Am Montagmorgen hat eine großräumige Welle die Strände fast der ganzen holländischen Westküste geflutet und riss Strändkörbe und Liegestühle mit sich. Da es sehr früh am Morgen war, war der Strand noch menschenleer und es wurde niemand verletzt.
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Was war das für eine Welle?

Bei der Welle handelte es sich um einen sogenannten 'Meteorologischen Tsunami' oder auch 'Wetter-Tsunami'. Am frühen Montagmorgen waren über der Nordsee starke Gewitterzellen aktiv und vermutlich traf eine extrem heftige Windböe (Fallböe) auf das Oberflächenwasser. Gleichzeitig war der Höhepunkt der Ebbe überschritten und das Wasser lief gerade wieder zurück Richtung Strand. Mit dieser Dynamik wurde wahrscheinlich die riesige Welle hervorgerufen. Das Phänomen ist extrem selten und auch kaum vorhersagbar.

Die Satellitenbilder zeigen eine starke Gewitteraktivität

Die Gewitter, die den meteorologischen Tsunami mitverursacht haben dürften, sind in unserem Satellitenfilm für den betreffenen Zeitraum gut zu erkennen. Die Bilder zeigen rötlich gefärbte Flecken über dem Ärmelkanal, die besonders hohe Wolken anzeigen. Oft handelt es sich dabei um Gewitterwolken. In diesem Fall springt einem die Großflächigkeit des Wetterphänomens geradezu ins Auge.


Ein richtiger Tsunami hat nichts mit Wetter zu tun

Die Welle vor der Holländischen Küste ist also durch Wetterverhältnisse entstanden. Ein richtiger Tsunami wird im Gegensatz dazu in der Regel durch Seebeben oder Erdbeben verursacht. Deswegen ist in diesem Artikel von einem 'Meteorologischen Tsunami' oder 'Wetter-Tsunami' die Rede. Der Begriff 'Mini-Tsunami' oder 'kleiner Tsunami' wäre in diesem Fall hingegen nicht zutreffend.