secs0626
Juni 2026 war der bislang aktivste Monat in der sogenannten abklingenden Phase des Sonnenzyklus 25, und diese vier Wochen bewiesen immer wieder, dass "nach dem Maximum" nicht gleichbedeutend mit "ruhig" ist. Am 3. Juni löste die aktive Region 4455 in einem Abstand von jeweils etwa zehn Stunden zueinander drei große Sonnenruptionen aus (eine M9,3, eine M7,7 und schließlich eine X1,0), die jeweils einen koronalen Massenauswurf (CME) verursachten, wobei das Ereignis der Klasse X einen Funkausfall der Stärke R3 auf der sonnenbeschienenen Erdhalbkugel auslöste.

Das "Space Weather Prediction Center" der NOAA reagierte darauf mit einer Warnung vor einem geomagnetischen Sturm der Stärke G3 für den 4. und 5. Juni und warnte, dass durch die kombinierten koronalen Massenauswürfe Polarlichter so weit südlich bis nach Illinois und Oregon zu sehen sein könnten. Die magnetische Komplexität der Region hielt die Meteorologen noch Tage danach in Atem.

Das war kein Einzelfall. AR4473 begann die Sonnenwende am 21. Juni mit einer Sonneneruption der Klasse M3, und der Monat endete, wie er begonnen hatte: Am 30. Juni gab es in der Region 4475 eine M5,8-Sonneneruption, gefolgt innerhalb weniger Stunden von einer X1,1-Sonneneruption aus der benachbarten Region 4479, was eine Warnung vor einem leichten Strahlungssturm der Stufe S1 auslöste. Die eigene Bilanz der NOAA für die letzte Juniwoche umfasste eine Eruption der Klasse X, zwei dutzend Eruptionen der Klasse M und fünfzig koronale Massenauswürfe - Zahlen, die eher zu einem ansteigenden Zyklus passen als zu einem abklingenden. "Nach dem Maximum" beschreibt einen Durchschnittswert. Es war niemals eine Obergrenze.

Dieser solare Hintergrund bildete auch den Rahmen für eine der Schlagzeilen des Monats: Am 11. Juni lag der Niño 3.4-Index bei +0,7 °C Tendenz steigend, im östlichen Pazifik war es mit +2,1 °C noch wärmer, und das CPC schätzt die Wahrscheinlichkeit, dass ein "sehr starkes" Ereignis in diesem Winter seinen Höhepunkt erreicht, nun auf 63 % - ein Grenzwert, der es als eines der stärksten El Niño-Ereignisse seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1950 einstufen würde.

Die Meteorologen des ECMWF gehen sogar noch weiter und bezeichnen das sich entwickelnde Ereignis als Kandidaten für den stärksten jemals gemessenen El Niño. Die Schlagzeilen der Massenmedien sprechen bereits von einem Rekordjahr. Was dabei immer wieder übersehen wird, sind diese Zusammenhänge: Bei einem "Super El Niño" erzeugt der Ozean keine Wärme, sondern gibt sie ab. Er fungiert als thermischer Kondensator, der sich in die Atmosphäre und darüber hinaus in den Weltraum entlädt. In Verbindung mit einer Sonne, die nicht zur Ruhe kommt, ist das kein Anzeichen für eine außer Kontrolle geratene Erwärmung. Es ist das Anzeichen eines Systems, das Energie abgibt.

