Eine Frau und ein Kind aus Thüringen sind am Samstag bei einen Lawinenunglück in Südtirol ums Leben gekommen. Laut einem Tweet des Verteidigungsministeriums handelt es sich um eine Soldatin und deren Tochter.
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Das Mädchen aus Thüringen wurde mit dem Rettungshubschrauber ins Krankenhaus gebracht, verstarb aber später an seinen Verletzungen.
Bei einem Lawinenunglück in Südtirol sind am Samstag eine Frau und ein Kind aus Thüringen ums Leben gekommen. Sie stammten aus Hauteroda im Kyffhäuserkreis. Die junge Frau war nach Angaben des Verteidigungsministeriums Bundeswehrsoldatin. Bei dem Kind handele es sich um die siebenjährige Tochter der Frau. Außerdem starb bei dem Unglück ein weiteres Kind aus Nordrhein-Westfalen.

Das Unglück ereignete sich auf der Teufelsegg-Piste im Skigebiet Schnalstal in Italien. Laut Polizei ging dort am Mittag eine Lawine nieder und begrub mehrere Skifahrer unter sich, die gerade auf der Piste unterwegs waren. Die 35 Jahre alte Frau aus Thüringen konnte nur noch tot aus den Schneemassen geborgen werden.

Die siebenjährige Tochter der Frau wurde laut Polizei am Unglücksort wiederbelebt und mit einem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus nach Trient gebracht. Sie starb jedoch am Abend im Krankenhaus an ihren schweren Verletzungen.

Weiteres totes Mädchen aus Nordrhein-Westfalen

Ein siebenjähriges Mädchen aus Eschweiler in Nordrhein-Westfalen kam in den Schneemassen ebenfalls zu Tode. Ihr Vater sowie ihr elfjähriger Bruder wurden verletzt gerettet.

Die Rettungskräfte suchten am Abend noch nach möglichen weiteren Verschütteten. Mittlerweile wurde die Suche eingestellt. Nach Angaben der Bergwacht im Schnalstal werden keine Menschen mehr vermisst.

Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) und Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) sprachen den Angehörigen ihr Mitgefühl aus. "Meine Gedanken und mein Mitgefühl sind bei den Angehörigen und den Freunden aller Opfer dieses furchtbaren Unglücks", teilte Kramp-Karrenbrauer (CDU) auf Twitter mit. Die gestorbene Frau sei demnach Soldatin gewesen.

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) soll nach Informationen der Bild am Sonntag noch am Samstagabend Angehörige der Verunglückten aufgesucht haben, um Ihnen zu kondolieren. Demnach machte Scheuer in derselben Region in Südtirol Urlaub. Ein Sprecher des Verkehrsministeriums bestätigte, dass der Minister privat in dem Ort gewesen sei.

Ramelow sagt Unterstützung zu

Auch Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) äußerte sich am Sonntag gegenüber der Deutschen-Presse-Agentur: "Hier wurde großes Leid über eine Familie gebracht, die einfach ihren wohlverdienten Winterurlaub machen wollte".

Die Landesregierung werde den Angehörigen ihre Unterstützung anbieten. Der Fall zeige einmal mehr, dass Naturkapriolen nicht zu unterschätzen seien - insbesondere da es offensichtlich keine Lawinenwarnung gab.

Der Bürgermeister von Hauteroda im Kyffhäuserkreis, Norbert Eichholz, sprach von einem Schock für die Menschen im Ort: "Das Mitgefühl ist sehr groß."


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Wie ein Sprecher der Carabinieri sagte, habe in dem Gebiet keine Lawinengefahr bestanden. Allerdings herrschte zum Zeitpunkt des Unglücks starker Wind und es hatte einen Temperaturanstieg gegeben.

Die italienische Nachrichtenagentur Ansa zitierte den Chef der Schnalstaler Gletscherbahnen, dass man keine Lawinengefahr gesehen habe. Sonst hätte man die Piste nicht freigegeben. Es sei aber nicht auszuschließen, dass Skiläufer abseits der Piste die Lawine ausgelöst hätten.
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Rettungskräfte auf der Suche nach Opfern des Lawinenabgangs.
Die italienische Zeitung La Repubblica berichtete außerdem von einem weiteren Lawinenabgang am Samstag in einem Skigebiet am Hirzer (Punta Cervina) in den Sarntaler Alpen, ebenfalls Südtirol. Ein italienischer Skialpinist sei von der Lawine mitgerissen, aber von seinen Kameraden geborgen worden. Er wurde in ein Krankenhaus in Bozen gebracht.

Staatsanwaltschaft ermittelt

Unklar ist, wieso das Schneebrett über eine gesicherte Abfahrt rauschen konnte. Die Staatsanwaltschaft Bozen sei am Sonntag zu einer Besichtigung des Unglücksortes im Schnalstal, so die örtliche Bergwacht. Die Behörde muss unter anderem ermitteln, wie es zu dem Unglück kommen konnte und wie die Lawine ausgelöst wurde.
Anmerkung der Redaktion Das Alter eines der Opfer hatte die Polizei zuerst mit 25 Jahren angegeben. Nach aktuellen Informationen handelt es sich aber um ein 35-jährige Soldatin.
MDR THÜRINGEN/dr/nis, dpa