Großbrand London
© Reuters/Neil Hall
Das brennende Gebäude in London, Großbritannien, 14. Juni 2017.
Sechs Menschen sind nach offiziellen Zahlen am Mittwoch bei einem Großbrand in London ums Leben gekommen. Mindestens 50 Menschen brachten Einsatzkräfte in Krankenhäuser. Der Brandherd ist noch ungeklärt, notwendige Schutzmaßnahmen waren ausgeblieben.

Wie bekannt wurde, hatten die Anwohner des 24-stöckigen Gebäudes bereits im Vorfeld vor einem möglichen Brand des Grenfell Towers im Westen Londons gewarnt. Die Grenfell-Aktionsgruppe beschrieb auf ihrem Webblog unzureichende Sicherheitsmaßnahmen hinsichtlich des Gebäudes und sagte eine Katastrophe voraus. Alle Warnungen seien jedoch nur auf taube Ohren gestoßen.

Bereits in einem Eintrag vom November 2016 warnte die Gruppe vor den gefährlichen Zuständen. Die Vermietungsgesellschaft KCTMO bezeichnete die Mieterverenigung als "Mini-Mafia", die lediglich den Profit suche und die Sicherheit vernachlässige. Der Zusammenschluss von Anwohnern scheute auch nicht vor einem Vergleich zwischen Kim Jong-uns Wahlergebnissen und jenen der KCTMO zurück. Diese habe es in "falschen Wahlen" bei Vertrauensabstimmungen in Mieterversammlungen zu 98 Prozent der Stimmen gebracht.

Die britische Zeitung Mirror schreibt, dass dem Stabschef der Premierministerin Theresa May ein Bericht vorlag, der das Gebäude als einen Ort des hohen Risikos beschrieb. Gavin Barwell, bis zur vergangenen Woche noch Wohnungsminister, verlor seinen Posten im Zuge der jüngsten Unterhauswahlen. Er hatte versprochen, die Bauregularien von 2010 zu überarbeiten, um mehr Sicherheit zu garantieren. Diesem Versprechen kam er nicht nach.

Behörden waren seit Großbrand im Jahr 2009 gewarnt

Bereits im Jahr 2009 war es zu einem Feuer in einem Gebäude namens "Lakanal House" in Südlondon gekommen. Der Brand war auf mangelnde Sicherheitsvorkehrungen zurückzuführen. Nach diesem Vorfall hätten die Verantwortlichen zugesagt, landesweit Sprinkleranlagen und Maßnahmen gegen die Ausbreitungen von Feuer in 4.000 Wohnblöcken zu installieren, so Ronni King, Chef der parlamentarischen Gruppe für Feuersicherheit und Rettungsmaßnahmen, gegenüber dem LBC Radio.

Augenzeugen berichteten von Menschen, die versuchten, sich durch Sprünge aus dem Grenfell Tower zu retten. Bis zu 600 Menschen, darunter auch Kinder, könnten sich zum Zeitpunkt des Feuers im Gebäude aufgehalten haben. Ein Großteil der Bewohner stammt aus der muslimischen Einwanderercommunity und es besteht Hoffnung, dass viele auf Grund des Ramadan nicht in ihren Wohnungen waren und außerhalb das Fastenbrechen zelebrierten.

Bezüglich der Opferzahlen kursierten bislang vorwiegend Gerüchte. Um 12.15 MEZ hat die Metropolitan Police die Zahl der Todesopfer nun mit sechs beziffert.