Das Wasser am Boden bestätigte dies:
  • In den Bergen im Südwesten Chinas wurde wegen reißender Wildbäche die Alarmstufe Rot ausgerufen, und in derselben Woche wurde Nanning von einem Tornado heimgesucht.
  • Südchina wurde innerhalb einer Woche zweimal heimgesucht: In Guangdong und Guangxi fielen innerhalb von 24 Stunden 76 cm Regen, was Schulschließungen und Evakuierungen zur Folge hatte. Anschließend fielen in Guizhou und Guangxi innerhalb von nur 16 Stunden weitere 20 cm.
  • Im Westen Ghanas wurden durch tagelange Starkregenfälle 1.700 Menschen vertrieben. Am 30. Juni wurde die Hauptstadt Accra erneut [davon] getroffen, wobei 13 Menschen ums Leben kamen, als innerhalb von 24 Stunden weitere 14 cm Regen fielen.
  • In Lanesville, Indiana, fielen über 20 cm Sommerregen bei einem einzigen extremen Ausbruch von Blitzfluten.
  • Blitzfluten im indischen Arunachal Pradesh zerstörten Wohnhäuser und eine Brücke.
  • Zwei tropische Stürme führten in Japan zu Erdrutschen und Überflutungen, nachdem 22 cm Regen innerhalb von 24 Stunden fielen.
  • In Kentucky wurden vier Todesfälle durch Blitzfluten verzeichnet, nachdem 30,5 cm Regen innerhalb von 48 Stunden gefallen war.
  • Die armenische Stadt Gjumri wurde durch einen Hagelsturm lahmgelegt, der auf den Straßen 1,5 Meter hohe Eisschichten zurückließ.
  • Baseballgroße Hagelkörner prasselten auf Scottsbluff in Nebraska nieder.
  • Nach Starkregenfällen wurden im Westen von El Salvador Autos weggespült und Straßen brachen ein.
  • Ländliche Gemeinden in Manitoba waren ohne Strom und sauberes Wasser nach sturmbedingten Überflutungen.
  • Texas verzeichnete bis zu 10 cm Regen pro Stunde, was zu zahlreichen Wasserrettungen führte.
Und weitere elektrische Entladungen:
  • In den Niederlanden wurden an einem einzigen Wochenende 188.000 Blitzschläge verzeichnet - ein Ereignis, welches der nationale Wetterdienst als "außergewöhnlich" bezeichnete.
  • Ein einziger Blitzschlag in Kirgisistan tötete über 300 Schafe.
Dann gab es noch Schnee, der im Juni eigentlich nicht mehr fallen dürfte:
  • In Genhe in der Inneren Mongolei gab es einen für diese Jahreszeit späten Schneefall.
  • Am Mount Washington in New Hampshire fielen über 15 cm Schnee an dem Wochenende, das eigentlich das letzte des Frühlings hätte sein sollen.
  • In Schottland schneite es im Juni, als unbeständiges Wetter über Großbritannien fegte.
  • In den Alpen kehrte der Winter zurück, während Oregon einen Junifrost verzeichnete.
Das alles sieht nicht nach einem sich erwärmenden Planeten aus, der Fieber hat. Es sieht eher nach einem Jetstream aus, der seine Bahn nicht halten kann und polare Luft an Orte strömen lässt, an denen eigentlich schon Hochsommer herrschen sollte. Die Instabilität zeigte sich auch auf andere Art und Weise:

Illinois hatte bereits bei Tornados seinen bisherigen Jahresrekords gebrochen - 164 Meldungen bis zum 18. Juni, womit die bisherige Bestmarke von 142 aus dem Jahr 2024 noch vor Monatsende übertroffen wurde. Durch die Ausläufer des Tropensturms "Arthur" fiel in Louisiana mehr als 61 cm Regen innerhalb von 48 Stunden, nachdem sie im Mittleren Westen Tornados ausgelöst hatten. Zwillingswasserhosen tauchten zweimal auf - vor der Küste von Guangdong und erneut über Westbengalen.

Und der Boden selbst tat sich immer wieder auf: Ein Erdfall verschlang einen Straßenabschnitt und eine Ampel in Malakka, Malaysia. Ein weiterer ließ einen Abschnitt nahe der I-70 in St. Louis einstürzen. Ein dritter verschluckte in Norfolk, Virginia, ein Auto, dessen Fahrer sich noch darin befand. Drei Erdfälle auf drei Kontinenten in einem Monat sind kein Phänomen, mit dem sich die Mainstream-Geologie besonders intensiv beschäftigt.

