Für Mittwochabend hatte der Deutsche Wetterdienst für den Raum Münster in Nordrhein-Westfalen vor einem Unwetter und schweren Gewittern gewarnt. Die Prognose bestätigte sich.
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Ein Unwetter hat im Münsterland zahlreiche Bäume entwurzelt. Bei einem Unfall auf der Autobahn 2 zwischen Recklinghausen und Herten verletzten sich drei Personen schwer, teilte die Polizei am Donnerstag mit. Ursache für den Unfall sei Aquaplaning gewesen. Auf der A43 behinderten zwei umgestürzte Bäume den Verkehr.

In Reken bei Münster stürzten Bäume um - einer krachte auf ein Wohnhaus. Nach Angaben der Polizei ist das Gebäude unbewohnbar, die Schadenshöhe beträgt rund 150.000 Euro. Verletzt wurde niemand. Beide Bewohner des Einfamilienhauses kamen bei Angehörigen unter.

Temperaturgefälle zwischen Nordwest und Südost

Die Unwetter-Entwicklung ergibt sich sich aus dem Zusammentreffen schwülwarmer Luft mit kälteren Luftschichten. Vor allem in Südeuropa halten sich warme Luftmassen auf, das Mittelmeer hat hohe Wassertemperaturen: Bei Italien betrugen sie am Mittwoch etwa 30 Grad am Vormittag, in Skandinavien zeitgleich teilweise elf Grad.

Metereologen erwarten, dass die Gewitter in Deutschland spätestens in der Nacht zu Donnerstag in Richtung Osten weiterziehen. Im Vergleich zu den Unwettern, die diesen Sommer über Deutschland hinein brachen, ist das Unwetter-Potenzial am Mittwochabend gering.

Entsprechend der Kaltfront aus Westen gibt es ein Nordwest-Südost-Gefälle bei den Temperaturen: Sie liegen zwischen 18 Grad im Nordsee-Umfeld und bis zu 33 Grad im Süden und Südosten. Der wahrscheinliche "Hotspot" befindet sich am Hochrhein und in Richtung Regensburg.

Das Wochenende startet "herbstlich anmutend"

Der Freitag fällt in den südlichen Landesteilen wolkenreich und zeitweise nass aus, vor allem in Richtung der Alpen kann es längere Zeit stark regnen. Nordwestlich ab Höhe des Saarlandes gibt es ein Wechselspiel aus dichten Wolken und Sonne, gelegentlich kann es Schauer geben.

An den Küstenregionen scheint auch mal die Sonne. Die Temperaturen kommen kaum über 14 Grad hinaus, die höchsten Werte werden wahrscheinlich mit 20 Grad am Niederrhein erreicht. "Es wird herbstlich anmutend", berichtet die MeteoGroup.

Am Samstag wartet erneut ein Wechselspiel zwischen Sonne und Wolken. Von einem trockenen Tag ist nicht auszugehen. Südlich hängen dichte Wolken am Himmel, zeitweise fällt Regen. Weiter nördlich nehmen die Sonnen-Anteile zu - bei gelegentlichen Schauern, die lokal kräftiger ausfallen können. Die Temperaturen erreichen bis zu 12 Grad am Alpenrand und 19 Grad in Richtung Emsland und Niederrhein.

Der Sonntag verläuft ähnlich wie der Samstag: Sonne und Wolken wechseln sich ab, die Temperaturen bleiben gering - mit maximal 12 Grad am Alpenrand und 20 Grad in Niedersachsen und entlang des Rheins.

Sommer-Comeback ist nicht ausgeschlossen

Es ist möglich, dass der Spätsommer dieses Jahr zurückkommt. Momentan aber machen Meteorologen eine klare Ansage: Die nächsten Tage verlaufen relativ kühl im Vergleich zu den vergangenen Tagen. Temperaturen über 25 Grad sind nicht zu erwarten. Die erste Septemberwoche bringt eher kühle Luft. Ein Grund: In Nordeuropa wird es deutlich frischer.

Wie das Wetter nach der ersten Septemberwoche aussieht, ob und wann der Sommer danach wieder zurückkehrt, ist nach Informationen der MeteoGroup schwer vorauszusagen.

awo, t-online.de, MeteoGroup, dpa