Porsche schnürt das nächste Sparpaket, um das Stammwerk in Stuttgart-Zuffenhausen zu sichern. Tausende Stellen sollen dafür wegfallen, außerdem gibt es Kürzungen bei Weihnachtsgeld und Homeoffice.
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Die Krise in der Autoindustrie hält an. Bereits im Februar 2025 einigten sich das Porsche-Management und der Betriebsrat auf einen Stellenabbau. Nun folgt die zweite große Sparrunde innerhalb kurzer Zeit. Der Konzern spricht von einem »Zukunftspaket«.


Kommentar: Dieses sogenannte Zukunftspaket wurde zu spät geschnürt. Und es Zukunftspaket zu nennen, ist nur ein psychologischer Trick und eine Beschönigung der aktuellen katastrophalen Lage. Es müsste eigentlich Notfallpaket heißen.


Der Sport- und Geländewagenbauer streicht demnach bis 2035 weitere 5000 Stellen in der Region Stuttgart. Betroffen sind das Stammwerk in Stuttgart-Zuffenhausen und das Entwicklungszentrum im nah gelegenen Weissach. Im Gegenzug wird die Standortsicherung um fünf Jahre bis Ende 2035 verlängert. Betriebsbedingte Kündigungen sind in dieser Zeit ausgeschlossen, wie das Unternehmen und der Gesamtbetriebsrat mitteilen.

Der Stellenabbau soll laut Porsche sozialverträglich erfolgen - vor allem über natürliche Fluktuation, demografische Effekte, Altersteilzeit und freiwillige Aufhebungsverträge. An den Verhandlungen waren auch die IG Metall und der Arbeitgeberverband Südwestmetall beteiligt. Ziel sei, die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken und dabei langfristig möglichst viele Arbeitsplätze abzusichern.

Das sogenannte Zukunftspaket sieht auch Investitionen von insgesamt 2,1 Milliarden Euro vor. Damit soll unter anderem sichergestellt werden, dass die zweitürigen Sportwagen weiterhin in Zuffenhausen vom Band rollen und die Entwicklungsarbeit in Weissach gebündelt bleibt. Finanziert wird das demnach durch ein umfassendes Maßnahmenpaket. »Es soll die Personalkosten deutlich senken und die Arbeit an den Standorten flexibler und produktiver machen.«


Kommentar: Wenn alles so weiterläuft wie bisher. Nur wird leider die aktuelle Lage am Weltmarkt (Straße von Hormus, China, Zölle) nicht einkalkuliert.


Konkret bedeutet das unter anderem:
  • Tariferhöhungen werden bis 2035 zum Teil einbehalten,
  • Das Weihnachtsgeld sinkt
  • Der Mitarbeiterbonus orientiert sich stärker am Unternehmenserfolg
  • Große Teile des Managements verzichten 2027 und 2028 auf Erhöhungen der Grundvergütung
  • Homeoffice soll zudem künftig nur noch an maximal acht statt zwölf Tagen im Monat möglich sein
Porsches zweite große Sparrunde

Das nun beschlossene Zukunftspaket ist bereits die zweite große Sparrunde. Im Februar 2025 hatten sich Management und Betriebsrat auf den Abbau von rund 1900 Stellen in der Region Stuttgart bis 2029 verständigt. Zusätzlich liefen die befristeten Arbeitsverträge von etwa 2000 Mitarbeitern aus. Aber nicht nur am Stammsitz wurde zuletzt gespart: Im Leipziger Werk hat Porsche ebenfalls Jobs abgebaut, auch drei Tochterfirmen mit zusammen rund 500 Beschäftigten wurden oder werden noch geschlossen.

In Summe streicht der Sportwagenbauer in den kommenden Jahren mehr als jede dritte Stelle in seiner Heimat. Ende 2024 hatte Porsche in der Region Stuttgart rund 22.200 Beschäftigte, ein Jahr später waren es noch ungefähr 20.600. Weltweit beschäftigte der Konzern Ende 2025 fast 41.800 Menschen. Der neue Chef Leiters hatte bereits angekündigt, Porsche deutlich zu verschlanken. Die Verhandlungen mit dem Betriebsrat liefen seit vergangenem Herbst - wegen der Wechsel an der Unternehmensspitze aber mit Unterbrechungen.

Nötig sind die Sparmaßnahmen, weil Porsche bereits seit einiger Zeit in der Krise steckt. Der Konzernüberschuss brach 2025 um 91 Prozent auf 310 Millionen Euro ein. Im ersten Quartal setzte sich der Rückgang fort, wenn auch mit weniger Tempo.


Ursachen für die Entwicklung sind das enorm kriselnde Chinageschäft, die US-Zollpolitik und die geringere Nachfrage nach E-Modellen. Hinzu kamen der Konzernumbau und wegweisende strategische Fragen: Allein die Entscheidung, wieder mehr Autos mit Verbrennungsmotor zu entwickeln und zu produzieren, schlug mit Milliarden zu Buche. Auch 2026 erwartet das Unternehmen dadurch Belastungen im hohen dreistelligen Millionenbereich.

ptz/dpa