Der angebliche Fund einer Trockenmumie unweit der legendären Scharrbilder von Nazca in Peru sorgt derzeit für Aufsehen und Rätselraten darüber, um was es sich bei dem Körper handeln könnte, bzw. wie dessen anatomische Eigenarten wie die ungewöhnlich langen, dreigliedrigen Hände und Füße, ein großer, länglicher Kopf mit großen Augen, keinen Ohrmuscheln und nur einem Nasenansatz erklärt werden können. Zugleich offenbart der Fall auch zahlreiche offenen Fragen. GreWi versucht, das vorliegende Informationschaos zu ordnen.
© Gaia.com
Standbild aus der Gaia-Doku-Reihe „Unearthing Nazca“
- Im Folgenden finden Sie den Versuch einer chronologischen und inhaltlichen Ordnung und Übersicht. Eine stark gekürzte Zusammenfassung finden Sie am Ende des Artikels...
Nazca (Peru) - Angefangen hat die ganze Geschichte offenbar mit Videos auf Youtube, in denen ein anonymer Autor, der sich selbst als „Krawix“ bzw. „krawix999“ bezeichnet, nicht nur erste Teile angeblicher Mumien präsentiert, sondern auch berichtet, diese seien von zwei seiner Freunde im Januar 2016 in der peruanischen Wüste gefunden worden. Allerdings nicht in einer Höhle, sondern in einer Art Gruft, die von einer kleinen Steintür verschlossen gewesen sei und in der die Finder zwei Sarkophage gefunden haben, in denen sie die präsentierten Mini-Mumien und die große dreifingrige „Alienhand“ entdeckt haben wollen. „Krawix999“ selbst spekuliert schon in seinen ersten Videos bereits vorab darüber, dass diese Funde „nicht menschlich“ sein könnten, zieht Bezüge zu nicht weiter genannten „weltweiten Mythen“ und Legenden über „Riesen, wie sie auch schon in der Bibel zu finden sind“.


In einem späteren Video präsentiert Krawix999 dann (jetzt plötzlich von einem kurios anmutenden „Schutzanzug“ bedeckt) zwei weitere Mini-Mumien. In einem Frage&Antwort-Video erklärte er, dass in einem der beiden Sarkophage gleich 20! dieser Mumien gefunden wurden.



- Die Liste weiterer Videos von Krawix999 finden Sie HIER

Laut einer Röntgenanalyse eines der kleinen Schädel, die „Krawix“ ebenfalls als Video veröffentlicht hat, kommt der in dem Video zunächst nicht genannte Mediziner zu dem Schluss, dass es sich eindeutig um einen „anthropomorphen Schädel“ und nicht etwa um eine Fälschung handelt. (Anm. GreWi: In späteren Videos auf Gaja.com wird dieser Mediziner als Dr. Edson Salzar Vivanco, ein peruanischer Radiologe und Chirurg, vorgestellt).


In einem weiteren Video kommt selbiger „Mediziner“ zu ähnlichen Einschätzungen auch bezüglich der angeblichen „Alien-Hand“.


Angesichts einiger in diesen Videos zu sehenden Standbildern der Röntgenaufnahmen zeigten sich unabhängige Beobachter jedoch schnell kritisch.
© MisteriosOcultosTv
Standbild aus einem Youtube-Video
So sind auf den Aufnahmen rechtwinklig aufeinanderliegende Knochenverbindungen zu erkennen, wie sie wohl eher Stoßkanten, denn Gelenken gleichen und so anatomisch unmöglich und auch nicht funktional wären. Auch die Wirbelsäule scheint hier lediglich aus zwei Knochen zu bestehen, an denen die vermeintlichen Wirbel - wie auch immer - rechtwinklig ansetzen.

Auch die Handhabung der Funde, die mit Zahnstochern grob gereinigt werden wirkt auf die meisten Beobachter laienhaft, wenig systematisch oder gar wissenschaftlich. Aus dem Video geht offenbar hervor, dass unter einer äußeren, möglicherweise bearbeiteten und modellierten „Haut“ tatsächlich Knochen und Gewebe zu finden sind. Ob diese menschlicher, tierischer oder sonstiger Natur sind, ist nicht ersichtlich.


Spätestens zu diesem Zeitpunkt, auch das geht aus dem Video hervor haben sich die beiden Forscher Thierry Jamin vom „Instituto-Inkari.org“ und Brien Foerster, der für seine eigenen Untersuchungen peruanischer Langschädel ebenso bekannt ist (...GreWi berichtete) in die Untersuchung der Funde eingeschaltet und im Rahmen des sog. „Alien Projects“ weiterführend untersucht. Wie der Name des Projekts schon zeigt, war man hier schon vor Abschluss der angekündigten DNA-Analysen und Radiokarbondatierungen von einer exotischen bzw. außerirdischen Herkunft der Mini-Mumien überzeugt...

