrscheinlich viele von ihnen auf seiner Seite stehen. Sie haben schlicht Angst, Opfer derselben brutalen Diffamierungen zu werden wie Peterson selbst - und neben ihrem guten Ruf womöglich ihre Karriere zu verlieren. So weit ist es schon gekommen!

Was bitte ist daran nicht totalitär? Wie ist es möglich, das Problem nicht zu erkennen? Menschen trauen sich nicht, ihre Meinung zu äußern, aus Angst vor Repressalien. Es geht nicht mehr um wissenschaftlichen Diskurs, sondern das Verbreiten holzschnittartiger Ideologien. Abweichende Meinungen werden mundtot gemacht und deren Vertreter sogar physisch angegriffen! An was erinnert uns das?

Ich kann nur an alle appellieren, dieses Thema nicht auf die leichte Schulter zu nehmen, nur weil es in wohlklingenden Phrasen wie „Menschenrechte“ und „Schutz der Rechte von Minderheiten“ daherkommt. In der Geschichte kam noch jede totalitäre Ideologie mit zum Zeitgeist passenden, wohlklingenden Phrasen daher. Wenn Wissenschaft zum Verbreiter von Ideologien degeneriert und man Menschen vorschreiben will, wie sie zu sprechen und zu denken haben, ist eindeutig eine Grenze überschritten. Und leider hat Jordan Peterson Recht: Noch spielt sich das Ganze an den Universitäten ab, aber genau dort werden die Menschen ausgebildet, die in wenigen Jahren die Gesellschaft stellen. Wenn wir uns nicht dagegen aussprechen, wird der Gender-Wahnsinn also bald in jedem Unternehmen, in jedem Diskurs und sogar im Alltag unsere Sprache und unser Denken beschneiden. Professor Peterson verdient unseren Respekt dafür, dass er sich gegen diesen totalitären Unsinn wehrt und - vielleicht gerade noch rechtzeitig - ein Zeichen setzt. Dadurch sind Millionen von Menschen auf dieses Thema aufmerksam geworden und die Unterstützung, die er von so vielen Seiten erfährt, stimmt zuversichtlich.