
Eine länger anhaltende Unterbrechung der LNG-Exporte aus der Region könnte das weltweite Angebot verknappen und europäische Abnehmer dazu zwingen, sich in einem verschärften und kostspieligeren Wettbewerb mit asiatischen Importeuren, um die verfügbaren Ladungen zu behaupten. Der durchschnittliche Füllstand der Gasspeicher in Europa liegt derzeit bei knapp über 52 %, wobei wichtige Länder wie Deutschland und die Niederlande deutlich unter diesem Wert liegen (siehe unten).
Da bis zum Winter weniger als vier Monate verbleiben, schrumpft für Europa das Zeitfenster, um die Speicherbestände auf mindestens 80 % aufzufüllen. Die Straße von Hormus, durch die etwa ein Fünftel des weltweiten Flüssigerdgases und fast ein Drittel des globalen Düngemittelhandels transportiert wird, entwickelte sich erneut zu einer Hochrisikozone, und der Preis für ein Barrel Brent-Rohöl kletterte wieder über die Marke von 85 US-Dollar.
Kommentar: Es wird bereits überlegt, die Gasspeicher nicht mehr so stark und stabil zu befüllen:
Für den nächsten kalten Winter: Behörde findet Füllstandsvorgabe für Gasspeicher veraltet
Da Erdgas den Großteil der Produktionskosten für Stickstoff ausmacht, wirken sich Unruhen rund um die Straße von Hormus unmittelbar auf die Düngemittelpreise aus.
Deutsche Gas-Speicher nur zu 40 % gefüllt
Diese jüngste Eskalation fällt für Europa in eine besonders kritische Phase, da die Gasspeicher im Vorfeld des Winters gerade wieder aufgefüllt werden. Das langsame Einspeisetempo war unter anderem auf anhaltend geringe LNG-Zuflüsse zurückzuführen, bedingt durch die anhaltenden geopolitischen Spannungen im Nahen Osten sowie durch Störungen im Schiffsverkehr, die den LNG-Transport durch die Straße von Hormus (SOH) beeinträchtigten.
Gleichzeitig schwächten sich die wirtschaftlichen Anreize für die Speichereinspeisung ab, da die Preisdifferenz zwischen Sommer und Winter ins Negative drehte; für europäische Käufer bestand somit kaum ein Anlass, asiatische Abnehmer bei der Beschaffung von LNG-Spotladungen preislich zu überbieten. Am 1. Juli 2026 waren die deutschen Gasspeicher nur zu rund 41 % gefüllt - der niedrigste Stand zu diesem Zeitpunkt im Jahr seit der Energiekrise 2021/22.
Die niedrigen Füllstände sind sowohl auf die starken Entnahmen im vorangegangenen Winter als auch auf die höheren Gaspreise zurückzuführen, durch die eine Gaseinspeicherung im Sommer aus wirtschaftlicher Sicht deutlich weniger attraktiv geworden ist. Unter Bedingungen, die dem außergewöhnlich kalten Winter 2010 ähneln, könnte ein solcher Füllstand jedoch keine unterbrechungsfreie Versorgung mehr gewährleisten; die Modellierungen deuten auf Versorgungsengpässe im Februar und März hin, sollten die Vorräte nicht ausreichen.
Preise für Flüssigerdgas (LNG) in Asien explodieren
Die Preise für asiatisches Flüssigerdgas (LNG) sind auf den höchsten Stand seit Ende März gestiegen, da erneute Feindseligkeiten im Bereich der Straße von Hormus die Lieferungen aus dem Persischen Golf beeinträchtigten und Käufer dazu veranlassten, sich um Ersatzlieferungen zu bemühen. Der "Japan-Korea Marker" - der Referenzwert für LNG-Spotlieferungen nach Nordostasien - legte am Mittwoch um 19,66 % auf 19,93 US-Dollar pro Million British Thermal Units (MMBtu) zu. Innerhalb des letzten Monats verzeichnete dieser Referenzwert einen Anstieg von 25,03 % und lag damit 60,66 % über dem Niveau des Vorjahres.
Neue Spannungen und Feindseligkeiten in und um die Straße von Hormus haben die LNG-Lieferungen aus dem Persischen Golf eingeschränkt; aus dieser Region stammen rund 20 % des weltweiten Angebots. Besonders betroffen sind die Exporte aus Katar, da die Tanker diese strategisch wichtige Wasserstraße passieren müssen, um die internationalen Märkte zu erreichen. Asiatische Importeure, darunter Pakistan und Bangladesch, bemühen sich fieberhaft um Ersatz für die ausbleibenden Lieferungen aus Katar.
Dies verschärft den Wettbewerb um verfügbare Spotladungen und übt weiteren Aufwärtsdruck auf die Preise aus. Die Straße von Hormus verbindet den Persischen Golf mit dem Golf von Oman sowie dem Arabischen Meer und ist eine entscheidende Route für den weltweiten Öl- und LNG-Handel.




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