Aus dem Schlot des Mayon schießt die Lava auf beeindruckende Weise empor. Noch etliche Kilometer entfernt sind die riesigen Rauchwolken zu sehen, die ebenfalls aus seinem Krater kommen. Nicht alle wollen der Umgebung rund um den Vulkan fernbleiben.

Mayon volcano erupting / Vulkan ausbruch
© (AFP Photo/TED ALJIBE)
Der Vulkan Mayon hat feuerrote Lava und riesige Wolken überhitzte Asche ausgestoßen
Legazpi - Der Vulkan Mayon hat auf den Philippinen am Mittwoch mindestens viermal rotglühende Lava und Aschewolken in die Luft gespien. Mittlerweile brachten sich mehr als 74 000 Menschen vor dem aktiven Vulkan in Sicherheit. Die philippinischen Behörden befürchteten, dass sich die Notfallsituation noch über Monate hinziehen könnte.

Der 2.460 Meter hohe Mayon 340 Kilometer südöstlich der Hauptstadt Manila gilt als aktivster Vulkan der Philippinen. Er rumort seit mehr als einer Woche, seine Lava floss nach einer beeindruckenden, aber brandgefährlichen Eruption bis zu drei Kilometer weit. Sie schoss bis zu 600 Meter hoch, Aschewolken stiegen in eine Höhe von bis zu fünf Kilometern über dem Krater auf. Berichte über Verletzte lagen bislang nicht vor. Die Behörden hatten jedoch ihre Mühen dabei, Dorfbewohner und Touristen davon abzuhalten, in die Gefahrenzone zurückzukehren.

Vulkan Mayon
"Das ist ein logistischer Alptraum", sagte der regionale Direktor des Zivilschutzes, Claudio Yucot, über die Anstrengungen der Regierung bei der Betreuung der Menschen, die in mindestens 66 Notunterkünften in der nordöstlichen Provinz Albay untergebracht wurden.

Schaut man sich vorherige Eruptionen des Mayon an, dann könnte sein Brodeln zwei bis vier Monate anhalten. Das würde Auswirkungen auf das gesamte Leben in der Region haben, vom Schulunterricht bis zur Strafverfolgung. Yucot zufolge sollen Lernzentren in Dutzenden zu Notunterkünften umfunktionierten Schulen errichtet werden. Vieh soll in Gebiete getrieben werden, die in der Nähe der jeweiligen Evakuierungslager liegen, in denen ihre Besitzer untergekommen sind.

Cedric Daep von der Katastrophenhilfe der Provinz zeigte seine Verzweiflung über diejenigen, die zu ihren Häusern und Bauernhöfen im Gefahrengebiet zurückkehren, als er auf einer Pressekonferenz sagte, er empfehle, dass die Strom- und Wasserversorgung im Sperrgebiet unterbrochen werde. So sollten Bewohner von einer Rückkehr abgehalten werden.

Der Mayon ist in den vergangenen 500 Jahren etwa 50 Mal ausgebrochen. Trotzdem ist er ein beliebtes Ziel von Bergsteigern und Touristen geblieben. Auch der jetzige Ausbruch zog Reisende an, die sich das seltene Naturschauspiel ansehen wollen. Vor viereinhalb Jahren hatte der Vulkan bei einem plötzlichen Ausbruch fünf Bergsteiger getötet, die trotz Warnungen in Richtung Gipfel geklettert waren. Unter ihnen waren drei Deutsche.

Der opferreichste Ausbruch des Vulkans ereignete sich vor mehr als 200 Jahren: Im Jahr 1814 tötete der Mayon bei seiner Eruption mehr als 1200 Menschen.

Rund 22 Vulkane auf den Philippinen gelten als aktiv. Der Inselstaat liegt auf dem sogenannten Pazifischen Feuerring, auf dem vulkanische Aktivitäten und Erdbeben häufiger auftreten.

ap