Wer in dieser Situation die Nerven behalten hätte, ist nicht von dieser Welt: Ein Objekt mit zwei Dutzend strahlenden Lichtern hat sich einer Boeing RC-135 in rund 10.000 Metern Höhe genähert. Jetzt sind die Akten über diesen Vorfall veröffentlicht, wie die schwedische Zeitung „Dagens Nyheter“ berichtet.
Die Crew der Boeing schrie in ihre Funkgeräte um Hilfe, ihre britischen Kollegen in einer Radarstation auf Zypern fingen die Funksprüche ab. Das Ganze war am 19. Oktober 1982 um 16 Uhr Ortszeit über dem Mittelmeer passiert.

Jetzt hat die britische Armee einen Bericht über diesen und andere UFO-Phänomene freigegeben. Jahrelang hatte das Militär daran gearbeitet, nun stehen tausende Seiten Geheimmaterial für alle offen, die daran interessiert sind.

Allerdings steht das Archiv ausschließlich in gedruckter Form zur Verfügung, nicht als Datei. Wer es sehen möchte, der muss dann schon zum britischen Nationalarchiv nach London fliegen.

Jedenfalls soll das Objekt mit bloßem Auge ebenso zu erkennen gewesen sein wie auf den Radarschirmen. 90 Minuten lang war das Ganze zu beobachten. Als das Flugobjekt anfing, Runden um den Aufklärungsjet zu drehen, schlug die Crew Alarm. Die Briten schickten eine Phantom und die Amierikaner zwei ihrer F-14 Tomcats von einem Flugzeugträger aus.

Doch die Piloten dieser Jets konnten nichts mehr vorfinden: Das Objekt sei zuvor in Richtung Afrika weitergeflogen, gab die Besatzung des Aufklärungsflugzeugs später an.

Der Ufologe David Clarke, Journalismus-Professor an der University of Sheffield, schreibt in seinem Blogg hingegen, dass das Objekt weder von Radarstationen am Boden noch von den Schiffen, die sich zu dem Zeitpunkt in der Region aufgehalten hätten, registriert worden sei.

Das britische Verteidigungsministerium habe den Vorfall mehrere Wochen lang untersucht und seine Ergebnisse an das Pentagon übermittelt. Der Ausgang dieser Untersuchungen gehe aus der veröffentlichten Akte jedoch nicht hervor, so Clarke weiter.

Mehr noch: Obwohl Radardaten aufgezeichnet und auch Bilder gemacht worden sein sollen, werden sie in dem veröffentlichten Bericht nicht angeführt, wie die Zeitung schreibt.

Der Ufologe Clarke mutmaßt deshalb, es habe sich bei dem Objekt um eine Mirage der israelischen oder der libanesischen Luftwaffe gehandelt.

Das Blatt aber schreibt: „Diese Erklärung ist nicht hinlänglich. Laut dem Bericht bewegte sich das Objekt nur wenige Kilometern vom US-Aufklärungsflugzeug entfernt, drehte sich um die Maschine und war für die gesamte Crew 90 Minuten lang zu sehen. Natürlich können die Angaben der Besatzung problematisch sein, doch haben wir hier auch Daten des Flugzeugradars.“

Dass das britische Ministerium keine Radaraufzeichnungen und keine Bilder in seinem Bericht bereitstelle, sei schon sehr bedauerlich, schreibt das Blatt. Doch so sei man mit UFO-Daten früher eben umgegangen. Jetzt gehe es darum, ob Fotos und Aufzeichnungen des Radars in US-Archiven geblieben seien, wo sie auch sein müssten, schreibt die schwedische Zeitung abschließend.