Die im Jahr Januar 2006 gestartete US-Sonde der NASA mit dem Namen New Horizons hat sich um 0.33 Uhr EST (6.33 MEZ) erstmals einem Asteroiden im sogenannten Kuipergürtel am äußersten Rand unseres Sonnensystems mit einem Abstand von nur 3500 Kilometern maximal angenähert. Bei dem Objekt handelt es sich um den Asteroiden 2014 MU69 Ultima Thule, einem weit entfernten Himmelskörper, der von einer irdischen Sonde noch nie besucht worden war.
Thule
Die Sonde ist mit einer Geschwindigkeit von 32.000 Meilen pro Stunde (14,6 Kilometer in der Sekunde) an dem Asteroiden vorbeigeschwirrt. Dieser befindet sich hinter dem Zwergplaneten Pluto, am äußersten Rand des Sonnensystems, dem so genannten Kuipergürtel, und ist 6,4 Milliarden Kilometer von der Erde entfernt.
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Die Nasa-Forscher hoffen, anhand von Daten bzw. Bildern, die die Raumsonde zur Erde senden soll, mehr über den Ursprung des Asteroiden und die Entstehung anderer Himmelskörper dieser Art zu erfahren.

~ Sputnik
Erste Aufnahmen wurden bereits zur Erde gesendet, von der NASA veröffentlicht und sie sollen bereits erste Fragen um Ultima Thule klären.
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Ultima Thule
© NASA/JHUAPL/SwRI (r. bearb.: grewi.de)
Kompositaufnahme zweier Aufnahmen des Objekts "Ultima Thule" (2014 MU69).
Wie die NASA berichtet, stammen die nun veröffentlichten Aufnahmen vom 31. Dezember 2018 und bestätigten nicht nur, dass die Sonde "New Horizons" selbst, die 2015 Pluto erforscht hat, noch voll funktionstüchtig ist, sondern auch bisherige Vermutungen, dass es sich bei Ultima Thule um ein längliches - kegelförmiges - Objekt mit offenbar zwei Kernen handelt. Alternativ könnte es sich jedoch auch noch um zwei sich sehr dicht umkreisende Objekte handeln. Die Ausmaße des Objekts betragen ca. 32 x 16 Kilometer.

~ Grenzwissenschaft Aktuell
Ein Rätsel um das Objekt könnte durch die jetzt veröffentlichten Aufnahmen bereits gelöst worden sein:
Während die bislang veröffentlichten Aufnahmen von dem Vorbeiflug derzeit also noch einige Fragen zur Form von Ultima Thule offen lassen, beantworten sie hingegen eines der ersten Rätsel um das Objekt, vor dem die NASA-Wissenschaftler schon zuvor standen, als es ihnen nicht gelang, anhand früherer Aufnahmen eine aussagekräftige Lichtkurve und damit erste Rückschlüsse auf Struktur und Form des Objekts abzuleiten (...GreWi berichtete).

Ultima Thule
© NASA/JHUAPL/SwRI
Die Künstlerische Darstellung (r.) basiert auf den Kompositaufnahmen des Objekts und zeigt zudem die Ausrichtung der Rotationsachse, die geradezu auf die „New Horizons“-Sonde weist.
"Die Aufnahmen zeigen, dass sich das Objekt tatsächlich wie ein Propeller dreht und dabei fast genau in Richtung der Sonde ausgerichtet ist", erläutert der Missionsleiter Alan Stern vom Southwest Research Institute (SwRI). Mit welcher Geschwindigkeit Ultima rotiert ist indes noch nicht genau bekannt.

Thule
© NASA/JHUAPL/SwRI (bearb. u.: grewi.de)
Drei Aufnahmen zeigen die Rotation von Ultima Thule im Abstand von 75 und 80 Minuten.
Schon morgen erhoffen sich die Missionswissenschaftler weitere und dann noch höher aufgelöste Aufnahmen von Ultima Thule. Insgesamt wird es rund 20 Monate dauern, bis alle wissenschaftlichen Daten des gestrigen Vorbeifluges in rund 6,4 Milliarden Kilometern Distanz zur Sonne zu Erde übertragen wurden.

~ Grenzwissenschaft Aktuell