Syrien Propaganda

Schlagzeile aus der BILD
Liebes Tagebuch, viele meiner Kollegen sind unzufrieden mit den jüngsten Entwicklungen in Syrien. Sie sind unzufrieden, dass Assad immer noch an der Macht ist. Dennoch denke ich, dass das metaphorische Glas halbvoll ist. In einer kürzlich geführten Umfrage unterstützten 58% der befragten Amerikaner die Bombardierung Syriens und 19% hatten "keine Meinung" dazu. Das sind fantastische Neuigkeiten, zeigen sie doch, dass die große Mehrheit der Menschen leicht zu manipulieren oder aber einfach apathisch sind. Das wichtigste und zugleich am wenigsten verstandene Werkzeug einer Demokratie ist Propaganda. Werfen wir einen Blick auf die Grundlagen einer erfolgreichen Propaganda-Kampagne.

Dies sind die fünf Regeln erfolgreicher Public Relation, auch bekannt als Propaganda:
  1. Halte die Botschaft einfach
  2. Halte es emotional
  3. Lasse keine Nuancen oder Debatten zu
  4. Verteufle die Opposition
  5. Wiederhole die Botschaft
Regel 1: Die Grundaussage muss so einfach sein, dass sie selbst ein Fünfjähriger verstehen kann. In diesem Fall war es: "Assad setzt chemische Waffen ein, um unschuldige Syrer zu töten." Die zweite Botschaft war: "Wir sollten etwas dagegen unternehmen." Diese Botschaft war für jeden Fernsehzuschauer oder Leser von Mainstreammedien klar und deutlich zu hören.

Regel 2: Halte es emotional. Propaganda ist nichts anderes als Marketing. (Tatsächlich ist es so, dass der Begriff Public Relations geprägt wurde, um den der Propaganda abzulösen, nachdem dieser während des ersten Weltkrieges negativ besetzt wurde.) Jede gute Werbung hat einen emotionalen Aspekt. Emotionen halten uns vom Denken und Analysieren ab. Deshalb nutzen Werber sexy Frauenbilder, um Pepsi zu verkaufen - und um einen Krieg zu verkaufen, müssen Angst und/oder Ärger geschürt werden.

Liebes Tagebuch, viele meiner Kollegen sind unzufrieden mit den jüngsten Entwicklungen in Syrien. Sie sind unzufrieden, dass Assad immer noch an der Macht ist. Dennoch denke ich, dass das metaphorische Glas halbvoll ist. In einer kürzlich geführten Umfrage unterstützten 58% der befragten Amerikaner die Bombardierung Syriens und 19% hatten "keine Meinung" dazu. Das sind fantastische Neuigkeiten, zeigen sie doch, dass die große Mehrheit der Menschen leicht zu manipulieren oder aber einfach apathisch sind. Das wichtigste und zugleich am wenigsten verstandene Werkzeug einer Demokratie ist Propaganda. Werfen wir einen Blick auf die Grundlagen einer erfolgreichen Propaganda-Kampagne.

Dies sind die fünf Regeln erfolgreicher Public Relation, auch bekannt als Propaganda:
  1. Halte die Botschaft einfach
  2. Halte es emotional
  3. Lasse keine Nuancen oder Debatten zu
  4. Verteufle die Opposition
  5. Wiederhole die Botschaft
Regel 1: Die Grundaussage muss so einfach sein, dass sie selbst ein Fünfjähriger verstehen kann. In diesem Fall war es: "Assad setzt chemische Waffen ein, um unschuldige Syrer zu töten." Die zweite Botschaft war: "Wir sollten etwas dagegen unternehmen." Diese Botschaft war für jeden Fernsehzuschauer oder Leser von Mainstreammedien klar und deutlich zu hören.

