Die Eisheiligen bringen Schnee nach Bayern. Im Allgäu kracht ein Sportwagen in den Graben, die A96 wird gesperrt. Drei Fahrer erwartet ein Bußgeld.

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München - Am Wochenende noch Sommer, jetzt wieder Winter: In Bayern fällt - passend zu den Eisheiligen - tatsächlich noch einmal Schnee. Das macht sich auf den Straßen im Süden bemerkbar.
Wintereinbruch in Bayern: Bis zu 20 Zentimeter Neuschnee im MaiMitten im Mai hat der Winter Bayern noch einmal fest im Griff: In den Alpen fiel nochmal Schnee - und sorgte für gefährliche Straßenverhältnisse. Auf der Autobahn 96 im Allgäu kam es gleich zu mehreren Verkehrsunfällen, die Polizei musste die Strecke zeitweise komplett sperren.
Wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) mitteilte, sank die Grenze für Schneefälle in den Alpen bis auf 1.000 Meter herab. In höheren Gebieten waren demnach zwischen 5 und 10 Zentimeter Neuschnee möglich. In den Staulagen der Allgäuer Alpen konnten es sogar rund 20 Zentimeter werden. Auch in der Nacht zum Donnerstag sei oberhalb von 1.500 Metern erneut mit Schneefall zu rechnen, so der DWD.
Woanders wurde vor Glätte speziell gewarnt. Wer etwa den Riedbergpass im Oberallgäu mit dem Auto befahren wollte, brauchte dafür Winterausrüstung, wie auf einem Schild zu lesen war. Auch der Deutsche Wetterdienst hatte zuvor vor Glätte durch Schnee und Schneematsch gewarnt. Noch kälter sollte es nach Angaben eines DWD-Sprechers in der Nacht auf Mittwoch mit verbreitetem Bodenfrost in Süddeutschland werden.
Unfallserie auf A96: Fahrbahn Richtung München zeitweise gesperrtIm Allgäu führte der plötzliche Wintereinbruch zu einer ganzen Serie von Unfällen. Ein 74 Jahre alter Mann verlor auf der A96 im Landkreis Lindau auf schneebedeckter Fahrbahn die Kontrolle über seinen Sportwagen. Das Fahrzeug rutschte in den Straßengraben und prallte gegen ein Verkehrsschild. Nach Angaben der Polizei entstand dabei ein Sachschaden von 140.000 Euro. Der Fahrer selbst blieb glücklicherweise unverletzt.
Nur wenige Minuten später ereigneten sich in unmittelbarer Nähe zwei weitere Unfälle. Zunächst geriet ein 34-Jähriger mit seinem Wagen gegen die Leitplanke. Kurz darauf kam ein 38 Jahre alter Autofahrer ins Rutschen - sein Fahrzeug überschlug sich und blieb auf dem Dach liegen. Der Mann konnte sich den Angaben zufolge eigenständig befreien und wurde mit leichten Verletzungen ins Krankenhaus gebracht.
Wegen der Unfallserie sperrte die Polizei die A96 in Fahrtrichtung München für rund eine Stunde. Allen drei Unfallfahrern droht laut Polizei zudem ein Bußgeld, weil sie ihre Fahrweise nicht an die winterlichen Straßenverhältnisse angepasst hatten.
Die Eisheligen fallen auf den Zeitraum vom 11. bis 15. MaiEin solcher Kälteeinbruch sei natürlich vor allem nach der Wärme des Wochenendes überraschend - aber für Mai nicht völlig außergewöhnlich, sagte der DWD-Sprecher. Es sei "typisch, dass es auch im Mai immer mal diesen Kaltfluss-Einfluss gibt". Polarluft komme von der Nordsee ins Land. "Das passt ja auch zu den Eisheiligen dieses Jahr."
Die sogenannten Eisheiligen fallen auf den Zeitraum vom 11. bis 15. Mai. Hinter dem Begriff steckt eine alte Bauernregel, die auf Volksglauben basiert und keine wissenschaftliche Grundlage hat. Gemeint ist ein Wetterphänomen, bei dem nach einer warmen Phase noch einmal kalte Luftmassen und Nachtfrost auftreten können.
Benannt sind die Eisheiligen nach fünf katholischen Heiligen. Vor allem bei Gärtnern gilt die Faustregel, frostempfindliche Pflanzen erst nach dem 15. Mai, der sogenannten "kalten Sophie", nach draußen zu pflanzen.
dpa (kam)
Kommentar: Ebenso sind im Hochschwarzwald, im Harz und Erzgebirge ein paar Zentimeter Schnee gefallen.