Im Rahmen dieses Projekts, das Jamin erfolgreich via Crowdfunding finanzieren konnte, kam es offenbar zu weiteren Untersuchungen weiterer Funde. Zumindest geht dies aus Videos des Projekts hervor in deren Folge Brien Foerster aber immer weniger zu sehen ist. Auf Anfrage von Grenzwissenschaft-Aktuell.de (GreWi) bestätigte Foerster heute (21.06.17), dass er nur für kurze Zeit in das Projekt involviert gewesen sei, und derzeit die Entwicklungen selbst „nur noch verfolge“.




Das folgende Video zeigt einen Zusammenschnitt zahlreicher der „Projekt Alien“-Funde:


Am 20. Juni 2017 nahm die Situation dann eine gänzlich neue Wendung als das US-amerikanische New-Age-Doku-Portal „Gaia.com“, das sich seit einigen Monaten auch auf Themenbeiträge rund um UFOs, Außerirdische und alternative Archäologie konzentriert, seine „Special Report“-Reihe „Unearthing Nazca“ startete.

In dieser präsentiert Gaja.com nun seine eigenen Untersuchungen der Eingangs beschriebenen, nun mannshohen Mumie gemeinsam mit Journalisten, Forschern und Wissenschaftlern rund um den mexikanischen UFO-Journalisten Jaime Maussan. Dieser hatte erst im Sommer 2015 einen schweren Rückschlag hinnehmen müssen, nachdem sich von ihm als angebliche Dias des Roswell-Aliens propagierte Aufnahmen als die einer Indianer-Kindermumie herausgestellt hatten (...GreWi hatte damals ausführlich berichtet).


- Ein erstes Video-Update finden Sie HIER

- Ein weiteres Update (2) wurde bereits angekündigt, wird aber zunächst nur für Abonnenten von Gaia.com freigeschaltet werden. Eine Vorschau hierauf finden Sie HIER

Interessanterweise tauchen - mit Ausnahme des Gaia-Teams - die selben Untersucher und Mediziner rund um und inklusive Maussan, die schon in den Gaia-Videos zu sehen sind und zu Wort kommen, auch in einem - ebenfalls am 20. Juni 2017 veröffentlichten Video von Thierry Jamins „Alien Project“ auf. Nun aber bei der Analyse von Röntgenaunfahmen einer anderen, kleineren Mumie, die das Team auf den Namen „Josefina“ getauft hat. Aufgrund von im Bauchraum dieser Mumie auf den Röntgenaufnahmen erkennbaren eiförmigen Strukturen kommen die Mediziner und Forscher zu der Schlussfolgerung, dass das Wesen wohl kein Säugetier sondern eher ein Reptil sei und sprechen in höchster Erregung von einer „unglaublichen und historischen Entdeckung“.


Von einer Zusammenarbeit zwischen Jamin und Gaia ist indes nirgendwo die Rede und gegenüber Grenzwissenschaft-Aktuell.de deutete ein Insider Streitigkeiten zwischen den beiden Teams an, die sich nun offenbar darum bemühen, die Informationshoheit in der Kommunikation rund um die angeblichen Nazca-Relikte zu erlangen.

Für diese Einschätzung sprechen auch zwei Daten, an denen auf großangelegten Pressekonferenzen in Peru über die Entdeckungen und Ergebnisse der Untersuchungen berichtet werden soll: Während Thierry Jamin und Kollegen offenbar für den 11. Juli eine (bislang nicht bestätigte) Pressekonferenz angesetzt haben, verbreitete Maussan seit zwei Tagen Informationen über eine Pressekonferenz, die bereits am 2. Juli 2017 stattfinden und über seine Kanäle übertragen werden soll.


Während sie Jamin schon durch den Namen seines „Alien Projects“ offenbar schon auf ein Ergebnis im Sinne Außerirdischer festgelegt hat, lässt die bisherige Darstellung der Situation auf und durch Gaia.com eine abschließende Beurteilung, Bewertung und Zuordnung bislang noch offen - spielt aber natürlich mehr als offensichtlich mit der durchaus exotischen und an typische „Aliens“ erinnernde Erscheinungsformen der präsentierten Funde.

Aus den bisherigen Gaia-Informationen geht hervor, dass eine DNA-Analyse die große Mumie als menschliche Frau ausweist - obwohl ihre anatomischen Abnormitäten, Schädel, ungewöhnlich große Augen, keine Ohrmuscheln und nicht zuletzt die abnorm verlängerten und lediglich dreigliedrigen Hände und Füße zunächst ein anderes Bild erwecken.

