Jeder kennt Statistiken für Todesursachen - oder glaubt, sie zu kennen. Wenn man nach den häufigsten Todesursachen fragt, so wird man Krebs, Herzinfarkt und Schlaganfall als Antworten bekommen. Andere häufige Todesursachen sind auch Unfälle, vor allem in jüngeren Lebensjahren.

Eine Recherche im Internet bezüglich Statistiken zu den häufigsten Todesursachen ergibt ein durchaus interessantes Bild:

Die Wirtschaftswoche (wiwo.de/technologie/forschung/statistik-die-haeufigsten-todesursachen-/
7330266.html?p=6&a=false&slp=false#image) sieht Herz-Kreislauf-Erkrankungen auf Platz eins, gefolgt von Krebserkrankungen und Lungenerkrankungen. Und sogar die Infektionen befinden sich unter den Top 10 der häufigsten Todesursachen.

Die Schweizer haben eine gleichlautende Statistik zu bieten: (bfs.admin.ch/bfs/portal/de/index/themen/14/02/04/key/01.html#parsys_60885). Und das „Statistische Bundesamt“ (destatis.de/DE/ZahlenFakten/GesellschaftStaat/Gesundheit/
Todesursachen/Tabellen/HaeufigsteTodesursachen.html) hat eine etwas differenziertere Bilanz vorzuweisen, die aber im Wesentlichen die Aussagen der beiden anderen Quellen bestätigt.
Übrigens: Ich verlinke solche Seiten nicht mehr, weil ich die Erfahrung gemacht habe, dass diese Seiten irgendwann „verschoben“ werden oder die Inhalte gelöscht sind, sodass ich bei mir einen „toten Link“ produziere.
Ganz übersichtlich wird es, wenn wir uns Wikipedia zu dieser Frage anschauen - und können uns richtig wundern (wikipedia.org/wiki/Todesursache). Dort kursieren diese Erkrankungen in der gleichen Reihenfolge unter der Rubrik „natürliche Todesursachen“. Es ist schon interessant zu wissen, dass Erkrankungen „natürlich“ sind und der Tod durch sie eine unabwendbare Begebenheit zu sein scheint. Damit wäre auch geklärt, warum die Suche nach den Ursachen der Erkrankungen nichts als reiner Zeitvertreib sein muss, da die Natur ja die Ursache ist. Folgerichtig gehören alle nicht durch Erkrankungen bedingten Todesursachen dann in die Kategorie „nicht-natürlich“!

Wer hätte das gedacht...

Was alle diese (sicher sorgsam erarbeiteten) Statistiken sorgsam verschweigen, dass sind die Todesfälle, die von der Schulmedizin selbst produziert werden, sei es aufgrund falscher Behandlungen, Tod durch medikamentöse Nebenwirkungen, nosokomiale Probleme etc.

Aber vielleicht sind die Zahlen gar nicht der Rede wert? Ein Blick in die Statistik des Statistischen Bundesamts verrät uns, dass mit über 69 Tausend Todesfällen aufgrund einer chronischen ischämischen Herzkrankheit dieses Leiden die häufigste Todesursache in Deutschland im Jahr 2014 war. Andere Herzkrankheiten, wie Herzinfarkt, Herzinsuffizienzund so weiter liegen auf Platz 2 und 4.

In einem meiner Beiträge aus dem Jahr 2010 „Medikamente - Nebenwirkung Tod“ zitierte ich Prof. Frölich von der Universität Hannover, der in einem Interview preisgab, dass jedes Jahr fast 60 Tausend Patienten an den Nebenwirkungen einer medikamentösen Behandlung versterben. Hier sind die Behandlungsfehler und Fehldiagnosen noch gar nicht mit berücksichtigt.

Bei bestimmten Erkrankungen scheinen Falschdiagnosen keine Seltenheit zu sein (siehe mein Beitrag: Immer mehr falsche Diagnosen). Diese Diagnosen führen zu falschen Therapien und falschen Verschreibungen, und konsequenterweise zu mehr Todesfällen. Was hier alles so falsch laufen kann und auch falsch läuft, das habe ich unter anderem hier beschrieben: Vorsicht Arzt! Von falschen Diagnosen und merkwürdigen Behandlungen. Auf die Frage nach dem „Warum“ kann es nur eine Antwort geben: Die 7 Todsünden der Schulmedizin.

