© University of Aberdeen
Wissenschaftler haben den Beweis für eine »heiße Zone« entdeckt, die einen Supervulkan in Süditalien mit heißem Magma speist - sie befindet sich unterhalb der Küstenstadt Pozzuoli.

Die Campi Flegrei, in Deutschland als Phlegräische Felder bekannt, sind ein etwa 20 km westlich des Vesuvs gelegenes Gebiet mit hoher vulkanischer Aktivität in der süditalienischen Region Kampanien gelegen. Es umfasst ein Areal von über 150 Quadratkilometern, das unmittelbar am westlichen Stadtrand von Neapel beginnt, die Küste des Mittelmeeres bzw. des Golfes von Neapel umfasst und bis zu dem Gebiet der Inseln Ischia und Procida (im Südwesten) sowie Nisida (im Nordosten) reicht. Die nicht sichtbare, eingesunkene Caldera liegt zu zwei Dritteln unter Wasser und stellt einen von über 20 Supervulkanen auf der Erde dar.

Neueste Untersuchungen der Gegend in Verbindung mit seit Jahrzehnten ungewöhnlich ruhigen seismischen Aktivitäten, könnten darauf hindeuten, dass sich ein neuer verheerender Ausbruch des Supervulkans anbahnt - der letzte größere Ausbruch fand im Jahr 1538 n. Chr. statt.

Mit modernster seismologischer Technik ist es Wissenschaftlern nun gelungen, die Quelle zu entdecken, von der sie glauben, dass ihr heißes Material tief vom Innern der Erde aufsteigt und die Caldera speist.
"Eine Frage, über die unsere Wissenschaftler rätseln, lautet, wo eigentlich die Magmablase unter der Caldera liegt und unsere Studie liefert den ersten Beweis für eine »heiße Zone« unter der Stadt Pozzuoli, die sich in das Meer bis in eine Tiefe von vier Kilometern erstreckt. Während dies der wahrscheinlichste Ort für eine kleine Magmablase wäre, könnte es auch die aufgeheizte, flüssigkeitsgefüllte Oberseite einer breiteren Magmakammer sein, die sich darunter befindet",
sagte Studienleiter Dr. Luca De Siena von der University of Aberdeen im Phys.org.

Die letzte größere Aktivität in der Gegend fand zwischen 1982 und 1984 statt, als es zwei Erdbewegungen gab, bei denen sich die Küste um 1,8 Meter hob und senkte. Mehr als 10.000 leichte Erdbeben fanden in diesen Phasen statt. Grund war die Einspritzung von Magma in den flacheren Teil des Vulkans. "Während der letzten 30 Jahre hat sich das Verhalten des Vulkans verändert, wobei alles durch die Flüssigkeiten, die die gesamte Caldera durchdringen, immer heißer wird. Was auch immer die Aktivität unter Pozzuoli in den 1980er-Jahren hervorgerufen hat, ist auch woanders hingewandert. Also bedroht die Gefahr nicht nur den selben Ort, es könnte jetzt viel näher an Neapel liegen. Was dies für die Größenordnung eines künftigen Ausbruchs bedeutet, können wir nicht sagen, doch es bestehen keine Zweifel daran, dass der Vulkan dadurch gefährlicher wird", sagte Dr. Siena.