Der Kommentar von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) zum Aus der deutschen Nationalmannschaft im Sechzehntelfinale gegen Paraguay sorgt für Spott. "Auch wenn das Ausscheiden schmerzt: Was für ein Spiel", hieß es auf dem X-Account des Kanzlers keine halbe Stunde nach Abpfiff. "Mit eurem Einsatz und Teamgeist bei dieser WM habt ihr unser Land begeistert. Wir sind stolz auf euch."
"Das ist natürlich ein absoluter Spitzenpolitiker", sagte SPD-Politikerin Katarina Barley am Dienstagabend bei "Markus Lanz". "Und was sie dann normalerweise machen, ist: Sie lassen zwei verschiedene Versionen vorerstellen. Und dann heißt es: Wenn gewonnen, das raus, wenn verloren, das raus. Ich kann mir das nur so erklären, dass da einfach ein Knopf gedrückt wurde."
Kommentar: Nein, es zeigt die Unfähigkeit der gesamten Regierung. Merz dementierte mehrere sehr fragwürdige Aussagen in den vergangenen Monaten.
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Sie fügte hinzu: "Dass das Spiel so grottenschlimm werden würde, das hat sich der Social-Media-Mitarbeiter wahrscheinlich auch nicht träumen lassen."
Kanzleramt spricht von "Abstimmungsfehler"
Tatsächlich ist der viel kritisierte Kommentar offenbar Ergebnis einer Kommunikationspanne. Bei der Verbreitung der Nachricht auf X habe es einen "Abstimmungsfehler" gegeben, hieß es am Abend aus Regierungskreisen. Das sei "leider sehr ärgerlich".
Kommentar: Jetzt wird es wieder auf andere geschoben. Die sind sich alle nicht ganz grün untereinander.
Nach Informationen des Tagesspiegels sollen für das Spiel im Bundespresseamt mehrere Varianten einer Social-Media-Reaktion für Merz vorbereitet worden sein. In der Nacht sei dann entgegen der vorherigen Absprachen der falsche Tweet veröffentlicht worden, heißt es.
Spöttische Kommentare hatten nach der Partie nicht lange auf sich warten lassen. Die Wortkombination "Welches Spiel" trendete rasch auf X. Auch die politische Konkurrenz reagierte mit Häme. "Ich weiß gar nicht, was schlimmer war. Das Spiel oder diese Analyse", schrieb etwa die FDP-Europaabgeordnete Marie-Agnes Strack-Zimmermann.
Merz sah sich veranlasst, dagegenzuhalten. "Erfolge feiern wir gemeinsam. Und in der Niederlage stehen wir zusammen. Das macht uns stark", konterte er die Kritik auf X. "Wer den Adler auf der Brust trägt, hat unseren Rückhalt verdient und nicht unseren Spott."
BSW-Chef kritisiert bei "Markus Lanz": "Ich fand das würdelos"
BSW-Chef Fabio Di Masi erklärte bei "Lanz": "Ich kann verstehen, dass ein Bundeskanzler jetzt nicht nachtritt und sagt: Ihr habt ja völlig grottig gespielt." Das wäre auch falsch. "Aber das wirkt halt völlig lebensfremd."
Kommentar: Wie fast alles, was in der Politik geschieht.
Und bei den Bürgern gehe natürlich sofort eine Assoziation im Kopf los: "So wie unser Land gerade absteigt, so wie es unserem Land gerade nicht gut geht, hat der Mann jeden Sinn für die Realität verloren."
Di Masi kritisierte auch das Geschenk von Merz für Donald Trump scharf. Beim G-7-Gipfel in Frankreich hatte der Bundeskanzler dem US-Präsidenten zum Geburtstag ein Trikot der deutschen Nationalmannschaft mit Rückennummer 47 geschenkt. "Ich fand das würdelos. Ich finde, das macht man nicht", so Di Masi. "Das hat eine Symbolkraft in einer Zeit, wo wir doch eigentlich unabhängiger werden müssen von Donald Trump. Sich da so anzubiedern, das fand ich falsch."
Auch Bundestagspräsidentin Julia Klöckner hatte in den Sozialen Medien für Verwunderung gesorgt. Sie bezeichnete das Ausscheiden der deutschen Mannschaft gegen Paraguay auf Facebook als "unverdient".
ll mit dpa





Kommentar: Wie vielfach erwähnt, leben sehr viele Politiker in einer anderen Realität.