Wenn wir die Zahl von knapp 60 Tausend Toten aufgrund von medikamentösen Nebenwirkungen in die Statistik des Bundesamtes für Statistik einordnen würden, dann wäre das Platz 2 - noch vor Herzinfarkt und Krebserkrankungen! Kann das sein? Und wenn ja, warum werden solche signifikanten Zahlen nicht in den einschlägigen Statistiken veröffentlicht?

In den USA gibt es ebenfalls nur Zahlen „unter der Hand“. Auch hier werden als häufigste Todesursache Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs angegeben. Aber auf Rang 3 folgt die Schulmedizin als Todesursache. Und die Untersuchung, die zu dieser Feststellung führte, wurde nicht von Alternativmedizinern durchgeführt.

Dazu gesellt sich, dass das Wissen um diesen Tatbestand auch nicht neueren Datums ist. Vielmehr führte eine Ärztin, Dr. Starfield, im Jahr 2000 eine Studie durch, die dieses erschreckende Ergebnis zeigte (America’s Healthcare System is the Third Leading Cause of Death). So starben im Jahr 2000 rund 225.000 Amerikaner an iatrogenen Ursachen, was nichts anderes heißt als „Tod durch ärztliche Behandlungsfehler“. Und so sah die Statistik für das Jahr 2000 in den USA aus:
  • 12.000 Tote durch unnötige Operationen (siehe u.a. mein Beispiel: Kniegelenkspiegelung - eine unnötige Operation?)
  • 7.000 Tote durch Verschreibungsfehler in Krankenhäusern
  • 20.000 Tote durch andere Behandlungsfehler in Krankenhäusern
  • 80.000 Tote durch nosokomiale Infektionen
  • 106.000 Tote durch direkte Nebenwirkung von verschreibungspflichtigen Medikamenten.
Es ist mehr als verwunderlich, warum solche Zahlen auf kein öffentliches Interesse gestoßen sind (wo man sonst jeden Schluckauf von Hinz und Kunz an die Öffentlichkeit zerrt). Aber auch das scheint sich langsam zu ändern. Denn es gibt eine weitere Studie zu diesem Thema, die leider in PubMed kein Abstract aufweist. Aber die Überschrift „entschädigt“ für das fehlende Abstract: Medical error-the third leading cause of death in the US.

Darüber hinaus scheint es jetzt auch einige Medien zu geben, wie zum Beispiel die Washington Post, die das Thema interessant finden und darüber berichten: „Researchers: Medical errors now third leading cause of death in United States“. Hier wird auch der Leiter der eben erwähnten Studie zitiert. Denn der kommt zu dem Schluss, dass die Patienten nicht an ihrer Erkrankung sterben, sondern an der medizinischen Behandlung, die die Erkrankung heilen sollte.

Und damit scheint sich in Amerika nichts verändert zu haben. Die Ergebnisse aus dem Jahr 2000 gleichen sich mit denen aus der Studie von 2016: Die dritthäufigste Todesursache in den USA ist der Doktor beziehungsweise das Krankenhaus. Verändert hat sich nur die Zahl der Todesopfer. Denn die ist von 225.000 in 2000 auf 251.000 im Jahr 2015 gestiegen. Das sind 26.000 mehr pro Jahr.

Eine Studie (eine Metaanalyse) aus dem Jahr 2013 (A New, Evidence-based Estimate of Patient Harms Associated with Hospital Care) kommt zu dem Ergebnis, dass jährlich 210.000 Amerikaner sterben müssen, da die Behandlung im Krankenhaus „inadäquat“ (=nicht passend) war. Und dieses Ergebnis bestätigt den Trend, den die beiden zuvor zitierten Arbeiten aufgezeigt haben. Bei der letzten Studie von 2013 sind allerdings keine Todesfälle aufgrund falscher Behandlung und/oder Medikation zu Hause oder in Heimen mit inbegriffen.

Wer dann einen Blick in die offizielle Statistik der CDC wirft, der wird das gleiche Bild bewundern können, dass wir auch in unseren deutschen Statistiken haben: Kein Wort über die Todesursache Schulmedizin, kein Toter durch Behandlungsfehler: 10 Leading Causes of Death, United States. Hier liegt an dritter Stelle die Kategorie „chronische Erkrankung der unteren Atemwege“ mit jährlich 147.000 Toten.

