Die Maschinenbau-Krise verschärft sich nach einer neuen PwC-Befragung von 150 Führungskräften deutlich. Nur noch rund jedes zehnte Unternehmen erwartet jedoch eine positive Wirtschaftsentwicklung in Deutschland. Hohe Kosten, schwache Nachfrage, geopolitische Spannungen und Lieferkettenrisiken drücken Auslastung, Investitionen und Planungssicherheit; deshalb geraten vor allem kleinere Betriebe und ihre Beschäftigten in eine angespannte Lage.
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Maschinenbau-Krise trifft vor allem kleine Betriebe

Die Branchentemperatur hat sich binnen drei Monaten stark abgekühlt. Zu Jahresbeginn sahen noch mehr als ein Viertel der Befragten positiv nach vorn, inzwischen bleibt jedoch nur ein kleiner Rest optimistisch. PwC nennt außerdem eine durchschnittliche Branchenerwartung von minus 3,6 Prozent.

Die Auslastung fällt im Schnitt auf 79,9 Prozent. Damit liegt sie jedoch unter einer Schwelle, ab der viele Betriebe Fixkosten schlechter decken. Jedes dritte Unternehmen arbeitet außerdem unter diesem Durchschnitt, während nur etwa jedes fünfte voll ausgelastet ist.

Kosten fressen Reserven und Investitionen

Die Maschinenbau-Krise zeigt sich vor allem in den Kosten. Neun von zehn Betrieben sehen steigende Ausgaben als größtes Hemmnis. Zugleich reichen höhere Verkaufspreise jedoch oft nicht aus, um Personal, Energie, Material und Finanzierung auszugleichen.

Besonders kleine und mittlere Firmen haben weniger Puffer. PwC-Experte Bernd Jung warnt deshalb, ein reines Sparprogramm greife oft zu kurz. Entscheidend sei Produktivität, während viele KMU genau dafür zu wenig Spielraum haben.


Kommentar: Viele vorrangige mittelständische Unternehmen haben seit Corona keinen Puffer mehr. Das bedeutet, dass einige Unternehmen schneller auf Kurzarbeit zurückgreifen müssen und ebenso um Aufträge kämpfen müssen.


Aufträge und Produktion liefern kein Entlastungssignal

Auch die Verbandsdaten zeigen keine belastbare Erholung. Der VDMA meldet für Januar bis April ein reales Produktionsminus von 2,6 Prozent. Deshalb senkte der Verband seine Prognose für 2026 auf Nullwachstum.

Die amtlichen Auftragseingänge passen zu diesem Bild. Destatis weist für April im Maschinenbau ein Minus von 7,4 Prozent zum Vormonat aus. Besonders die Industrieaufträge aus der Eurozone fielen jedoch deutlich, während Bestellungen von außerhalb leicht zulegten.

Warum die Folgen über die Branche hinausreichen

Der Maschinenbau liefert Anlagen, Komponenten und Automatisierung für fast alle Industriezweige. In Deutschland arbeiten außerdem mehr als 1,2 Millionen Menschen in der Branche. Die Maschinenbau-Krise wird deshalb zum Signal für den Zustand des Industriestandorts.

Für Beschäftigte entsteht das Risiko schrittweise. Erst sinken Überstunden und Investitionen, danach folgen jedoch Kurzarbeit, Projektstopps oder Stellenabbau. Entscheidend wird deshalb, ob Auftragseingänge, Energiepreise und Finanzierungskosten im zweiten Halbjahr eine echte Gegenbewegung zeigen.

Verwendete Quellen: PwC (30.06.26) - Welt (30.06.6) - Finanznachrichten (25.06.26) - My Factory (26.06.26) - BDI (22.06.26)