Regel 2: Halte es emotional. Propaganda ist nichts anderes als Marketing. (Tatsächlich ist es so, dass der Begriff Public Relations geprägt wurde, um den der Propaganda abzulösen, nachdem dieser während des ersten Weltkrieges negativ besetzt wurde.) Jede gute Werbung hat einen emotionalen Aspekt. Emotionen halten uns vom Denken und Analysieren ab. Deshalb nutzen Werber sexy Frauenbilder, um Pepsi zu verkaufen - und um einen Krieg zu verkaufen, müssen Angst und/oder Ärger geschürt werden.

Vor gut 120 Jahren, als die USA Kuba von Spanien stehlen wollten, setzten sie auf genau dieses Skript. "Du lieferst die Bilder und ich liefere den Krieg", teilte der Zeitungs-Tycoon William Randolph Hearst seinem Cartoonisten mit. Die Bilder zeigten sterbende Kinder und brutale, spanische Autoritäten. (Auch, wenn Spanien weiß ist, zeigt das untenstehende Bild eine Person mit afro-amerikanischen Zügen, denn ein Kriegstreiber konnte in jenen Tagen auch Rassist sein.)

US-Spanish war propaganda
Heutzutage sagt die US-Regierung den White Helmets: "Ihr liefert die Videos, wir liefern den Krieg." Es ist immer dieselbe Technik, die wieder und wieder angewandt wird. Wer erinnert sich noch an den ersten Irak-Krieg, als ein junges Mädchen vor dem Kongress aussagte, dass irakische Soldaten Neugeborene in ihren Inkubatoren töteten? Natürlich erwies sich dies am Ende als Fake News und das Mädchen, so zeigte sich, war die Tochter des kuweitischen Botschafters.

Der Krieg in Syrien ist auch ein Beispiel, wie emotionalisierend Sprache eingesetzt wird: "Der schlimmste Angriff mit chemischen Kampfstoffen in Syrien seit Jahren." (eine Lüge, verbreitet von der New York Times, die einen eigenen Artikel zu vergessen scheint, in dem von über 52+ chemischen Attacken berichtet wurde, die ISIS verübt hat), "Internationale Entrüstung", "Die Welt ist geschockt", "Fürchterlicher / tödlicher / scheußlicher / schrecklicher chemische Angriff", etc. Außerdem wird die syrische Regierung durchweg als "Regime" bezeichnet und Assad ist immer ein "Diktator" oder "Schlächter", der "sein eigenes Volk umbringt". Jeder Satz, jedes Wort ist darauf ausgelegt, emotionale Wirkung zu erzielen.

Regel 3: Debatten sind nicht erlaubt. Medien und Kommentatoren lassen absolut keinen Zweifel daran, wer der Schuldige war. Minuten nach der Veröffentlichung des Videos und Bildmaterials beschuldigte jeder Assad. Da hat es keinen Unterschied gemacht, ob man ABC, NBC, CBS, CNN, Fox schaute oder die NY Times, Washington Post oder Huffington Post las - alle sprangen auf den Zug auf. Tucker Carlson war der einzige Vertreter der Mainstreammedien, der von der Linie abwich, aber wir kümmern uns um ihn.

Diese Form der Konsistenz ist von grundlegender Bedeutung für eine erfolgreiche Propaganda-Kampagne. Niemandem sollte es möglich sein Alternativen anzudenken - könnte der Anschlag gestellt sein, könnte es ein False-Flag sein, könnte es Fake sein? Wie sollen wir wissen, wann und wo die Videos gemacht wurden? Wie kommt es, dass Assads chemische Waffen nur Kinder und Zivilisten töten und niemals Jihadisten? Warum finden die Angriffe immer nur statt, wenn Assad am gewinnen ist etc.?

Es gab auch keine Diskussion um Beweise oder Belege. Wir sehen Bilder und Videos und das genügt. Wir haben einen Arzt vor Ort, der sagt, dass es Sarin- oder Chlor-Gas ist... Ende der Geschichte. Niemand spricht über Optionen, etwa ein internationales Ärzte- und Experten-Team vor Ort zu senden, sollen wir die Autopsien abwarten, sollten wir Assad auf die Anschuldigungen antworten lassen (bewahre!) und so weiter.

