Zahlreiche Tote, eine zerstörte Infrastruktur und große Schäden in der Landwirtschaft: Wirbelsturm "Enawo" setzt Madagaskar stark zu. Mehr als 400.000 Menschen leiden nun unter den Folgen.

Erst eine Dürre, jetzt ein tropischer Wirbelsturm: Nachdem das Wetterphänomen El Niño 2016 eine der schlimmsten Dürren seit Jahrzehnten über Madagaskar gebracht hat, ist der afrikanische Inselstaat nun vom Wirbelsturm "Enawo" getroffen worden. Durch den Zyklon sind mindestens 78 Menschen ums Leben gekommen, 250 weitere wurden verletzt.

Rund 400.000 Einwohner des ostafrikanischen Inselstaates seien von den Folgen des schweren Sturms betroffen, teilte die madagassische Katastrophenschutzbehörde mit. Mindestens 18 Menschen werden noch vermisst. Rund eine Viertelmillion Menschen hätten ihre Häuser verlassen müssten, teilte die Behörde weiter mit. In einer zuvor veröffentlichten Statistik zu den Folgen des Sturms war von 50 Toten und 176.000 Betroffenen die Rede gewesen. Die Behörden errichteten Notunterkünfte für Zehntausende Obdachlose.

Vanille-Felder komplett zerstört

Der Zyklon war am Dienstag und Mittwoch vergangener Woche mit Windstärken bis zu 290 Stundenkilometern über Madagaskar hinweggefegt. Am Mittwoch traf "Enawo" die Hauptstadt im Zentrum der Insel, bevor er vom Wetterdienst auf ein Tropentief herabgestuft wurde.

Begleitet wurde "Enawo" von heftigen Regenfällen. Felder und Straßen wurden überschwemmt. 80 Prozent der Reisernte seien zerstört, noch schlimmer getroffen seien die Vanille-Pflanzen. In der Sava-Region wird etwa die Hälfte der weltweiten Vanille-Produktion angebaut. UN-Angaben nach sind die Felder komplett verwüstet.

Der südostafrikanische Inselstaat wurde zuletzt 2012 von derart schweren Unwettern getroffen. Durch die Stürme "Irina" und "Giovanna" kamen damals mehr als hundert Menschen ums Leben. Madagaskar verfügt über eine mangelhafte Infrastruktur. Seit 2015 leidet außerdem insbesondere der Süden des Inselstaats unter einer schweren Dürre und Lebensmittelengpässen. Der Weltbank zufolge zählt Madagaskar zu den ärmsten Ländern der Welt.