Auf einem Parteitag haben die Grünen entschieden: Sie wollen Deutschland vom einheitlichen Strompreis wegbringen - auch gegen den Widerstand aus den eigenen Landesregierungen.
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Sassnitz. Die Grünen haben auf ihrem kleinen Parteitag, dem Länderrat, am Sonntag beschlossen, dass sich Deutschland vom einheitlichen Strompreis verabschieden soll. Sie sind damit die erste Partei, die diese Forderung als Parteiposition verankert.

Im Leitantrag der Grünen heißt es: "Regionale Preissignale machen Wind- und Sonnenstrom dort günstig, wo die Anlagen stehen." Und weiter heißt es in dem Papier vom Länderrat, der in Sassnitz auf Rügen stattfand: "Dafür setzen wir auf regionale Preissignale."

Seit Jahren läuft in Deutschland eine intensive Debatte um das Thema - nicht nur bei den Grünen, sondern auch in Union und SPD. Bislang gibt es eine einheitliche "Stromgebotszone", die dafür sorgt, dass sich die Preise an den Strombörsen in ganz Deutschland gleichen.

Die norddeutschen Bundesländer fordern seit geraumer Zeit, das zu ändern, da sie mehr Energie erzeugen, vor allem wegen ihrer Windkraftanlagen. Die südlichen Länder indes verbrauchen mehr, weil dort viele große Industrieunternehmen ansässig sind.

Es mangelt jedoch an Infrastruktur: Der grüne Energieüberschuss aus dem Norden lässt sich kaum in den Süden leiten - wo der Mehrbedarf etwa durch Gaskraftwerke ausgeglichen werden muss. In unterschiedlichen Stromgebotszonen müssten die südlichen Länder entsprechend mehr für Energie zahlen.