Ein Transporter ist am Rande des Berliner CSD in eine Menschenmenge gefahren. Eine Frau kam dabei ums Leben, mindestens 16 weitere Menschen wurden verletzt. Die Polizei fahndet mit einem öffentlichen Aufruf nach dem mutmaßlichen Fahrer. Er soll der islamistischen Szene angehören.
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Mehrere Verletzte bei CSD in Berlin – Polizei sucht flüchtigen Fahrer
Der Christopher Street Day in Berlin ist am Samstagabend in einer Tragödie geendet. Gegen 22 Uhr fuhr ein weißer Kleintransporter mit hoher Geschwindigkeit in eine Menschenmenge im Großen Tiergarten.

Eine Person starb trotz sofort eingeleiteter Reanimationsmaßnahmen, 16 weitere Menschen wurden verletzt. Der Fahrer flüchtete nach dem Unfall zu Fuß. Die Veranstaltung wurde unmittelbar abgebrochen.

Der Vorfall ereignete sich im Bereich der Lennéstraße nahe dem Tiergarten. Nach ersten Erkenntnissen der Polizei fuhr der weiße Lieferwagen in den Parkbereich und erfasste mehrere Menschen. Während der anschließenden Flucht prallte das Fahrzeug offenbar gegen einen Baum.

Der Fahrer verließ den beschädigten Transporter und setzte seine Flucht zu Fuß fort. Bilder in sozialen Netzwerken zeigen das stark beschädigte Fahrzeug, das nach dem Aufprall zurückblieb.


Die Berliner Polizei bestätigte den Einsatz und erklärte:
"Mutmaßlich ist hier ein Fahrzeug in den Tiergarten eingefahren, hat mehrere Personen angefahren und dabei verletzt. Wir fahnden mit Hochdruck nach tatverdächtigen Personen."
Eine Person konnte trotz Wiederbelebungsversuchen nicht gerettet werden. Insgesamt wurden 16 Verletzte von Rettungskräften versorgt, darunter auch schwer verletzte Menschen. Mehr als 150 Kräfte der Berliner Feuerwehr waren im Einsatz.

Für die Versorgung der Verletzten richteten die Rettungskräfte einen Hubschrauberlandeplatz ein. Mehrere Rettungswagen brachten Verletzte zunächst in Richtung Reichstag, von wo aus schwer verletzte Personen mit Rettungshubschraubern in Krankenhäuser transportiert werden sollten. Gleichzeitig unterstützte ein Polizeihubschrauber die Fahndung nach dem flüchtigen Fahrer.

Ausdrücklich warnt die Polizei davor, den Gesuchten anzusprechen: Man solle bei einem Antreffen den direkten Kontakt meiden, da die Person "möglicherweise bewaffnet und gefährlich" sei. In diesem Fall solle man unverzüglich den Notruf 110 wählen.

In der Nacht teilte die Polizei mit, sie habe einen mutmaßlichen Tatverdächtigen identifiziert, den 21-jährigen Abdul B. Der Mann ist polizeibekannt und wird der islamistischen Szene in Berlin zugerechnet. Die Polizei sucht öffentlich mit einem Foto nach ihm. Der Mann sei möglicherweise bewaffnet und gefährlich, hieß es.


Kommentar: Erneut ist der Täter bereits polizeibekannt.


Nach dem Vorfall reagierten Veranstalter und Sicherheitskräfte umgehend. Die Besucher im Bereich vor dem Brandenburger Tor wurden aufgefordert, das Gelände ruhig und geordnet zu verlassen. Polizei und Organisatoren baten die Menschen, den Bereich rund um die Siegessäule und den Tiergarten zu meiden.

Bereits am Nachmittag hatte es entlang der CSD-Route einen weiteren Zwischenfall gegeben. Aus einer Wohnung heraus sollen Teilnehmer sowie zwei Polizeibeamte mit einer Softairwaffe beschossen worden sein. Vier Menschen erlitten dabei leichte Verletzungen. Zur Absicherung der Großveranstaltung waren rund 2.200 Polizeikräfte im Einsatz.


Kommentar: Es ist, wie früher einmal angemerkt, ein Zeichen, dass die erzwungene Toleranz von LGBQT einmal ins Gegenteil umschlagen kann. Jedoch ist jede Form von Gewaltausübung gegen andere Menschen zu verachten, egal welches Geschlecht oder welche Gesinnung sie haben.


Unter dem Motto "Haltung ist hot" hatten bei sommerlichen Temperaturen Hunderttausende Menschen an der Parade durch die Berliner Innenstadt teilgenommen. Insgesamt beteiligten sich 83 Fahrzeuge und 55 Fußgruppen am Umzug. Auch der Regierende Bürgermeister Kai Wegner fuhr zeitweise auf einem städtischen Festwagen mit. Die Organisatoren bezeichneten den CSD als eine der größten Veranstaltungen für Vielfalt, Gleichberechtigung und Menschenrechte in Europa.

Die Ermittlungen der Polizei laufen auf Hochtouren. Noch ist unklar, ob der Fahrer gezielt handelte, ob er allein unterwegs war und welches Motiv hinter der Tat stehen könnte. Zeugen, die Hinweise zum Fahrzeug, zum Fahrer oder zum Ablauf des Geschehens geben können, werden gebeten, sich bei der Berliner Polizei zu melden.

Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) spricht nach der Attacke am Rande des Christopher Street Days von einem "Angriff auf unsere freie und weltoffene Gesellschaft". "Nach einem friedlichen und bunten CSD wurde die Versammlung für ein tolerantes und friedliches Berlin auf brutalste Art attackiert", teilte er mit.

Der 48. Christopher Street Day in Berlin, der erstmals über zwei Tage stattfand, endete damit nicht mit einer ausgelassenen Abschlussfeier, sondern mit Tod, Verletzten und großer Bestürzung.