Volkswagen und seine Sportwagentochter Porsche erleben 2025 eines der schwierigsten Jahre seit der Dieselkrise.

porsche Gewinneinbruch
© KI generiertGewinn bricht um 98 % gegenüber dem Vorjahr ein.
Der Gewinn des VW‑Konzerns ist nach Steuern von 12,4 auf 6,9 Milliarden Euro eingebrochen - ein Rückgang um rund 44 Prozent und das schwächste Ergebnis seit 2016. Gleichzeitig rutschte der Konzern zeitweise in die roten Zahlen, vorwiegend wegen US‑Zöllen unter Präsident Donald Trump und der massiven Ergebnisbelastung durch Porsche.

Als Antwort setzt VW auf einen harten Sparkurs: Bis 2030 sollen im Konzern in Deutschland rund 50.000 Stellen wegfallen, insbesondere bei der Kernmarke VW, aber auch bei Porsche und der Software-Tochter Cariad. Die derzeitige Rendite von gut 4 Prozent stuft das Management selbst als zu niedrig ein; für 2026 wird nur eine leichte Verbesserung erwartet. Für viele Beschäftigte bedeutet das Unsicherheit, Personalabbau und zunehmenden Druck in den Werken.

Besonders dramatisch ist die Lage bei Porsche. Das operative Ergebnis stürzte von knapp 5,3 Milliarden auf nur 90 Millionen Euro ab, inklusive Finanzdienstleistungen von 5,6 Milliarden auf 413 Millionen Euro. Das ist ein Gewinneinbruch von 98 %. Auslöser sind ein Absatzeinbruch in China, höhere US‑Zölle und eine Fehleinschätzung des Tempos beim Umstieg auf Elektroautos.

Porsche steuert nun um, setzt wieder stärker auf Verbrenner und leistungsstarke Hybride und hofft 2026 trotz sinkender Stückzahlen auf eine Rendite von über fünf Prozent. Es ist eine Strategie, die Porsche und ebenso Volkswagen bereits vor vielen Jahren hätte umsetzen müssen.

Vor diesem Hintergrund sorgt ein weiterer Punkt für besonders viel Kritik: die Boni und Vergütungen der Konzernspitze. Nachdem Anfang des Jahres bereits Diskussionen aufkamen, dass VW plötzlich über deutlich mehr finanziellen Spielraum verfüge und variable Vergütungen gesichert seien, wirkt die aktuelle Lage wie ein doppeltes Signal: Während der Konzern mit Verweis auf Zölle, Marktunsicherheit und Transformation zehntausende Stellen streichen und die Belegschaft zu Verzicht und Effizienz aufrufen will, halten Spitzenfunktionäre weitgehend an hohen Bezügen und Bonusansprüchen fest. Auch wenn einzelne Kürzungen und Verzichtsbeiträge kommuniziert wurden, entsteht der Eindruck, dass die Hauptlast der Krise bei Beschäftigten und Standorten liegt, während das Top‑Management seine Anreizsysteme nur begrenzt infrage stellt.

Damit wird der Gewinneinbruch nicht nur zu einem wirtschaftlichen, sondern auch zu einem politischen und gesellschaftlichen Thema. Viele Beobachter fragen sich, wie glaubwürdig Sparprogramme und Transformationsstrategien sind, wenn gleichzeitig hohe Boni gezahlt werden - und ob der Umbau der deutschen Autoindustrie ohne eine spürbar andere Verteilung von Risiken und Lasten zwischen Vorstand, Belegschaft und Öffentlichkeit gelingen kann.

2025: VW und Porsche mit massiven Gewinneinbrüchen