Lawrow
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Sergei Lawrow mit den Beratern für außenpolitische Fragen, Mahmoud Abbas und Nabil Shaath, Moskau, Russland, 19. Dezember 2017.
Nach der Verkündung Trumps, Jerusalem als die Hauptstadt Israels anzuerkennen und folglich die US-Botschaft dort hin zu verlegen,haben die Palästinenser anscheinend nur noch wenig Vertrauen in die USA und schauen sich nach anderen Partnern um:
...Palästinenser sehen darin jedoch einen Bruch der Rolle der US-Amerikaner. Auf der Suche nach anderen Partnern sehen sie in Russland eine gute Alternative.
Nicht nur von Russland erhoffen sich die Palästinenser Unterstützung, denn weiter im Text lesen wir:
Russland soll nach dem Willen palästinensischer Vertreter eine Alternative zu den Amerikanern bieten. Nabil Shaath, Vertreter der Fatah und Berater des Palästinenserpräsidenten Mahmoud Abbas, traf sich am Dienstag in Moskau mit dem russischen Außenminister Sergei Lawrow. Shaath übermittelte Lawrow eine Nachricht von Abbas, dass das Vertrauen in die USA als Teilnehmer des Friedensprozesses nach Trumps Entscheidung verloren gegangen sei. Neben Russland sollen China und Frankreich eine gewichtigere Rolle zur Friedensstiftung übernehmen.
Wenn man das Vertrauen von Menschen so grob und wiederholt missbraucht, ist es kein Wunder, dass sich diese Menschen von den Vertrauensbrechern absondern. In Russland haben die Palästinenser mit Sicherheit einen viel verlässlicheren Partner. Für Russland ist Vertrauen und der gegenseitige Respekt ein hohes Gebot. Wiederholt haben die Russen dies unter der Führung Putins unter Beweis gestellt.
In Russland sehen die Palästinenser einen Fürsprecher einer Zweistaatenlösung. Auch bewerten sie den russischen Einfluss im Nahen Osten als viel gewichtiger als zuvor. Ein Palästinenservertreter gegenüber Haaretz:
Es besteht kein Zweifel, dass die russische Involvierung in der Region viel maßgeblicher und dominanter geworden ist, und Israel kann dies nicht ignorieren. Jeder, der nicht sieht, dass sich die Vereinigten Staaten in Wirklichkeit aus dem Nahen Osten aufgeben, während die Russen viel involvierter sind, ist blind."
In der Tat hat sich der russische Einfluss in der Region nicht nur verstärkt, sondern auch sehr positive Auswirkungen für die Region hervorgebracht: Unterdessen bezeichnete der gewissenlose israelische Premierminister Benjamin Netanyahu die UN als ein "Haus der Lügen". Diese Aussage von Netanyahu kommt kurz vor der am Donnerstag stattfindenden Abstimmung in der UN über die Jerusalem Frage. Wörtlich sagte er:
Der Staat Israel lehnt die Abstimmung gänzlich ab. Jerusalem ist unsere Hauptstadt, wir werden weiterhin dort bauen, und andere Botschaften werden nach Jerusalem umziehen. Jerusalem ist die Hauptstadt Israels, ob die UN dies anerkennt oder nicht. Die Vereinigten Staaten brauchten 70 Jahre, um dies formell anzuerkennen, und es wird weitere Jahre dauern, bis auch die Vereinten Nationen es tun."
Im Klartext gibt hier Netanyahu also offen zu, dass ihm das Völkerrecht und die Menschenrechte völlig schnuppe sind. Eine der höchst seltenen Momente, in der er also mal ehrlich war. Die USA zeigen sich ebenfalls mal wieder nicht von ihrer rosigsten Seite und droht allen Ländern offen, die nicht richtig abstimmen werden:
Die Regierung Washingtons drohte damit, sich die Namen ihrer Gegner in der Abstimmung der Vereinten Nationen zu notieren. Trump drohte, finanzielle Hilfe für Länder zu kappen, die die Resolution unterstützen.
Ob sich die USA und Israel mit diesen Drohungen und der offen ausgesprochenen Verachtung für das Völkerrecht da nicht wieder einmal gehörig selbst ins Knie schießen, bleibt abzuwarten.