Ein Mann ist am helllichten Tag in einem Berliner Park erschossen worden. Nun sitzt der Tatverdächtige in Untersuchungshaft - es besteht Mordverdacht.

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© CLEMENS BILAN/EPA-EFE/REX
Beamter der Spurensicherung am Tatort in Berlin
Am Freitagmittag gegen 12 Uhr wurde ein Mann in der Parkanlage Kleiner Tiergarten in Berlin-Moabit mit mehreren Schüssen niedergestreckt. Das Opfer erlag noch vor Ort seinen Verletzungen. Passanten alarmierten die Polizei, das Gelände an der Stromstraße/Ecke Turmstraße wurde abgesperrt.

Ein Tatverdächtiger konnte festgenommen werden - jetzt wurde auf Antrag der Staatsanwaltschaft ein Haftbefehl wegen Heimtückemordes erlassen. Das teilte die Berliner Staatsanwaltschaft auf Twitter mit. Der Mann sitzt demnach in Untersuchungshaft.

Die Staatsanwaltschaft veröffentlichte auch Details zum Opfer und dem Tatverdächtigen. Demnach handelte es sich bei dem Getöteten um einen 40-jährigen Georgier. Die Tatwaffe und das mutmaßliche Fluchtfahrrad seien sichergestellt worden, schrieb die Staatsanwaltschaft weiter. Der Tatverdächtige habe die russische Staatsbürgerschaft. Sein Alter gab die Staatsanwaltschaft zunächst mit 48 Jahren an, später korrigierte sie das in einem weiteren Tweet auf 49 Jahre.


Noch sind die Tathintergründe unklar. Medienberichten zufolge soll der Tote ein islamistischer Gefährder tschetschenischer Herkunft gewesen sein. Dafür gibt es bisher aber keine Bestätigung. Nach SPIEGEL-Informationen ermittelt die Staatsanwaltschaft weiter in alle Richtungen. Ein politischer Hintergrund der Tat werde nicht ausgeschlossen.

Die Berliner Morgenpost sprach mit einer Frau, die das Tatgeschehen von einem Café aus beobachtet haben soll. Sie beschrieb das Vorgehen des Täters als "Hinrichtung": Der Mann habe sich dem Opfer von hinten auf dem Fahrrad genähert. Aus wenigen Metern Entfernung habe er dann geschossen. Als das Opfer auf dem Boden gelegen habe, habe der Täter ein zweites Mal geschossen und sei danach mit dem Rad geflohen.

ala/kko/dpa