Grosse Temperaturunterschiede und Wind haben auf dem Bodensee am Dienstag eine kleine Wasserhose entstehen lassen. Ein Experte erklärt das Phänomen.
Die Wasserhose über dem Bodensee.
© Stephan Pfeifer
Die Wasserhose über dem Bodensee.
«Vor uns türmte sich am Dienstagmorgen um 8.37 Uhr in Staad auf dem Bodensee plötzlich ein Tornado auf», erzählt Leser-Reporter Stephan Pfeifer. Er war an seinem Arbeitsplatz gerade in der Pause, als er die Entdeckung machte. Sofort zückte er sein Handy und filmte die Szene: «So etwas sieht man schliesslich nicht alle Tage.» Das Ereignis dauerte einige Minuten. Später sah er gleich noch einmal eine sogenannte Wasserhose, manchmal auch Mini-Twister oder Windhose genannt. «Das Wetter war eigentlich normal, etwas bewölkt und windig», so Pfeifer.

Am heutigen Morgen um kurz nach halb 9 Uhr erblickte ein Leser-Reporter in Staad über dem Bodensee einen kleinen Tornado. (Video: Stephan Pfeifer)

Untypisch für den Frühling

Klaus Marquardt von Meteonews erklärt: «Wichtig für Wasserhosen ist ein hoher Temperaturunterschied zwischen unten und oben.» In diesem Fall sei die Temperatur im Bodensee aktuell schon zweistellig, aufgrund der Kaltfront von letzter Nacht sei die Luft aber kalt. «Die Voraussetzungen sind also gegeben», so Marquardt. «Durchaus möglich, dass das heute und morgen nicht die letzte Wasserhose war.»

Für Marquardt ist der Zeitpunkt der Wasserhose allerdings ungewohnt. «Typischerweise passiert das mehr im Herbst, wenn das Wasser vom Sommer viel Wärme gespeichert hat und dann die ersten Kaltluftvorstösse erfolgen.» Schon vor zwei Jahren hatte ein Leser-Reporter einen kleinen Tornado über dem Bodensee erblickt - auch damals war die Jahreszeit ungewöhnlich.

(air)