Die vulkanische und seismische Aktivität blieb entlang des Pazifischen Feuerrings auf hohem Niveau:
  • Die Region Palu in Indonesien, die sich noch immer von den Ereignissen des Jahres 2018 erholt, wurde von einem Beben der Stärke 6,7 erschüttert, bei dem mehrere Menschen ums Leben kamen und weit über tausend Wohnhäuser beschädigt wurden.
  • In der chinesischen Provinz Qinghai ereignete sich ein oberflächennahes Erdbeben der Stärke 6,3, bei dem eine Person ums Leben kam.
  • Vor der Nordostküste Japans schlug ein Erdbeben der Stärke 6,9 zu.
  • Am Südosthang des indonesischen Vulkans Semeru gab es einen 4,5 Kilometer langen pyroklastischen Strom.
  • Der Vulkan Fuego in Guatemala brach fast ohne Vorwarnung aus, verstreute glühende Gesteinsbrocken über Wanderwege und ließ Touristen die Flucht ergreifen.
  • Der Vulkan Taal auf den Philippinen verzeichnete am 30. Juni seinen vierten Ausbruch in diesem Monat - eine phreatomagmatische Explosion, welche eine 1.200 Meter hohe Aschewolke über den Krater hinaus spuckte und tsunamiähnliche Wellen auf dem See auslöste.
Zwei Ereignisse überschatteten diesen Monat alles andere: Am 8. Juni löste ein Erdbeben der Stärke 7,8 vor der Küste im Cotabato-Graben südlich von Mindanao das stärkste Beben auf den Philippinen seit 1976 aus. Die anfängliche Zahl von 32 Toten stieg innerhalb weniger Tage auf über 90, als Rettungskräfte General Santos und die umliegenden Provinzen erreichten. Darüber hinaus gab es mehr als 200 Verletzte und einen über einen Meter hohen Tsunami, der die nahegelegenen Küsten traf.

Am 24. Juni wurde Venezuela dann von einem Vorbeben der Stärke 7,2 und einem Hauptbeben der Stärke 7,5 heimgesucht, die im Abstand von weniger als 40 Sekunden auftraten und deren Epizentrum in der Nähe von Yumare westlich von Caracas lag. Die Erschütterungen zerstörten rund 80 % der Gebäude im Bundesstaat La Guaira und richteten verheerende Schäden in Caracas, Aragua und Carabobo an. Die Zahl der bestätigten Todesopfer stieg von unter 200 am ersten Tag auf über 2.000 innerhalb einer Woche und lag nach den jüngsten Zählungen bei über 4.500, wobei weiterhin Zehntausende als vermisst gemeldet wurden und das eigene Schadensmodell des USGS davor warnt, dass die endgültige Zahl der Todesopfer 10.000 übersteigen könnte.

Die Schadensmeldungen belaufen sich bereits auf über 6,7 Milliarden Dollar. Es handelt sich um eines der tödlichsten einzelnen seismischen Ereignisse weltweit in diesem Jahr. Und es ereignete sich auch in demselben vierwöchigen Zeitraum wie die stärkste Sonnenaktivität seit dem Frühjahr und der offizielle Beginn eines El Niño Phänomens im Pazifik, das einige Meteorologen als das stärkste seit Beginn der Aufzeichnungen bezeichnen.

Die Zahl der Feuerbälle folgte ihrem mittlerweile vertrauten Muster: New Mexico und Colorado in der ersten Woche, zwei über Deutschland, zwei über Brasilien, eine Reihe von weitreichenden Sichtungen über den USA, darunter Connecticut und sieben benachbarte US-Bundesstaaten sowie Ontario; außerdem Louisiana und noch fünf weitere. Helle Meteore über vier Kontinenten im Rhythmus von etwa einem bestätigten Ereignis alle paar Tage.

Das Highlight ereignete sich in den frühen Morgenstunden des 15. Juni, als ein Feuerball über den Himmel von Missouri flog und in siebzehn weiteren US-Bundesstaaten sichtbar war, bevor er verschwand. Die "American Meteor Society" verzeichnete 527 separate Augenzeugenberichte für dieses Ereignis - einer der in diesem Jahr bislang am meisten beobachteten Feuerbälle weltweit. Behalten Sie den Himmel im Auge.

All dies und mehr gibt es in unserer SOTT Videozusammenfassung für Juni 2026:

(Die deutschen Untertitel können über das viereckige Symbol neben dem Rädchen rechts unten im YouTube-Player eingeschaltet werden. Gegebenenfalls müssen Sie über die Einstellungen noch Deutsch als Sprache auswählen.)
Um zu verstehen, was vor sich geht, inwiefern all diese Ereignisse Teil eines natürlichen Klimawandels sind und warum er jetzt geschieht, lesen Sie Erdveränderungen und die Mensch-Kosmos-Verbindung. Es ist hier erhältlich.

Die deutsche Fassung können Sie gratis auf Sott.net lesen, beginnend hier: Schauen Sie sich auch die anderen Folgen dieser Serie an - in mehreren Sprachen verfügbar.

Sie können dabei helfen, die Zeichen der Zeit zu dokumentieren, indem Sie uns Video-Vorschläge an sott@sott.net senden. Vielen Dank!