Beim Empfang zum 75. Geburtstag des Bundesverbandes Deutscher Banken am Montag hielt Friedrich Merz ein Plädoyer für harte Reformen, die auch das gesetzliche Rentensystem betreffen. Wörtlich sagte der Bundeskanzler:
"Die gesetzliche Rentenversicherung allein wird allenfalls noch die Basisabsicherung sein für das Alter. Sie wird nicht mehr ausreichen, auf Dauer den Lebensstandard zu sichern."
Kommentar: Wie öfter beschrieben: Wenn es der Wirtschaft schlecht geht, kann der Sozialstaat nicht mehr funktionieren.
Und Merz seine Meinung zur arbeitenden Bevölkerung:
Mit dem Finger auf andere zeigen: "Deutsche sind zu faul und feiern zu häufig krank" - Friedrich Merz
Merz fordert deutlich mehr private Vorsorge. Nötig seien "kapitalgedeckte Elemente einer betrieblichen und privaten Altersversorgung". Und dies müsse "in weit größerem Umfang" geschehen, "als wir sie gegenwärtig weitgehend auf der Basis von Freiwilligkeit haben."
Kommentar: Privatvorsorge wie die Riester-Rente?
Bei seinem Auftritt vor den Bankern nahm der ehemalige BlackRock-Manager die SPD ins Visier. Er "werde heute Abend auch noch einmal mit dem Koalitionspartner sehr ernsthaft reden", kündigte Merz an. Denn es reiche nicht, "was wir bisher geschaffen haben." Jetzt gelte es, die anstehenden Reformen "sehr schnell" auch durchsetzen. Von der SPD forderte er, "dass sie auch manche Blockade auflösen, die wir in den letzten Wochen und Monaten leider immer wieder gehabt haben."
Kommentar: Wie wäre es damit, das bestehende System zu ändern? Das heißt, Beamte anders zu besteuern? Diplomatie mit Russland zu führen? Die Grünenreligion abschaffen usw.?
SPD kündigt "erbitterten Widerstand" an
"Diese Aussage ist inakzeptabel", konterte SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf. "Wer sich strukturellen Reformen immer wieder verweigert und jegliche Vorschläge aus unseren Reihen umgehend blockiert, macht sich absolut unglaubwürdig in der Aufforderung, dass die SPD ihre angebliche Blockadehaltung abgeben solle", echauffierte sich Klüssendorf gegenüber dem Spiegel.
Vor allem die Renten-Ansage des CDU-Chefs erzürnt den Sozialdemoraten. "Wenn der Bundeskanzler die gesetzliche Rente auf eine 'Basisrente' herunter rasieren will, wird er auf den erbitterten Widerstand der Sozialdemokratie treffen", kündigte Klüssendorf an. Die gesetzliche Rente sei für mehr als die Hälfte der Menschen in Deutschland die einzige Alterssicherung, im Osten sogar für drei Viertel aller Menschen.
Viele hätten in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt, "was sie mit ihrer eigenen Hände Arbeit erwirtschaftet haben", gab SPD-Parlamentsgeschäftsführer Dirk Wiese zu Bedenken. "Und das kann nicht nur eine Basisabsicherung sein, sondern auf die gesetzliche Rentenversicherung muss man sich verlassen", sagte Wiese am Dienstagmorgen in der Sendung "Frühstart" von RTL und ntv.
Klüssendorf warf Teilen der Union vor, vor allem die Reichen zu schonen. "Andere schützen währenddessen das obere Ende der Gesellschaft, das selbst in Krisen zusätzliche Gewinne macht, und verteidigen Milliardenerben und Einkommensmillionäre", so der SPD-Generalsekretär.




Kommentar: Die Unbeliebtheit der Bundesregierung, wird damit jetzt bei 100 % liegen.