Die jüngsten Waldbrände in Kalifornien machten aus verschiedenen Gründen Schlagzeilen. Zum Einen handelte es sich um das verheerendste Ereignis in der Geschichte des US-Bundesstaates Kalifornien, zum Anderen wurden eine Menge Fragen aufgeworfen, wie es zu den teils sehr selektiven Zerstörungen gekommen sein mag.

Die Brände sind inzwischen weitestgehend unter Kontrolle oder gelöscht, wie die zuständigen Behörden berichten. Von den in der Spitze 11.000 Einsatzkräften sind derzeit immer noch 3.800 mit der Bekämpfung der verbliebenen 9 Brandherde beschäftigt.

Mittlerweile liegen die ersten Schadensbilanzen vor. So sind in den verschiedenen Bezirken Kaliforniens insgesamt rund 2.000 Quadratkilometer den Flammen zum Opfer gefallen, bisher 42 Todesopfer wurden geborgen, Dutzende gelten nach wie vor als vermisst. Laut der kalifornischen Feuerbekämpfungsbehörde "CalFire" gingen 8.700 Gebäude verloren.

Erste Zahlen hinsichtlich der zerstörten Werte wurden vergangene Woche von der zuständigen Versicherungsbehörde Kaliforniens herausgegeben. Demnach wird geschätzt, dass "die vorläufigen Daten $ 1,045 Milliarden an Verlusten bei kommerziellen Strukturen und Wohnhäusern, persönlichen und geschäftlichen Fahrzeugen und landwirtschaftlichem Gerät" zeigen. Der Vorsitzende des Versicherungsbehörde, Dave Jones, rechnet jedoch mit einer Erhöhung dieser Verlustzahlen:
»Diese Zahlen sind nur der Anfang der tödlichsten und verlustreichsten Brände in der Geschichte Kaliforniens. Der tragische Tod von 42 Menschen und über eine Milliarde an Eigentumsverslusten sind Zahlen - hinter diesen Zahlen stehen tausende Menschen, welche durch ihren unfassbaren Verlust traumatisiert wurden. Wir müssen alles erdenkliche tun, um ihren Schmerz zu lindern und ihnen bei der Genesung und beim Wiederaufbau helfen.«
Als Randnotiz wird weiter vermeldet, dass mindestens zwei Dutzend Weingüter teilweise oder vollständig zerstört wurden. Die Ernte wurde von den Meisten zwar noch vor den Bränden eingebracht, doch die am stärksten betroffenen Güter werden wohl bis zu fünf Jahren brauchen, bis ihre Weinstöcke nachgewachsen sind. Einzelne Kommentatoren sind allerdings zutiefst erleichtert, dass ihre persönlichen Lieblingsweingüter verschont geblieben sind. Solange man sonst keine Sorgen hat ...

Alles läuft nach Plan ...

Der Nachtwächter