Zudem präsentiert Gaia eine Radiokarbondatierung (C14) von Gewebeproben der Mumie, die diese auf ein Alter von 1.540 bis 1.705 Jahren (cal BP) datieren.

Weiterhin zeigen die Scans der etwa 1,60 Meter großen Mumie, dass unter der Außenhaut ein Skelett mit entsprechenden Abnormitäten steckt. Besonders merkwürdig ist die Beobachtung, dass der Schädel keine Knochennähte aufzuweisen scheint, also wie ein einziger solider Knochen wirkt.

Darüber hinaus fanden die Untersucher an und in der Mumie deutliche Hinweise auf den versuch einer Balsamierung des Körpers mit dem vermutlichen Ziel der Konservation und schlussfolgern daraus, dass der Körper also gezielt und absichtlich konserviert bzw. mumifiziert wurde.

Doch wie passen diese Ergebnisse mit den zuvor beobachteten Zweifeln an der Echtheit zumindest einiger der Funde zusammen? Eine mögliche Antwort wird bereits seit dem Frühjahr auf verschiedenen Webseiten diskutiert - und auch in einem Video, das zwar „Krawix999“ zugeschrieben wird, jedoch nun von einer anderen Person („vlad9vt“) hochgeladen wurde, werden offenkundige Manipulationen der Mini-Mumien aufgezeigt und diskutiert.


Darin wird der - zunächst naheliegenden - Annahme widersprochen, dass die offenkundigen Manipulationen der Mumien ein eindeutiger Beweis für moderne Manipulationen - also absichtliche Fälschungen - unter Verwendung von menschlichen und tierischen Knochen- und Körperteilen sind. Stattdessen handele es sich tatsächlich um von den Entdeckern nicht veränderte Funde antiker bzw. archäologischer Natur.

Ein ähnliches Szenario könnte auch in der Gaia-Dokumentation der nächste Schritt sein. Zumindest schließt der bislang letzte Teil der Doku-Reihe mit der Frage: „Wäre es möglich, dass diese Mumie(n) mit ähnlichen Methoden mumifiziert wurde, wie sie auch im Alten Ägypten angewendet wurden?“

Könnte es sich also tatsächlich um echte archäologische Funde handeln, die von den einstigen Bewohnern der Region entsprechend präpariert und verändert wurden? Wenn ja, so stellt sich auch hier die Frage nach dem Warum. Warum sollten hier menschliche Körper (mit Hilfe weiterer menschlicher und tierischer Knochen und Haut) derart verändert und mumifiziert worden sein, um ein derartiges Abbild zu erzeugen. Ein abnorm geformter Mensch mit dreigliedrigen überlangen Füßen und Händen und einem verlängerten Schädel mit auffallend großen Augen? Tatsächlich sind weltweit zahlreiche Praktiken der künstlich herbeigeführten Körperdeformation bekannt - auch und gerade der Herbeiführung sogenannter Langschädel (...GreWi berichtete). Zudem können auch die natürlichen menschlichen Augenhöhlen sehr leicht den Eindruck übergroßer Augen erwecken - besonders, wenn ein Körper manipuliert wird. Auf diese Weise könnten auch nicht-menschliche Merkmale der Mumien erklärt werden, wenn etwa Knochen und sonstiges Gewebe von Säugetieren und/oder Reptilien verwendet wurden.

© Gaia.com
Felsmalereien in der Region zeigen ebenfalls ein dreifingriges Wesen.
Interessant in diesem Zusammenhang mit der Frage nach dem Grund für derartige Manipulationen sind die Funde frühgeschichtlicher Felsmalereien in Peru (...und andernorts), die ebenfalls Wesen (Götter?) mit nur drei Fingern und Zehen zeigen (siehe Abb.l. und Gaia-Videos). Sollte es sich also tatsächlich um authentischen archäologische Funde, Relikte und Artefakte handeln - wäre es dann denkbar, dass mit der vermeintlich angewandten Praxis der Körperdeformation, -Veränderungen und Mumifikation das Aussehen dieser Wesen, dieser Götter imitiert werden sollte? Und wenn ja, wer waren diese „Götter“?

(Anm. GreWi: Sollte es sich tatsächlich um echte archäologische Funde handeln, so ist angesichts des teilweise in den Videos offenkundigen groben und nicht wirklich nach konservatorischen Maßstäben orientierten Umgangsweise mit den Mumien und Funden, wahrscheinlich berechtigter Protest der archäologischen Forschungsgemeinde entfachen.)