(Ab)-Gründe des Verschweigens

Ich bin überzeugt, dass es eine Reihe von Menschen geben wird, die diese Zahlen anzweifeln werden. Denn anstatt die Patienten zu heilen befördert der Mediziner sie ins frühe Grab - ein Sachverhalt, der makaberer nicht sein kann. Eine Veröffentlichung solcher Zahlen würde das Vertrauen in die Schulmedizin als „allein richtige Wissenschaft um die Gesundheit des Menschen“ in ihren Festen erschüttern.

Aber es gibt keine Anzeichen für ein gehobenes Maß an Bemühungen, solche Zahlen vor der Veröffentlichung zu schützen beziehungsweise diese zu verhindern. Damit haben wir auch keinen Spielplatz für „Verschwörungstheorien“, dass die Schulmedizin nur deswegen geschaffen worden sei, uns alle so schnell wie möglich zu dezimieren.

Vielmehr scheint das Problem ganz woanders zu liegen: Und das ist im Selbstverständnis der Schulmedizin und dem, wie sie aufgestellt ist. Denn die statistische Erfassung von Todesursachen kennt einfach nicht den Tatbestand der iatrogenen Ursache - jedenfalls nicht offiziell. Vielmehr bezieht sich der Terminus „Todesursache“ in der Schulmedizin immer nur auf Erkrankungen, die zum Tode geführt haben. Und wenn eine Behandlung eines Krebskranken oder die Nebenwirkungen der Zytostatika zu seinem Tod geführt haben, dann wird dies nicht der Behandlung oder den Nebenwirkungen angelastet, sondern der Krebserkrankung. Und obwohl es eine Kodierung in der Statistik für „iatrogene Ursache“ gibt, wird diese von der Statistik der CDC dennoch nicht mit berücksichtigt. Diese Unterschlagung erzeugt natürlich ein lupenreines Bild.. Und alle Welt glaubt daran. TOLL!

Ob es in Deutschland ähnlich gehandhabt wird, ist irgendwie naheliegend. Denn Dr. Bob Anderson als Chef der Abteilung für Mortalitätsstatistik der CDC verteidigt diese Unterschlagung als „im Einklang mit internationalen Standards“. Mit anderen Worten: Die dritthäufigste Todesursache wird mit bestem Wissen und ohne Gewissen willentlich unterschlagen, weil das alle so machen, also auch die Deutschen. Ich frage mich reflexartig, was wäre, wenn die Statistik als dritthäufigste Todesursache Fasten oder Homöopathie ermitteln würde? Gäbe es dann auch „internationale Standards“, die die Sauerei vertuschen würden?

Statt eines Fazits etwas Trauriges, bzw. Kurioses

Dr. Starfield wurde tragischerweise die Leidtragende dessen, worüber sie geforscht hatte. Sie verstarb plötzlich und unerwartet im Jahr 2011. Die Autopsie ergab Tod durch Ertrinken im Pool. Der Grund für das Ertrinken beim Schwimmen waren Gehirnblutungen, die während des Schwimmens aufgetreten waren und zur Bewusstlosigkeit geführt hatten.

Ihr Mann, Dr. Neil Holtzman, führt die Gehirnblutungen und damit das Ertrinken auf die kombinierte Einnahme von Medikamenten zurück, nämlich Aspirin in geringen Dosen und Plavix, einem Thrombozytenaggregationshemmer. Beide Medikamente verlängern Blutungszeiten und erhöhen die Blutungsbereitschaft. Die Ärztin nahm diese Medikamente ein, da in ihren letzten Lebensjahren eine Koronarinsuffizienz diagnostiziert worden war. Soweit die eine Seite.

Als offizielle Todesursache wurde dies allerdings nicht angegeben, sondern koronare Komplikationen (Koronarverschluss). Auch hier wieder das typische Umbiegen von Ursachen, die auf ein fehlerhaftes Vorgehen in der Behandlung hinweisen könnten. Oder man ist in den USA nicht in der Lage, eine Hirnblutung von einem Koronarverschluss zu unterscheiden...