Festnahme von Protestanten
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Dutzende Menschen werden festgenommen.

In Moskau, St. Petersburg, Nishni-Nowgorod und anderen russischen Städten gehen Regierungskritiker auf die Straße, um für das Recht auf Versammlungsfreiheit zu demonstrieren. Dutzende Demonstranten werden von der Polizei festgenommen. Oppositionellen in Moskau fordern bei einer Sitzblockade in der Nähe des Kremls ein "Russland ohne Putin" und freie Wahlen.

Rund vier Monate vor der russischen Parlamentswahl hat die Polizei in St. Petersburg und Moskau bei nicht genehmigten Demonstrationen Dutzende Regierungsgegner vorläufig festgenommen. Allein in St. Petersburg führten die Sicherheitskräfte etwa 50 Menschen ab, wie russische Medien berichteten. Eine Reporterin des Radiosenders Echo Moskwy sprach von einem gewaltsamen Vorgehen auch gegen ältere Menschen.

In der Hauptstadt Moskau protestierten Gegner von Regierungschef Wladimir Putin mit einer Sitzblockade im Stadtzentrum unweit des Kremls. Sie forderten ein "Russland ohne Putin" und freie Dumawahlen Anfang Dezember. Als die Oppositionellen aufstanden, um durch die Stadt zu marschieren, begann die Polizei auch dort mit Festnahmen. Das oppositionelle Internetportal namarsh.ru meldete mehr als 70 Festnahmen.

An den Aktionen in St. Petersburg, Moskau, Nishni-Nowgorod sowie einigen anderen Städten hatten sich Hunderte Menschen beteiligt. Traditionell versucht die Opposition, am 31. eines Monats in Anlehnung an Artikel 31 der russischen Verfassung das dort garantierte Recht auf Versammlungsfreiheit durchzusetzen. Behörden begründen die Demonstrationsverbote für die Opposition oft mit der Störung der öffentlichen Ruhe und Ordnung.

dpa