• Hurrikan Maria hat nahe der Stadt Yabucoa die Insel Puerto Rico erreicht.
  • Der Wirbelsturm hat eine Windgeschwindigkeit von 250 Stundenkilometern und wird in Kategorie vier eingestuft.
  • Auf der benachbarten Insel Guadeloupe starben zwei Menschen durch die Folgen des Sturms.

Hurricane Maria forecast track as of Sept. 19, 2017.
Puerto Rico hat sich noch nicht von den Zerstörungen durch Hurrikan Irmaerholt - schon trifft der nächste Wirbelsturm auf Land. Wie das nationale Hurrikanzentrum der USA mitteilte, erreichte Maria am Mittwochmorgen Ortszeit mit Windgeschwindigkeiten von 250 Stundenkilometern den Südosten der Karibik-Insel.

"Der Wind hört sich an wie eine Frau, die aus voller Kehle kreischt", berichtete der Fotograf Mike Theiss auf dem Kurzbotschaftendienst Twitter bei der Ankunft von "Maria" auf Puerto Rico. "Wir werden ganz schön durchgerüttelt." Am Dienstag war der Hurrikan der Kategorie vier bereits über den kleinen Inselstaat Dominica sowie über Guadeloupe hinweggezogen. Auf der zu Frankreich gehörenden Insel starb eine Person durch einen umstürzenden Baum, ein weiterer Mensch ertrank Behörden zufolge im Meer. Zwei Bewohner gelten als vermisst.

Der Gouverneur von Puerto Rico, Ricky Rosselló, warnte daraufhin, Maria könne mit einer Kraft und Gewalt zuschlagen, die seit mehreren Generationen nicht mehr auf der Insel zu sehen gewesen sei. Puerto Rico werde eine Menge Infrastruktur verlieren und vermutlich über Tage hinweg ohne Kommunikationsnetzwerke sein. Menschen mit unsolide gebauten Häusern aus Holz wurden aufgefordert, sich in Sicherheit zu bringen. "Ansonsten werden Sie sterben", sagte der Sicherheitsbeauftragte der Insel, Hector Pesquera. Das Hurrikanzentrum warnte vor "zerstörerischen" Flutwellen.

Seit Irma sind auf Puerto Rico 50 000 Haushalte ohne Strom. Viele Einwohner versuchten, so gut wie möglich, ihre Häuser vor dem neuen Sturm und vor möglichen Überschwemmungen zu schützen. Die 3,5 Millionen Einwohner der Insel sind zudem angehalten, sich mit reichlich Lebensmitteln einzudecken. Die Regierung richtete etwa 500 Notunterkünfte für 67 000 Menschen ein.

Viele Wissenschaftler vermuten, dass schwere Wirbelstürme wie Maria, Irma und davor Harvey aufgrund des Klimawandels an Intensität zunehmen. Der französische Präsident Emmanuel Macron griff dieses Thema am Dienstag in seiner Rede vor den Vereinten Nationen in New York auf. Die Serie schwerer Naturkatastrophen in der Karibik sei "eine der direkten Folgen der Erderwärmung", sagte er. Haitis Präsident Jovenel Moïse machte ebenfalls den Klimawandel für die Hurrikans verantwortlich: "Wir, die Staaten der Karibik, stoßen nicht viele Treibhausgase aus, dennoch müssen wir heute für den Schaden aufkommen."