Asma al-Assad
© Reuters / Khaled al-Hariri
Asma al-Assad hält während der Eröffnung der ersten Internationalen Entwicklungskonferenz in Damaskus eine Rede; Syrien, 23. Januar 2010.
Britische Regierungsmitglieder fordern, der Ehefrau des syrischen Präsidenten die britische Staatsbürgerschaft zu entziehen. Sie werfen Asma al-Assad vor, ihre internationale Position zu missbrauchen. Die Entscheidung liegt bei der britischen Innenministerin und wäre rechtens, wenn diese dem "Wohl" des Volkes diene.

Verliert Asma al-Assad bald ihre britische Staatsbürgerschaft? Die westlichen Mächte sind sich, trotz einer mangelhaften Beweislage, darüber einig, dass die Regierung Assads für Giftgasangriffe verantwortlich sei. Asma al-Assad, die in den wenigen öffentlichen Auftritten ihres Mannes immer an seiner Seite zu sehen ist, ist nun ins Visier britischer Politiker gerückt. Die 41-Jährige steht für ein modernes Syrien.

Tom Brake, Sprecher der Liberalen Demokraten für ausländische Angelegenheiten, brachte den Vorwurf gegen Frau Assad ein, ihren internationalen Status zu missbrauchen und ein “barbarisches Regime“ zu verteidigen.

Brake:
Boris Johnson hat andere Länder dazu angehalten, mehr gegen Syrien zu unternehmen. Die britische Regierung könnte Asma al-Assad auffordern, den Missbrauch ihrer Position zu beenden und barbarische Taten nicht mehr zu verteidigen. Oder ihr wird die Staatsbürgerschaft aberkannt.
Nadhim Zahawi aus der Konservativen Partei gegenüber der Sunday Times:
Die Zeit ist gekommen, in der wir Assad in jeder Hinsicht nachgehen. Dies bezieht auch Menschen wie seine Frau mit ein, die sehr wohl Teil der Propaganda-Maschine, die Kriegsverbrechen begeht, ist.
Bevor US-Präsident Trump einen syrischen Militärstützpunkt als Vergeltung gegen den Giftgasangriff auf Idlib angriff, hieß es noch, dass ein Friedensschluss mit Assad möglich sei. Doch dann machte die US-Regierung wieder eine plötzliche Kehrtwende. Theresa May sicherte Trump ihren Zuspruch in seiner Syrien-Politik zu.


Asma al-Assad ist in London zur Welt gekommen, ihre Eltern stammen aus Syrien. Sie hat für die Deutsche Bank und JP Morgan gearbeitet. Im Jahr 2000 hat sie Baschar al-Assad geheiratet. In den sozialen Medien hat Asma viele Fans. Derzeit gelten für sie europäische Sanktionen, die ihr Reisen in die EU verbieten. Davon ausgeschlossen war bisher Großbritannien, da sie einen britischen Pass besitzt.

Die Entscheidung liegt nun in den Händen der Innenministerin Amber Rudd. Der Entzug der Staatsbürgerschaft wäre dann rechtens, wenn sich hieraus das Wohl der Bürger Großbritanniens ergäbe. Im vergangenen Herbst hatte Asma al-Assad sich gegen die Option für finanzielle Sicherheit sowie Schutz für sich und ihre Kinder ausgesprochen, wenn sie Syrien verlassen würde. Bashar al-Assad und Asma haben drei Kinder.