Nach Angaben der Financial Times soll Washington Geheimdienstdaten mit der Ukraine geteilt haben, die Kiew unter anderem für Angriffe auf Moskau genutzt habe. Zudem tendiere US-Präsident Trump dazu, seine Unterstützung für Kiew zu verstärken und den Druck auf Moskau zu erhöhen.
Trump und Selenskij im Petersdom
© Gettyimages.ru Handout / HandoutRom: Ein ewiger Bittsteller und ein knallharter Geschäftsmann beim spontanen Vieraugengespräch im Petersdom, 26. April 2025
Die USA sollen Geheimdienstinformationen für die jüngsten Angriffe auf Russland an Kiew weitergegeben haben, darunter für Attacken auf militärische Ziele rund um Moskau und eine Ölraffinerie am Stadtrand. Dies berichtete die Zeitung Financial Times. Kiews westliche Verbündete hätten Washington gedrängt, diese Unterstützung fortzusetzen.

Darüber hinaus habe sich US-Präsident Donald Trump beim G7-Gipfel in der vergangenen Woche "äußerst beeindruckt und begeistert" von den jüngsten ukrainischen Langstreckenangriffen auf Ziele tief im russischen Territorium gezeigt, schrieb das Blatt unter Berufung auf zwei mit den vertraulichen Gesprächen der Staats- und Regierungschefs vertraute Personen.

Laut hochrangigen ukrainischen Beamten gebe es "Anzeichen" dafür, dass Trump einer stärkeren Unterstützung für Kiew zuneige. Möglicherweise sei er bereit, den Druck auf Moskau zu erhöhen, um den Konflikt zu beenden. Sie blieben jedoch skeptisch, weil der US-Präsident frühere Versprechen bereits nicht eingehalten habe.


Kommentar: Auf Trump ist kein Verlass: einen Tag so und den anderen Tag so. Er wollte ursprünglich den Krieg in 24 h beenden. Trump wird sehr wahrscheinlich auch erpresst und er hat keine Chance gegen den Tiefen Staat.


Gleichzeitig zeige sich die ukrainische Seite vorsichtig optimistisch, nachdem bei Treffen zwischen Wladimir Selenskij, Trump und anderen Staats- und Regierungschefs Fortschritte bei Patriot-Abfangraketen und der Lizenzierung westlicher Waffen erzielt worden seien. Ein ukrainischer Beamter sagte dem Blatt, dass weitere Details noch zwischen Rustem Umerow, dem Sekretär des Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrats der Ukraine, und US-Beamten erörtert werden müssten.


"Alle sind sich einig, dass wir nun über alle notwendigen technischen Fähigkeiten verfügen, um mit der Produktion von Raketen für Patriot-Systeme zu beginnen", sagte Selenskij. Er fügte hinzu, dass nun noch "die persönliche Zustimmung von Präsident Trump" erforderlich sei. Laut Selenskij plane Trump, US-Rüstungsunternehmen zu bitten, die Herstellung von Luftverteidigungsraketen in Europa und der Ukraine zu lizenzieren, so die Zeitung.

In der Nacht zum 18. Juni erlebten die russische Hauptstadt und die Region Moskau einen der massivsten ukrainischen Drohnenangriffe seit Beginn der militärischen Sonderoperation. Nach Angaben des Moskauer Bürgermeisters Sergei Sobjanin wurden beim Anflug auf die Hauptstadt mehr als 180 Drohnen zerstört. Eine der Drohnen traf die Moskauer Ölraffinerie im Stadtteil Kapotnja.

Am Dienstag merkte der russische Präsident Wladimir Putin an, dass Kiew umfassende Unterstützung aus dem Westen erhalte. "Der gesamte Westen arbeitet für sie", sagte er bei einem informellen Treffen mit Absolventen militärischer Hochschulen. Die Angriffe der ukrainischen Armee auf zivile Objekte in Russland zielten darauf ab, die russische Gesellschaft zu destabilisieren. "Diese Drohnenangriffe auf zivile Infrastruktur - wozu dienen sie? Dazu, die Gesellschaft aufzuwühlen", so Putin. Ziel sei es, "eine gewisse Unsicherheit hinsichtlich der Handlungen der russischen Streitkräfte zu erzeugen".

Bei einer Sitzung mit Regierungsmitgliedern betonte der russische Staatschef, dass die Regierung und die Sicherheitsbehörden zusätzliche Maßnahmen ergreifen müssten, um die Folgen solcher Attacken zu minimieren. Die jüngsten Angriffe auf zivile Infrastruktur brachte Putin mit der sich verschlechternden Lage für Kiew an der Front und den Gebietsverlusten in Verbindung.