Jetzt sollen weitere DNA-Analysen, die unabhängig voneinander an verschiedenen Institutionen in fünf Ländern durchgeführt werden, mehr über die Identität und Herkunft der auf den Namen „Maria“ getauften lebensgroßen Mumie verraten.
Zusammenfassung

- Seit dem Frühjahr 2016 zeigen mehrere Online-Videos angeblich in der peruanischen Wüste nahe den Scharrbildern von Nazca gemachte Funde offenbar mumifizierter ungewöhnlich großer, dreigliedriger Hände und ungewöhnlich kleiner (bis zu einem halben Meter großen) Wesen, deren äußerlicher Merkmale durchaus dem typischen Vorstellungen sogenannter „kleiner grauer“ Außerirdischer gleichen. Die Autoren der Videos und damit auch die darin genannten Entdecker der angeblichen Funde bleiben anonym.

- Erste Untersuchungen verschiedener dieser Funde zeigen, dass unter der Außenhaut tatsächlich Knochen, Skelette aber auch Metalle zu finden sind.

- Während sich Mediziner angesichts einiger Funde von deren Echtheit und antropomorphen Natur überzeugt zeigen, verweisen andere Beobachter angesichts einiger veröffentlichter Röntgenaufnahmen auf anatomische Unmöglichkeiten, wie etwa eine lediglich aus zwei längeren Knochen bestehenden (und damit anatomisch nahezu unwirksamen) Wirbelsäule, rechtwinklig aufeinanderstoßende Knochen statt funktionaler Gelenke und eher an tierische Knochen du Haut erinnernde Merkmale.

- Zwei Teams aus Forschern und Journalisten bemühen sich gemeinsam mit Wissenschaftlern aus Peru, Mexiko und Russland um ein möglichst wissenschaftliche Analyse zunächst in Form einer C14-Altersbestimmung und DNA-Analysen. Zu den genannten Wissenschaftlern zählen u. a. Dr. Konstantin Korotov Universität St. Petersburg und Präsident der International Union of Medical and Applied Bioelectrography (Kirlian-Analyse), Dr. Natalia Zaloznaja vom russichen Medical Institute MIBS, M.K. Jesse vom University of Colorado Hospital in Denver, Forensik-Experten der mexikanischen National School of Forensics, Radiologen, Chirurgen und Anatomen aus Peru und Mexiko sowie Dr. Michael Aseev, Genetiker am Institute of Obstetrics and Gynecology der Russischen Akademie der medizinischen Wissenschaften in St. Petersburg.

(Anm. GreWi: Einige der genannten mexikanischen Wissenschaftler waren schon in das Fiasko rund um die angeblichen „Roswell-Dias“ involviert und hatten auch deren Authentizität bestätigt - ein Urteil, das letztendlich zwar nicht „falsch“ war, da es sich ja in Wirklichkeit um eine echte Indianer-Mumie handelte, in dessen Kontext die genannten Experten dennoch in einem zumindest für kritische Beobachter zweifelhaften erschienen. ...GreWi berichtete).

- Diese Datieren die Funde u.a. auf ein Alter von 1.705 bis 1.540 Jahren und stellen fest, dass es sich bei einer lebensgroßen menschlich wirkenden Mumie mit auffallenden Abnormitäten (Langschädel, ungewöhnlich große Augen, keine Ohrmuscheln und lediglich dreigliedrige und ungewöhnliche lange Hände und Füße) um eine Menschenfrau handelt, die offenbar absichtlich derart bearbeitet und Mumifiziert wurde.

- Die beiden Teams scheinen (???) im Streit miteinander zu liegen und haben jeweils unabhängig voneinander Pressekonferenzen zu den Funden und Untersuchungsergebnissen am 2. und 11. Juli 2017 abgekündigt.

- Während die genannten Zweifel an der anatomischen und biologischen Natur einiger der Funde zunächst auf einen modernen Schwindel hindeuten, versichern die anonymen Entdecker, dass es keine Manipulation ihrer Funde geben habe und die Funde, so wie sie präsentiert und untersucht wurden, tatsächlich archäologischer Natur - also antik sind. Diese Behauptung scheint auch von der bislang präsentierten Alterstbestimmung der lebensgroßen Mumie durch das Gaia-Team bestätigt zu werden.

Auf dieser Grundlage stellen nun einige Beobachter die Frage, ob es sich um authentisch derart mit Hilfe weitere menschlicher und tierischer Knochen und Gewebes deformierte und präparierte menschliche Mumien handeln aus der Nazca-Region handeln könnte - und fragen darüber hinaus, welchen Sinn und Zweck eine solche Prozedur gehabt haben könnte. Aufgrund tatsächlicher archäologischer Funde von Felsmalereien in der Region, die tatsächlich Wesen (Götter) mit dreigliedrigen Händen und Füßen zeigen, liegt für einige Beobachter die Vermutung nahe, dass mit dieser Form der Deformation und Mumifikation das Aussehen dieser Wesen imitiert werden sollte.

...GreWi wird weiterhin berichten, sobald konkrete neue Informationen vorliegen.