Düsseldorf - Der Anschlag auf die Bahnstrecke zwischen Düsseldorf und Duisburg ist Ermittlern zufolge vermutlich von Linksextremisten begangen worden. Polizei und Staatsanwaltschaft stuften ein Bekennerschreiben am Dienstag als authentisch ein.
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Dem Schreiben zufolge richtet sich der Anschlag gegen Abschiebungen vom Düsseldorfer Flughafen. Der Name der Gruppe sei der Polizei bekannt. Der Staatsschutz habe die Ermittlungen übernommen. Konkrete Tatverdächtige gebe es aber noch nicht. Der Deutschen Bahn zufolge sind Zehntausende Bahnreisende von den "verbrecherischen Attacken" betroffen.

Unbekannte hatten am frühen Montagmorgen Kabelschächte entlang der Strecke geöffnet und die Signalkabel zerstört. Dadurch kam es am Montag und am Dienstag zu erhebliche Störungen im Zugverkehr in Nordrhein-Westfalen. Die betroffene Nord-Süd-Strecke gilt als eine der meistbefahrenen in Deutschland.

Die Bahn hatte zunächst gehofft, die Reparaturarbeiten bis Dienstagmittag beenden zu können. Dies gelang nicht und wurde auf die Abendstunden verschoben. Es komme weiterhin zu erheblichen Behinderungen im Zugverkehr, hieß es am Nachmittag.


Betroffen seien der Nah- und Fernverkehr. Züge der Regionalexpress-Linien RE 1 und RE 5 fahren inzwischen wieder auf der regulären Strecke. Züge der Linien RE 2 und RE 11 seien weiter unterbrochen. Die Züge der RE 6 werden umgeleitet. Für die Dauer der Störung entfalle die Linie RB 37 komplett. Bei der S 1 komme es zu Verspätungen.

Die Reparaturarbeiten an den beschädigten Glasfaserkabeln seien sehr aufwendig. Hunderte von Kabelverbindungen müssten repariert werden. Hinzu kämen erhebliche Sachschäden in noch unbekannter Höhe.

Unbekannte hätten an mindestens drei Stellen die Kabel zerstört. Auch Telefon und Internet in Erkrath bei Düsseldorf seien deswegen gestört. Die Polizei und die Staatsanwaltschaft ermitteln wegen gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr und gemeinschädlicher Sachbeschädigung.

Im vergangenen Jahr waren im Vorfeld des G-20-Gipfels in Hamburg ebenfalls Sabotageakte auf Bahnstrecken verübt worden. Auch damals hatten die Ermittler die Taten Linksextremisten zugerechnet.

dpa