Das US-Establishment ist Richter, Jury und Henker (letzteres wortwörtlich). Der Zeuge ist Al-Qaida, der die Bilder und Videos liefert, aber der Durchschnittsbürger weiß auch das nicht.

Auch die zweite Botschaft wurde nie diskutiert. Selbst unter der Annahme, dass die syrische Regierung chemische Waffen eingesetzt hat, warum sollten die USA etwas dagegen unternehmen? Ist es eine moralische Verpflichtung, die nur den USA zufällt? Ist es eine rechtliche Verpflichtung? Intervenieren die USA jedes Mal, wenn ein Land chemische Waffen einsetzt? Wie steht um nicht-chemische Waffen? Solche Diskussionen sind nicht erlaubt.

Auch der Angriff mit Marschflugkörpern war lächerlich, aber die Durchschnittsperson bemerkt nichts Verdächtiges. So wurde etwa die Barzeh-Forschungseinrichtung bombardiert, die von der OPCW mehrmals inspiziert worden war, zuletzt im November 2017. Fakt ist, dass es sich um eine zivile Forschungs- und Lehrstätte handelt.

Barzeh research center
Hinzu kommt, dass das OPCW Expertenteam am 13. April gerade in Syrien angekommen war, als das Dreiergespann USA/UK/Frankreich die Einrichtung bombardierten. Hätte es nicht Sinn gemacht, die Inspektion des OPCW-Teams abzuwarten, bevor man die Gebäude bombardiert? Außerdem, wenn dort wirklich chemische Waffen aufbewahrt wurden, hätten diese nicht freitreten und Tausende Zivilisten in der Umgebung töten müssen? Der Beleg für die zivile Natur der Forschungsstätte kam, als wenige Stunden nach dem Bombardement syrische Journalisten und Soldaten durch die zerstörten Überreste dieser tödlichen "chemischen Waffenfabrik" liefen, die kurz zuvor von den US-Geschossen in die Luft gesprengt worden war.

Ich weiß, ich weiß, Denken verkompliziert die Dinge nur und zerstört die bequeme Lüge. Das ist der Grund, warum Propaganda immer einfach gehalten sein muss.

Regel 4: Wer den Narrativ in Frage stellt, muss vehement angegriffen werden. Das geschah auf Vorbildlichste mit Attacken auf unabhängige Journalisten und Blogger. Vanessa Beeley, Eva Bartlett und Twitter-"Influencer" wie @PartisanGirl und @Iand56789 wurden als "russische Bots" verunglimpft. Ian wurde sogar für einige Tage auf Twitter gesperrt. Und während der Angriffe auf Syrien legten Hacker Seiten wie 21st Century Wire und Russian Insider lahm.

Regel 5: Wiederholung ist der Schlüssel für eine erfolgreiche Kampagne - ob es um den Verkauf eines Produktes, eines Politikers oder eines Krieges geht. Demensprechend bestrebt waren die Medien, alle Kanäle und das Internet mit schockierenden Bildern, Videos und emotionaler Sprache zu fluten. Der Westen hat nur einen Medienkanal, aber der tritt unter Hunderten, Tausenden verschiedenen Namen auf, um die Illusion von Vielfalt und einer Wahl zu geben. Wenn auf diese Weise dieselbe Botschaft immer und immer wieder von so vielen Menschen wiederholt wird, verwandelt sie sich in die Wahrheit.

So zeigt sich, es spielt keine Rolle, ob Assad noch an der Macht ist. Das Wichtigste ist, dass Menschen leichtgläubig und formbar sind, denn das erlaubt es, den Krieg am Laufen zu halten und so eventuell unsere Ziele zu erreichen. Ich versichere Dir, liebes Tagebuch, wir werden Syrien drankriegen und auch Iran. Ja, es wird ein humanitäres Desaster epischen Ausmaßes werden, aber sei sicher, dass es dem Westen gut damit gehen wird. Das ist die Macht von Propaganda!